Sigridshorst
Ortsteil der Stadt Teltow, Brandenburg, Deutschland
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Sigridshorst ist ein Wohnplatz der Stadt Teltow im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]
Sigridshorst Stadt Teltow | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 24′ N, 13° 19′ O |
| Höhe: | ca. 42 m ü. NHN |
| Postleitzahl: | 14513 |
| Vorwahl: | 03328 |
Geografische Lage
Der Wohnplatz liegt im nordöstlichen Bereich der Gemarkung und grenzt im Osten an die Gemeinde Großbeeren und im Norden an Berlin. Südlich grenzt der weitere Wohnplatz Birkengrund an. Beide Wohnplätze werden im Westen durch die Bahnstrecke nach Lutherstadt Wittenberg begrenzt. An der östlichen Grenze des Wohnplatzes verläuft der Zehntrutengraben, der in den Teltowkanal entwässert. Die Fläche liegt auf einer Höhe von rund 42 m ü. NHN.[2]
Geschichte und Etymologie
Die Siedlung entstand im Jahr 1928[3], als Großbauern Ackerland parzellierten und an Berliner Bürger verkauften. In der Nähe der neu errichteten Siedlung befand sich eine Gärtnerei Siegridshof, die zur Namensgebung herangezogen wurde. Die Straßennamen lehnten sich an die Nibelungensage an und lauten beispielsweise Brunhildstraße oder Wodanstraße. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es Pläne, den Bahnhof Teltow zu einem Rangierbahnhof umzubauen. Die Deutsche Reichsbahn wollte hierzu das Land von 80 Siedlern erwerben oder nötigenfalls auch durch eine Enteignung beschaffen. Östlich der Bahnstrecke errichtete der Reichsarbeitsdienst eine Baracke für Bauarbeiter, die 1942 von der Gestapo übernommen und als Außenstelle des Arbeitserziehungslagers Wuhlheide genutzt wurde.[4]
In der Zeit der DDR wollte Hans-Jürgen Starrost im April 1981 in Sigridshorst die Berliner Mauer überwinden. Er wurde bei dem Fluchtversuch von einem Volkspolizisten angeschossen und starb.[5] Ein Jahr später, im April 1982, baute ein Ehepaar in Sigridshorst einen Tunnel, mit dem sie nach West-Berlin flüchten wollten. Als sie nach dreimonatiger Bauzeit feststellen mussten, dass sie das Vorhaben nicht vollenden konnten, gaben sie auf. Stattdessen wollten sie mit einem Heißluftballon fliehen, wurden aber von einem entfernten Verwandten verraten und verurteilt.[6]

Nach der Wiedervereinigung wurde im Zuge der Sakura-Campaign an der ehemaligen Grenze ein Baumstreifen mit japanischen Blütenkirschen gepflanzt. Am Zusammentreffen der Landkreise Potsdam-Mittelmark, dem Landkreis Teltow-Fläming und Berlin, dem sogenannten Japaneck, findet seit 2002 jährlich zur Blütezeit ein das Kirschblütenfest statt.[7]