Sigi Feigel

Schweizer Rechtsanwalt, der sich gegen Antisemitismus engagierte From Wikipedia, the free encyclopedia

Sigi Feigel (geboren 17. Mai 1921 in Zürich als Sigmund Feigel; gestorben 28. August 2004 ebenda) war ein Schweizer Rechtsanwalt, der sich gegen Rassismus und Antisemitismus engagierte.

Sigi Feigel (1982)

Leben

Sigi Feigel wurde als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer in Zürich geboren. Er wuchs in Hergiswil und Luzern auf. An der Universität Zürich studierte er Rechtswissenschaften und schloss 1949 mit dem Doktorat ab. Im gleichen Jahr heiratete er Evi Heim. Als sein Schwiegervater schon bald starb, übernahm er dessen Textilfabrik. Erst nach dem Verkauf der Firma 1977 und nach dem Abschluss des Anwaltsstudiums 1983 konnte er seinen Wunschberuf des Rechtsanwalts aufnehmen.

Er fand auf dem Friedhof oberer Friesenberg seine letzte Ruhestätte.

Wirken

Sigi Feigel engagierte sich in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ), später im Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG. Unter seiner Leitung führte die ICZ das Frauenstimmrecht ein und öffnete sich mit Vorträgen und Führungen einer breiteren Öffentlichkeit. Unter dem Eindruck der Jugendunruhen von 1980 regte er die Gründung einer überparteilichen Organisation an, welche die Wohnsituation für Personen in Ausbildung in der Stadt Zürich verbessern sollte. 1983 wurde von den Parteien, den Jugendparteien und den konfessionellen Vereinigungen der Stadt der Verein für Jugendwohnhilfe Zürich gegründet (heute Jugendwohnnetz Juwo), den er bis 2000 präsidierte. Er engagierte sich gegen Rassismus und Antisemitismus und gründete mehrere Stiftungen, darunter die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) und die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz (GMS). Er kämpfte für die Verabschiedung der Rassismus-Strafnorm (Antirassismusgesetz), deren Annahme in einer Volksabstimmung in den 1990er-Jahren er später als einen seiner grössten Erfolge ansah. Darüber hinaus war er ein aktiver Teilnehmer an der Debatte zu den sogenannten nachrichtenlosen Vermögen jüdischer Holocaust-Opfer bei schweizerischen Finanzinstituten. Sigi Feigel erlebte zwar als Jugendlicher in der Schweiz keinen Antisemitismus, beschloss aber wachsam zu bleiben. Tatsächlich wäre er 1999 selber beinahe Opfer einer schweren Messerattacke geworden.[1]

Auszeichnungen

Sigi-Feigel-Terrasse in Zürich

Sigi Feigel wurde mehrfach ausgezeichnet. 1998 erhielt er den Ehrendoktortitel der Universität Zürich.

2006 benannte die Stadt Zürich einen Platz an der Sihl, bei der Gessnerbrücke, nach ihm: die «Sigi-Feigel-Terrasse». Im Jahre 2009 wurde eine nach ihm benannte Gastprofessur für jüdische Studien an der Universität Zürich gestiftet.[2]

Werke

  • Der Erziehungszweck im schweizerischen Strafvollzug. 1949 (Diss. jur. Zürich.)
  • mit 10 weiteren Autoren: «Wir» Zürcher Juden. Verlag Zürcher Chronik, Winterthur. Separatdruck aus: Zürcher Chronik. 4 (1989), S. 3–27.

Literatur

Einzelnachweise

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