Sikhulile Moyo
simbabwischer Virologe
From Wikipedia, the free encyclopedia
Sikhulile Moyo ist ein simbabwischer Virologe und Laborleiter der Botswana–Harvard AIDS Institute Partnership (BHP).[1] Er ist Research Associate an der Harvard T.H. Chan School of Public Health.[2] Weltweit Bekanntheit erlangte er, als seine Gruppe im November 2021 die SARS-CoV-2-Variante Omikron identifizierte.[3] Für seine Beiträge zur Genomüberwachung wurde er 2022 in die Liste Time 100 aufgenommen und gemeinsam mit Tulio de Oliveira mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.[4][5]
Leben
Moyo wuchs in der Region Matabeleland in Simbabwe auf; seine Schuljahre waren von Erfahrungen mit Gewalt in Kriegs- und Nachkriegszeiten geprägt.[1] Während seines Studiums in Simbabwe erfuhr er von einem neuen Masterstudiengang in angewandter Mikrobiologie und erhielt einen Studienplatz an der University of Botswana.[1] Im Jahr 2006 erwarb er an der Universität Limpopo den Master in öffentlicher Gesundheit; seine Abschlussarbeit trug den Titel Modelling the HIV / AIDS in Botswana: the representativeness of the ANC based estimates of HIV prevalence in Botswana and implications for monitoring the epidemic.[6] 2016 promovierte er an der Universität Stellenbosch in medizinischer Virologie mit der Dissertation HIV-1C Dynamics and Evolutionary Trends in Botswana (Betreuung: Susan Engelbrecht und Tulio de Oliveira).[7] Von 2017 bis 2018 war er Fogarty Fellow im Global Health Program for Fellows and Scholars der U.S. National Institutes of Health.[8] Zur BHP stieß Moyo 2003 als Laborassistent und übernahm später Koordinations- und Leitungsfunktionen, bis er die Laborleitung innehatte.[1]
Wirken
Als Leiter des Botswana Harvard HIV Reference Laboratory baute Moyo mit seiner Gruppe die Genomüberwachung in Botswana aus und sequenzierte seit 2021 fortlaufend SARS-CoV-2-Proben.[1] Im November 2021 erkannte die Gruppe anhand von vier Proben ein stark mutiertes Muster; Moyo meldete den Befund an das Gesundheitsministerium Botswanas und stellte die Sequenzen in GISAID ein.[8] Am 22. November 2021 informierten die Forschenden die Behörden, und die WHO stufte die neue Variante kurz darauf als Variant of Concern ein.[3] Moyo betonte mehrfach die Zusammenarbeit bei der Entdeckung und kritisierte pauschale Reisebeschränkungen gegen Länder des südlichen Afrikas als kontraproduktiv.[9][3] Seine Gruppe dokumentierte die frühe Ausbreitung von Omikron in einer Nature-Veröffentlichung.[10] Das BHP-Labor wurde 2023 von der WHO als Collaborating Centre of Excellence for HIV Drug Resistance Testing benannt.[2] Für seine Leistungen in der Genomik erhielt Moyo 2022 internationale Anerkennung, darunter die Aufnahme in die Liste Time 100 und den Deutschen Afrika-Preis.[4][5]