Silberthiocyanat

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Silberthiocyanat das Silbersalz der Thiocyansäure mit der Verhältnisformel AgSCN. Es kommt als weißes Pulver vor. Eine Rolle spielt es bei der Herstellung von Silbernanopartikeln.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Silberthiocyanat
Allgemeines
Name Silberthiocyanat
Andere Namen
  • Silber(I)-thiocyanat (IUPAC)
  • Silberrhodanid
  • Silberisothiocyanat
  • Silbersulphocyanid (veraltet)
Verhältnisformel AgSCN
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1701-93-5
EG-Nummer 216-934-9
ECHA-InfoCard 100.015.395
PubChem 74345
ChemSpider 66941
Wikidata Q4457914
Eigenschaften
Molare Masse 165,95 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

3,828 g·cm−3[3]

Schmelzpunkt

261 °C[4][5]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302+312+332410
P: 261273280301+312302+352+312304+340+312[2]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Fällungsreaktion

Silberthiocyanat kann durch Ausfällen gewonnen werden, indem eine Lösung von Silberionen in Salpetersäure mit Kaliumthiocyanat versetzt wird:[8]


Ionentauschreaktion

Silberthiocyanat kann außerdem durch eine Ionentauschreaktion hergestellt werden. Beispielsweise reagieren Silbernitrat und Ammoniumthiocyanat in Wasser gelöst dazu, als Nebenprodukt entsteht dabei Ammoniumnitrat:[9]


Eigenschaften

Silberberthiocyanat kristallisiert monoklin mit der Raumgruppe C2/c (Raumgruppen-Nr. 15)Vorlage:Raumgruppe/15, wobei sie in zwei Formen auftritt. Das α-Polymorph besteht aus zickzackförmigen Ketten aus Tetraedern, die entlang der c-Achse verlaufen, während das β-Polymorph aus linearen Ketten besteht, die sich zu einem dreidimensionalen Polymernetzwerk zusammenlagern.[10] Die SCN-Gruppen haben eine fast lineare Molekülgeometrie mit einem Bindungswinkel von 179,6°.[1] Silberthiocyanat ist praktisch unlöslich in Wasser mit einer Löslichkeit von 1,68 · 10−4 g/L.[3] Die Verbindung schmilzt bei etwa 260 °C und zersetzt sich kurz darüber bei etwa 270 °C in Silbercyanid.[4][11]

Verwendung

Die wichtigste Verwendung von Silberthiocyanat ist zur Herstellung von Nanopartikeln.[3] Diese Nanopartikel können als guter Ionenleiter genutzt werden. Silberthiocyanat kann auch zu Absorption von Licht mit Wellenlänge kleiner 500 nm dienen. Bei höheren Wellenlängen zeigt es gute photokatalytische Eigenschaften.[9]

Einzelnachweise

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