Sieghard Liebe
deutscher Fotograf und Hochschullehrer
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Leben und Werk
Sieghard Liebe machte von 1953 bis 1955 eine Lehre zum Maschinenschlosser und arbeitete auch kurzzeitig in diesem Beruf. Von 1958 bis 1961 absolvierte er eine Ausbildung zum Fotografiker an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg. Anschließend arbeitete er in den folgenden Jahren als Bildredakteur für den Fotokinoverlag. Zwischen 1966 und 1971 studierte er mit Diplomabschluss Fotografik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, wo er seit Beginn zunächst als Oberassistent und später als Lehrer und den Bereichen künstlerische Grundlagen und Fotografie unterrichtete.[1] Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten u. a. Monika Schulz-Fieguth und Harald Kirschner. 2002 ging er in den Ruhestand.
Er ist spezialisiert auf Natur- und Landschaftsfotografie, von den 1970ern bis in die 1990er Jahre hinein veröffentlichte er von seinen Reisen mehrere Bildbände, in denen seine Ehefrau Monica Liebe häufig die Texte verfasste. Außerdem begleitete er fotografisch die Montagsdemonstrationen und die politische Wendezeit in Leipzig.
2004 produzierte Liebe einen prämierten Dokumentarfilm über die Alzheimer-Erkrankung seiner Ehefrau Monica.
Sieghard Liebe arbeitete und lebt in Leipzig.
Ausstellungen (Auswahl)
- 1982: IX. Kunstausstellung der Deutschen Demokratischen Republik, Albertinum Dresden, Dresdner Schloss u. a.
- 1983: Sieghard Liebe, Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Klub, Klubgalerie (Leipzig)[2]
- 1990: Keine Gewalt. Leipzig – eine deutsche Revolution. Bilder Leipziger Fotografen, Städtische Sammlung Duisburg-Rheinhausen
- 1990: Wegzeichen, Zeitzeichen. Leipziger Montage. Sechs Fotografen aus der DDR (Gruppenausstellung), Galerie Landesgirokasse Stuttgart
- 1993: Sieghard Liebe, Ansel Adams Gallery, San Francisco
- 2001: Foto-Anschlag. Vier Generationen ostdeutscher Fotografen (Gruppenausstellung), Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
- 2008/2009: Sieghard Liebe. Wegzeichen – Zeitzeichen, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig[3]
- 2010: (Un-)bequeme Landschaften, Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und Essenheimer Kunstverein[4]
- 2011: Leipzig. Fotografie seit 1839 (Gruppenausstellung), Grassi Museum für Angewandte Kunst, Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, Museum der bildenden Künste Leipzig
- 2019: Baulandschaften. Leipzig in den 90er Jahren. Fotografie von Sieghard Liebe. Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig[5]
- 2020: METAMORPHOSEN. Industriekultur im Wandel (Gruppenausstellung), Kunsthalle der Sparkasse Leipzig[6]
Filme
- 2004: Du und ich – Leben mit frühem Alzheimer. Dokumentarfilm, 45 Minuten
Auszeichnungen
- 2007: Deutscher Generationenpreis für Du und ich – Leben mit frühem Alzheimer[7]
Bildbände und Kataloge (Auswahl)
Bildbände
- Motive der Berge. 2. Auflage. Fotokinoverlag, Leipzig 1975, DNB 200439286.
- mit Alfred Paszkowiak: Weimar. Text: Willy Ehrlich. 2. Auflage. Brockhaus, Leipzig 1977, DNB 770439268.
- Sächsische Schweiz und Ausflüge in die Böhmische Schweiz. Text: Lothar Kempe. 3. Auflage. Brockhaus, Leipzig 1983, DNB 830615660.
- Gebirgsfotografie. Unter Mitarbeit von Monica Liebe. 3. Auflage. Fotokinoverlag, Leipzig 1985, ISBN 978-3-7311-0032-4.
- Westböhmische Bäder (= Brockhaus Souvenir). Text: Monica Liebe. Brockhaus, Leipzig 1986, ISBN 978-3-325-00025-2.
- Um Fichtelberg und Klínovec (= Brockhaus Souvenir). Brockhaus, Leipzig 1987, ISBN 978-3-325-00080-1
- Vom Isergebirge zur Schneekoppe. Ansichten von beiden Seiten des Gebirges. 2. Auflage. Brockhaus, Leipzig 1987, ISBN 978-3-325-00045-0.
- Mühlhausen (= Brockhaus Souvenir). Text: Monica Liebe. Brockhaus, Leipzig 1989, ISBN 978-3-325-00201-0.
- Stolberg. Mit einer Einführung von Wolfgang Knape. 4. Auflage. Brockhaus, Leipzig 1990, ISBN 978-3-325-00043-6.
- Usedom. Text: Monica Liebe. Hinstorff, Rostock 1996, ISBN 978-3-356-00684-1.
- An-Sprüche eines DDR-Jahrzehnts. Fotografien im Widerspruch zum Losungsalltag. Mit einem Geleitwort von Friedrich Schorlemmer und Texten von Bernd Lindner und Peter Guth. Centaurus-Verlag, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 978-3-86226-069-0.
Kataloge (Ausstellungsbeteiligung)
- Keine Gewalt. Leipzig – eine deutsche Revolution. Bilder Leipziger Fotografen. Stadtbibliothek Duisburg, Duisburg 1990, ISBN 978-3-923576-64-7.
- Wegzeichen, Zeitzeichen. Leipziger Montage. Sechs Fotografen aus der DDR. Katalog zur Ausstellung in der Galerie Landesgirokasse Stuttgart vom 4. Juli bis 31. August 1990. Landesgirokasse, Stuttgart 1990, DNB 952939738.
- Anne Martin (Hrsg.): Foto-Anschlag. Vier Generationen ostdeutscher Fotografen. [Begleitbuch zur Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Leipzig, 12. Juli bis 10. Oktober 2001]. E. A. Seemann, Leipzig 2001, ISBN 978-3-363-00758-9.
- Thomas Liebscher (Hrsg.): Leipzig. Fotografie seit 1839. [Aus Anlass der Ausstellung Leipzig. Fotografie seit 1839 (27. Februar bis 15. Mai 2011 im Grassi-Museum für Angewandte Kunst Leipzig, im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und im Museum der Bildenden Künste Leipzig]. Passage-Verlag, Leipzig 2011, ISBN 978-3-938543-83-2.
Literatur
- Peter Guth: Sieghard Liebe. Fotogalerie. In: Leipziger Blätter 19 (1991), ISSN 0232-7244, S. 43–47.
- Liebe, Sieghard. In: Dietmar Eisold (Hrsg.). Lexikon Künstler in der DDR. Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 476.
- Manuel Heyer: Liebe, Sieghard. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 84, De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-023189-2, S. 393.
Weblinks
- Rolf Sachsse: Sieghard Liebe. In: FotografenWiki. Irene und Sigurd Greven Stiftung, 23. Januar 2014, abgerufen am 26. März 2026.