Signal to Noise
Lied des englischen Singer-Songwriters und Rockmusikers Peter Gabriel (2002)
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Signal to Noise ist ein Lied des britischen Pop-Rock-Musikers Peter Gabriel aus dem Jahr 2002.
| Signal to Noise | |
|---|---|
| Peter Gabriel | |
| Veröffentlichung | 23. September 2002 |
| Länge | 7:36 |
| Genre(s) | Artrock, Popmusik, Progressive Rock, Weltmusik |
| Autor(en) | Peter Gabriel |
| Produktion | Peter Gabriel |
| Label | Real World Records |
| Album | Up |
Veröffentlichung
Die Erstveröffentlichung von Signal to Noise erfolgte am 23. September 2002 als neunter Titel auf Gabriels siebtem Studioalbum Up.[1][2]
Im Jahr 2002 erschien eine alternative Version von Signal to Noise auf dem Soundtrack zu dem Film Gangs of New York[3] von Martin Scorsese.[4][5] Mit Ausnahme einiger Gesangspassagen von Nusrat Fateh Ali Khan ist diese Aufnahme instrumental und zeichnet sich durch eine stärker hervortretende verzerrte E-Gitarre aus als die Version auf dem Album Up.[6]
Bei der Festlegung der Setlist für die Growing Up Tour von 2002 bis 2003 in Nordamerika[7] und Europa[8] zog Gabriel Signal to Noise als möglichen Kandidaten in Betracht. Da Khan bereits einige Jahre vor Beginn der Tour verstorben war, spielte Gabriel mit dem Gedanken, „etwas von ihm auf Video zu zeigen“.[9] Signal to Noise wurde schließlich als letzter Song des Hauptsets verwendet, wobei Khans Stimme und zuvor aufgenommene Streicherklänge über das Spiel der Band gelegt wurden.[10] Während dieser Auftritte wurde ein sich aufbauender Generator-Effekt auf die Mitte der Bühne projiziert.[4] Gegen Ende des Songs verließen die Mitglieder von Gabriels Tournee-Band die Bühne durch Falltüren, bis nur noch Ged Lynch am Schlagzeug übrig blieb, das von etwas umgeben war, das Chris Rubin vom Rolling Stone als „einen Stoffzylinder“ beschrieb.[10] Gabriel spielte den Song auch auf seiner Warm Up Tour[11] im Jahr 2007,[12] die 22 Konzerte in Europa umfasste und deren Setlist aus selten gespielten Stücken bestand, die von Fans online vorgeschlagen worden waren[6] und auf der Latin American Tour – Live 2009 mit 8 Konzerten 2009[13] in Südamerika.[14] Live-Aufnahmen des Liedes von der Warm Up Tour und der Latin American Tour sind auf den Konzertmitschnitten der Encore Series[15] dieser Tournee enthalten.
Der Song erschien als Live-Aufnahme auf den Livealben Live Blood[16] (Orchester-Version, aufgenommen 2011 mit dem New Blood Orchestra im Hammersmith Apollo, London, Vereinigtes Königreich, veröffentlicht 2012); Growing Up Live[17] (Aufnahme 2003 im Fila Forum, Mailand, Lombardei, Italien, veröffentlicht erst 2019) und In the Big Room[18] (Aufnahme von 2003 aus den Real World Studios eines Konzertes für Mitglieder von Gabriels Full Moon Club, veröffentlicht 2025). Außerdem erschienen Liveaufnahmen in den Konzertfilmen Growing Up Live[19] (basierend auf der gleichen Aufnahme wie das Audio-Livealbum, veröffentlicht 2003); Live in Verona – Scratch My Back and Taking The Pulse[20] (Orchester-Version aufgenommen 2010 in dem Anfiteatro Arena Di Verona, Verona, Venetien, Italien, veröffentlicht 2010) und New Blood: Live in London[21] (basierend auf der gleichen Aufnahme wie das Audio-Livealbum Live Blood, veröffentlicht 2011).
Signal to Noise wurde auch auf den Kompilations-Alben Hit[22] (veröffentlicht 2003) und Flotsam and Jetsam[23] (Version aus dem Film Gangs of New York, veröffentlicht 2019) veröffentlicht.
Hintergrund

Der Song enthält Gesangspassagen von Nusrat Fateh Ali Khan,[24] einem pakistanischen Qawwali-Sänger, den Gabriel 1985 auf dem WOMAD-Festival kennengelernt hatte. Diese stammen aus dem ersten Live-Auftritt am 28. April 1996.[25] Damals wurde das Lied bei dem VH1-Honors-Konzert in dem Universal Amphitheatre in Los Angeles für die Menschenrechtsorganisation Witness uraufgeführt. Gabriel sang dort den Song gemeinsam mit Nusrat Fateh Ali Khan. Dieser erhielt später einen Plattenvertrag bei Gabriels Label Real World Records, und die beiden arbeiteten auch gemeinsam am Soundtrack-Album Passion[26] mit. Signal to Noise wurde vor seinem Live-Debüt, das für das Fernsehpublikum aufgezeichnet wurde, etwa zweimal geprobt. Gabriel erinnerte sich später daran, dass Khan während der Proben „ganz unterschiedliche Improvisationen“ einbrachte, die „atemberaubend“ waren. Im weiteren Verlauf des Gesprächs über die Zusammenarbeit sagte Gabriel: „Ich glaube, wir haben beide versucht, einander Raum zu geben, damit jeder das tun konnte, was er konnte. Ich eher auf der Seite des Arrangements und er bei den Strophen, aber es ist ein Auftritt, an den ich mich immer erinnern werde“.[27] Gabriel hatte den Song außerdem am 10. Dezember 1998 gemeinsam im Duett mit Youssou N’Dour bei dem Konzert von Amnesty International zum 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte[28] in Paris vorgetragen.[6]
Aufnahme
Gabriel sagte, dass die ersten Versionen von Signal to Noise „karger“ gewesen seien und keinerlei Streichinstrumente enthalten hätten. Nach Khans Tod im August 1997 beschloss Gabriel, den Song fertigzustellen und ihn zu einer Art „Herzstück“ des Albums Up zu machen.[29] Da Khan vor den Arbeiten an der Studioversion für Up verstorben war, wurden für diese dann Teile seiner Gesangsaufnahmen von den VH1 Honors aus dem Jahr 1996 verwendet.[30] Im weiteren Verlauf der Produktion wurden der Aufnahme rückwärts abgespielte Streichersamples und ein Live-Orchester hinzugefügt. Die Streichersamples wurden im gesamten Aufnahmestudio verteilt und mit einem Sony R3 Oxford-Mischpult erneut aufgenommen; anschließend wurden sie über die Equilizer-Funktionen des Mischpults bearbeitet, um den Streichern mehr Dynamik zu verleihen.[31] Gabriel arbeitete außerdem etwa eine Woche lang mit Will Gregory an den Streicharrangements des Songs, die vom London Session Orchestra in den Air Lyndhurst Studios aufgenommen wurden.[6][31] Gabriel beschrieb seine Zusammenarbeit mit Gregory als „die intensivste, die ich je bei Streicharrangements erlebt habe, und es war sehr befriedigend, alle möglichen melodischen und harmonischen Elemente zu entwickeln, die an manchen Stellen ziemlich stark miteinander kollidierten“.[31]
Inhalt und Bedeutung
Nach der 2002 von Virgin Records und Real World Records veröffentlichten elektronischen Pressemappe ist das Signal, auf das in dem Song Bezug genommen wird, eine Metapher für „persönliche Moral und Mitgefühl“.[32] Das Lied ist ein Appell an Mitgefühl und für Engagement. Das „weiße Rauschen“, das Noise-Hintergrundgeräusch der Nichtigkeiten und Belanglosigkeiten soll ausgeblendet werden, damit das eigentliche Signal zur Geltung kommen kann. Es geht um das Signal, Farbe zu bekennen, aufzustehen und ein Zeichen zu setzten gegen all den Lärm der Banalitäten, Dummheiten und Grausamkeiten in der Welt. Die Kernbotschaft lautet: „receive and transmit“, also Empfangen und Aussenden, selbst aktiv werden![33]
Artwork
Der Song wurde außerdem als Artwork durch ein von der israelischen Fotografin und Videokünstlerin Michal Rovner geschaffenes Begleitbild in den Liner Notes mit dem Titel Falling in the Field ergänzt, das eine Reihe verschwommener Figuren auf einem Feld zeigt.[4][5]
Mitwirkende
Hauptmusiker
- Richard Chappell – Musikprogrammierung
- The Dhol Foundation – Dhols
- Peter Gabriel – Hauptgesang, Bass-Keyboards, Oxford Rückwarts-Samples, Mellotron, MPC-Groove, Tech 21 SansAmp
- Steve Gadd – Schlagzeug, Perkussion
- Nusrat Fateh Ali Khan – zusätzlicher Gesang
- Ged Lynch – Perkussion
- David Rhodes – E-Gitarre, Begleitgesang
Orchesterpersonal
- Mitglieder des The London Session Orchestra – Streicher:
- Geigen – Mark Berrow, Peter Hanson, Julian Leaper, Cathy Thompson, Rebecca Hirsh, Patrick Kiernan, Jackie Shave, Anthonia Fuchs, Gavin Wright, Chris Tombling, Jon Evan Johns, Boguslav Kostecki
- Bratschen – Robert Smissen, Peter Lale, Donald McVay, Roger Chase
- Celli – Ben Chappell, Martin Loveday, Anthony Pleeth, David Daniels
- Kontrabässe – Chris Laurence, Matry Scully
- Orchester-Arrangements – Nick Ingman, Peter Gabriel
Technisches Personal
- Tchad Blake – Mixing
- Richard Chappell – Tonaufnahme, Toningenieur
- Alan Coleman – Assistent der Tontechnik
- Tony Cousins – Mastering
- Richard Evans – zusätzliche Tontechnik
- Ben Findlay – zusätzliche Tontechnik
- Peter Gabriel – Liedtext, Komposition, Produktion
- Paul Grady – Assistent des Mixings
- Will Gregory – Streicher-Arrangement
- Edel Griffith – Assistentin der Tontechnik
- Claire Lewis – Assistentin des Mixings
- Marco Migliari – Assistent des Mixings
- Steve Osborne – Produktion
- Annie Parsons – Assistentin für Peter Gabriel
- Dan Roe – Assistent der Tontechnik
- Chris Treble – Assistent der Tontechnik
Rezensionen
Andy Hermann von dem US-amerikanischen Online-Magazin PopMatters bezeichnete Signal to Noise als einen „melodramatischen“ Song, der „von den beunruhigend manischen Gesängen des verstorbenen pakistanischen Qawwali-Sängers Nusrat Fateh Ali Khan unterbrochen“ werde.[34] Alexis Petridis schrieb für die britische Zeitung The Guardian, es sei „schwierig, unberührt zu bleiben“, wenn man Khans Gesang in Signal to Noise hören würde.[35] Chris Ott von der US-amerikanischen Musikwebsite Pitchfork war der Ansicht, dass Signal to Noise „stark von Björks Lied Jóga[36] beeinflusst“ sei, und meinte, der Song werde „nur die am wenigsten kritischen Zuhörer in Gabriels Publikum unterhalten“.[37] Jonathan Kiefer beschrieb für das US-amerikanische Internet-Magazin Salon Signal to Noise in einem Beitrag als das, was auf dem Album Up einem Leitbild am nächsten komme.[38]
Siehe auch
Literatur
- Alfredo Marziano, Luca Perasi: Peter Gabriel - The Rhythm Has My Soul. The Stories Behind the Songs. L.I.L.Y. Publishing, Mailand 2024, ISBN 978-88-909122-7-6, UP, S. 227–228 (englisch).
Weblinks
- Peter Gabriel – Signal to Noise auf YouTube, 17. Oktober 2018, abgerufen am 28. Juni 2026 (britisches Englisch; Audio zu der Album-Version von Up; Laufzeit: 7:36 min.).
- Signal to Noise Songtext von Peter Gabriel. In: songtexte.com. Molindo GmbH, 2026, abgerufen am 28. Juni 2026 (britisches Englisch).
- Signal to Noise deutsche Übersetzung von Peter Gabriel. In: songtexte.com. Molindo GmbH, 2026, abgerufen am 28. Juni 2026 (österreichisches Deutsch).