Siedlung Cracau
Denkmalbereich der Stadtteils Cracau in Magdeburg
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Die Siedlung Cracau ist eine Wohnsiedlung im Magdeburger Stadtteil Cracau. Sie entstand überwiegend zwischen 1930 und 1933 und wurde bis 1939 sowie nach 1945 erweitert. Die rund 1700 Wohnungen gehen auf den Stadterweiterungsplan von Bruno Taut zurück. Die Siedlung ist als Denkmalbereich geschützt.[1]

Geschichte
Bruno Taut wurde 1921 zum Stadtbaurat in Magdeburg berufen und bekleidete damit als erster Vertreter des Neuen Bauens im Deutschen Reich eine kommunale Leitungsposition. Da ihm die Verwaltungserfahrung fehlte, holte er Johannes Göderitz als Stellvertreter in die Behörde, dazu den künstlerisch orientierten Architekten Carl Krayl.[2]
Die Ausführung der Siedlung übernahmen Krayl, Göderitz und Paul Wahlmann.[1] Der Hauptteil der Anlage entstand in den frühen 1930er Jahren, bis 1939 folgten Erweiterungen, weitere Bauabschnitte kamen nach 1945 hinzu.[1]
Städtebau und Architektur
Krayls Magdeburger Siedlungen verbinden Zeilen- und Blockrandbebauung zu einer Ordnung, die auf die jeweilige Lage eingeht. In Cracau folgen drei geschwungene Straßen dem Gelände, flankiert von parallel gestellten Bauzeilen. Die jeweils nördliche Zeile endet in einem zurückgestaffelten Bauteil mit nach Südwesten gerichteten Balkonen und öffnet den Raum zur Alten Elbe hin.[2]
Die Wohnbauten sind fast durchgängig dreigeschossig, mit einem Mezzanin und einem Flachdach ausgeführt.[1]
Die Siedlung ist im Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt als Denkmalbereich erfasst.[1] Die zugehörigen Einzelobjekte sind in der Liste der Kulturdenkmale in Cracau verzeichnet.
Heutige Nutzung
Ein Teil des Wohnungsbestands im Stadtteil gehört dem Wohnungsunternehmen Vonovia, das dort rund 1500 Wohnungen bewirtschaftet. Auf den denkmalgeschützten Dächern rund um die Cracauer Straße nahm das Unternehmen 2025 eine Photovoltaikanlage in Betrieb. Sie besteht aus 13.600 Modulen und hat eine Leistung von mehr als 3,4 Megawatt. Mieter des Quartiers können den erzeugten Strom als Mieterstrom beziehen. Die Investitionssumme gab das Unternehmen mit knapp acht Millionen Euro an.[3][4]
Literatur
- Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 14: Landeshauptstadt Magdeburg. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, S. 64–67.