Siegfried Zell

deutscher Bauingenieur, Spezialist für Tunnelbau und Hochschullehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Siegfried Zell (* 1934; † 10. Oktober 2013 in Hetlingen) war ein deutscher Bauingenieur, Spezialist für Tunnelbau und Hochschullehrer. Er war über mehrere Jahrzehnte bei der Dyckerhoff & Widmann AG (DYWIDAG) tätig und wirkte an zahlreichen nationalen und internationalen Großprojekten des Tunnel-, Rohrvortriebs- und Tiefbaus mit. Zu den bekanntesten Bauwerken, an denen er beteiligt war, zählen der Neue Elbtunnel, die Köhlbrandbrücke in Hamburg, des Großer-Belt-Bahntunnel in Dänemark sowie das Klärwerk Hetlingen.

Leben und Ausbildung

Siegfried Zell wurde 1934 geboren. Seine Kindheit verbrachte er zunächst in Stolberg bei Aachen, später in München. Dort absolvierte er seine Schulausbildung und legte 1952 das Abitur ab. Anschließend studierte er Bauingenieurwesen an der Technischen Universität München, wo er das Studium 1957 als Diplom-Ingenieur abschloss.

Ab 1963 lebte und arbeitete Zell überwiegend in Hamburg und Hetlingen. Neben seiner beruflichen Tätigkeit befasste er sich intensiv mit Geologie und Mineralogie und war Sammler mineralogischer Objekte.

Beruflicher Werdegang

Nach ersten Berufsjahren als Projektingenieur im Ingenieurbüro W. Christmann (1957–1959) trat Zell 1959 in die Dyckerhoff & Widmann AG ein. Dort war er bis 1999 in unterschiedlichen Funktionen tätig.

  • 1959–1963: Projektingenieur in München
  • 1963–1968: Projektingenieur für Tunnelbau in Hamburg
  • 1968–1970: Bauleiter beim Klärwerk Hetlingen sowie bei der Köhlbrandbrücke
  • 1970–1974: Leiter des Technischen Büros
  • 1974–1999: Bereichsleiter Tunnelbau und Tiefbau

Nach seinem Ausscheiden aus dem Konzern arbeitete Zell als beratender Ingenieur für Tunnelbau in unterschiedlichsten geologischen Verhältnissen, Rohrvortrieb und Druckluftanwendungen.

Hochschullehre

Ab 1999 übernahm Siegfried Zell einen Lehrauftrag für Tunnelbau an der Technischen Universität Hamburg-Harburg. Dort hielt er unter anderem die Vorlesungen Tunnelbau I (offene Bauweisen, Deckel- und Senkkastenbauweise, Unterwassertunnel) sowie Tunnelbau II (geschlossene Bauweisen, maschinelle Vortriebe, Tunneltragkonstruktionen und Tunnelberechnung).

Bedeutende Projekte (Auswahl)

Deutschland

International

Fachliche Bedeutung

Zell war an der Entwicklung und Anwendung moderner Tunnel- und Rohrvortriebstechniken beteiligt, darunter Hydroschilde, Erddruckschilde und Microtunnelling-Verfahren. Er hielt rund 110 Fachvorträge im In- und Ausland und war Mitglied mehrerer technischer Fachgremien.

In zeitgenössischen Presseberichten wurde er als Sprecher der am Elbtunnel beteiligten Bauunternehmen zitiert.[1]

Seine fachliche Tätigkeit ist zudem in der einschlägigen Ingenieur- und Fachliteratur dokumentiert, unter anderem im Zusammenhang mit der Konstruktion und Herstellung von Stahlbeton-Tübbingen für die vierte Elbtunnelröhre.[2]

Mitgliedschaften

  • GSTT
  • AIV Hamburg
  • Verein der Freunde der Mineralogie und Geologie
  • Verein zur Förderung des Mineralogischen Museums Hamburg
  • Hetlinger Männer-Turnverein
  • Arge Umweltschutz Haseldorfer Marsch – Hetlingen e. V.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI