Silberzeile
Häuserzeile in Schärding in Oberösterreich
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Die Silberzeile ist eine geschlossene Häuserzeile, die die Ostfront des Oberen Stadtplatzes in der Stadt Schärding im gleichnamigen Bezirk in Oberösterreich bildet.[1] Alle 18 Gebäude stehen unter Denkmalschutz.[2]
Architektur
Die geschlossene Häuserfront mit den für Schärding typischen Fronten mit geschwungenen Blendgiebeln charakterisieren die geschlossene Platzwand als onduliernde Linie. Die Verbauung wurde auf schmalen, tief gestreckten, mittelalterlichen Bauparzellen errichtet, die bis zur Äußeren Stadtmauer entlang des Seilergrabens geführt sind. Der ehemalige Zwinger wurde teilweise im 19. Jahrhundert oder rezent überbaut. Die Häuser Silberzeile 10–12 und 14–18 haben kleine, gegenüber dem Erdgeschoß erhöht angelegte „Zwinger-Gärten“. Die Baukuben mit zwei bis vier Fensterachsen sind durchwegs dreigeschoßig mit zweigeschoßigen Dachböden, woraus die meist fünfzonigen Fassaden resultieren. Die Hoftrakte weisen mit zunehmender Nähe zum Linzer Tor unregelmäßigere Grundrisse auf.[1]
Im Verlauf der Napoleonischen Kriege brannte die Stadt am 26. April 1809 nieder. Die Silberzeile einschließlich eines Großteils der Giebel sind das Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Brand. Dabei entstanden die meist geraden Fensterverdachungen und die schlichte Putzrahmengliederung. Die typisch spätmittelalterliche Innenstruktur der Bürger- und Handwerkerhäuser wird durch die engen, geraden beziehungsweise gewendelten Treppen im Gebäudezentrum charakterisiert, sowie die vielfach bemerkenswerten gewölbten Flurhallen in den Obergeschoßen. Die tiefen Keller sind teilweise mit mittelalterlichen Schalgewölben in den platzseitigen Hausteilen gewölbt.[1]
Die bunten Fassaden mit Farbtönen in Pastellfarben gehen auf die Zunftfarben im Mittelalter zurück (z. B. Bäcker blau, Metzger rot, Gastwirte gelb u. grün).[3]
Bauwerke
Silberzeile 1 (Metzgerhaus)
Das Gebäude wurde urkundlich 1591 das erste Mal erwähnt. Ab 1659 wurde es als Metzgerhaus genutzt. Der stattliche Baublock am Linzer Tor wurde über einem unregelmäßig polygonalen Grundriss errichtet. Die spätmittelalterliche Bausubstanz stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert und ist geprägt von Um- und Neugestaltungen im 19. und 20. Jahrhundert. So wurde etwa im Jahr 1978 der Hof bis zur Stadtmauer hin überbaut.[1]
Die Hauptfassade ist hochaufragend und weist einen geraden Blendmauerschluss auf. Die Torachse, der ehemalige Hauseingang, ist in den unteren drei Geschoßen schräg vorgebaut und weist entlang des Linzer Tores seit 1974 eine Passage auf. Der Fassadendekor, der die Horizontale betont, wurde nach 1809 geschaffen.[1]
Im Inneren sind einige Räume im Erd- und 1. Obergeschoß tonnengewölbt. Zum Teil weisen sie Stichkappen auf. Im Keller befindet sich ein barockes Tonnengewölbe über Gurtbögen. Der zweigeschoßige Dachboden ist hoch, der Ziegelboden entstand nach 1809. Vereinzelt sind am Dachboden Füllungstüren aus dem 19. Jahrhundert erhalten.[1]
Silberzeile 2
Das Bauwerk wurde 1593 erstmals urkundlich genannt. Das spätmittelalterliche Vorderhaus wurde über einem leicht trapezförmigen Grundriss erbaut. Das Haus ist von den im 16. und 17. Jahrhundert errichteten Bauteilen geprägt. Weitere Neuerungen stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Das Hinterhaus wurde nach 1809 errichtet. Der Fensterdekor an der Hauptfront stammt ebenfalls aus der Zeit nach 1809. Im zweiten Obgerschoß weisen die Fenster stichbogenförmige Verdachungsgesimse über Muscheldekor auf.[4]
Im Inneren gibt es im Erdgeschoß zwei parallel geführte Tonnengewölbe. Jenes auf der linken Hausseite wird als Eingangshalle genutzt, die zu einer geraden Treppe führt. In den Fluren des Obergeschoßes befindet sich Stichkappentonnen- und Kreuzgratgewölbe. Der tonnengewölbe Keller weist einen Steinplattenboden auf.[4]
Das Hinterhaus wurde über einem beinahe quadratischen Grundriss errichtet. Es wurde ursprünglich als Stall- und Speichergebäude errichtet und weist in allen Stockwerken Platzl- und Kappengewölbe auf. Das Erdgeschoß ist eine zweischiffige Halle mit Platzlgewölbe auf gefasten Steinpfeilern.[4]
Silberzeile 3 (Lebzelterhaus)
Bei dem Haus Silberzeile 3 handelt es sich urkundlich seit 1580 um das Lebzelterhaus. Der spätmittelalterliche Kernbau weist wenig Bausubstanz aus dem 16. bis 19. Jahrhundert auf, außerdem wurde wenig nach 1809 ergänzt. An der Schaufront befindet sich ein bemerkenswertes rundbogiges Renaissancetor aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Das Portal hat profilierte Steingewände mit eingemeißelten Lebzelten. Die späthistoristische Tür stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf der Höhe des ersten Obergeschoßes befindet sich eine rundbogige Wandnische mit glockenförmiger Verdachung. In der Nische steht eine „Schwarze Madonna“, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Auf der linken Seite befindet sich seitlich eine Wappenkartusche mit Doppeladler. Über den Fenstern des zweiten Obergeschoßes befinden sich gemalte Wappen. Links ist das französische Wappen mit einer eingemauerten Kanonenkugel sowie der Jahreszahl 1809 dargestellt, auf der rechten Seite befindet sich das bairische Wappen mit der Jahreszahl 1430.[5]
Die Innenstruktur ist geprägt von Umbauten in den Jahren 1977 bis 1979. In Keller und Ergeschoß sind Reste von Tonnengewölbe erhalten. Der platzlgewölbte Flur in den Obergeschoßen entstand nach 1809.[5]
Silberzeile 4 (Weber- bzw. Kaufmannshaus)
Das Weber- bzw. Kaufmannshaus wurde 1560 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. Das spätmittelalterliche Haupthaus stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert und ist geprägt von Umbauten im 20. Jahrhundert. Die breite Front des rechteckigen Haupthauses wird nach oben hin durch einen barocken geschwungenen Giebel abgeschlossen. Die Fassade stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1970 wurde der spätmittelalterliche, halbkreisförmige Wehrturm der Äußeren Stadtmauer durch eine rezente, zweigeschoßige Hofüberbauung in den Gebäudekomplex eingebunden.[5] Von 1999 bis 2022 befand sich eine Supermarktfiliale im Erdgeschoß des Hauses.[6]
Im Inneren findet sich teilweise historische Bausubstanz in den Obergeschoßen. Im ersten Stock ist teilweise weites Tonnengewölbe aus dem 16. und 17. Jahrhundert zu finden. Das zweite Obergeschoß ist mit kleineren Flachtonnen aus dem 18. und 19. Jahrhundert gewölbt. Außerdem befindet sich im zweiten Stockwerk eine bemerkenswerte Eisentür aus dem 19. Jahrhundert. Der hohe, zweigeschoßige Dachboden weist einen zweifach stehenden Dachstuhl auf.[5]
Silberzeile 5
Das Haus wurde 1606 erstmals urkundlich genannt. Bis 1762 befand sich das Gebäude im Besitz von Bäckern. Das Haus ist ein schmales Bürgerhaus mit Giebelabschluss. Der rückwärtige Hof ist zweigeschoßig überbaut. Stadtmauerseitig steht ein zweigeschoßiger Hintertrakt mit Satteldach.[5]
Die Fassade ist schlicht gegliedert. Sie weist an den Hauskanten Putzfaschen auf und hat rund um die Fenster Stabfaschen. Das Giebelgesims ist profiliert.[5]
Silberzeile 6 (Gasthaus Sonne)
Das ehemalige Gast- und Metzgerhaus wurde 1579 erstmals urkundlich erwähnt. Das Haus ist spätmittelalterlich/renaissancezeitlich und weist eine bemerkenswerte Innenstruktur aus dem 16. Jahrhundert auf. Zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert erfolgten Adaptierungen im Haus. Das Hinterhaus an der Stadtmauer wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Das Hauptgebäude ist breit gelagert und hat eine typische „Silberzeile-Fassade“. An der Hoffront sind teilweise gekehlte Sohlbänke aus dem 16. Jahrhundert. Der Hof zwischen Hauptgebäude und Hinterhaus ist eingeschoßig überbaut.[5]
Im hinteren Hausteil ist das Erdgeschoß tonnengewölbt. Die Obergeschoße weisen bemerkenswerte kreuzgratgewölbte Flurhallen aus dem 16. Jahrhundert auf.[5]
Die Treppen im Haupthaus sind flurparallel und die Gänge schließen hofseitig in Verlängerung der Treppe an. Die Halle im ersten Obergeschoß wird im Bereich der Treppe durch eine toskanische 3/4-Säule gestützt. Der hofseitig anschließende Flur ist platzlgewölbt. Die Wölbung entstand vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Flurhalle im zweiten Stockwerk weist Stuckrippen und einen runden Schlussstein mit Rosette auf. Das Gewölbe stammt aus der späten ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die platzseitigen Stuben nehmen jeweils die gesamte Hausbreite ein. Sie haben verputzte Holzdecken über mächtigen Rüstbäumen. Der Keller ist tonnengewölbt, durch eine spitzbogige Lichtnische gelangt Tageslicht in den Keller.[7]
Silberzeile 7
Urkundliche Ersterwähnung des Hauses erfolgte 1576. Das Haus ist in Teilen spätmittelalterlich und stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das Innere ist geprägt von Neugestaltungen des 20. Jahrhunderts. Der Keller ist durch mittelalterliches Schalgewölbe gewölbt.[8]
Silberzeile 8 (Seglbäck)
Das Haus wurde im Jahr 1596 erstmals urkundlich erwähnt und wird seit 1604 als Bäckerei genutzt. Das Haus ist spätmittelalterlich und stammt aus dem 15. Jahrhundert oder der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im 17. und 18. Jahrhundert erfolgten Adaptierungen.
Das Haus ist ein in die Tiefe gestreckter Bau mit wahrscheinlich barockem geschweiftem Giebel. Die schmiedeeiserne Gittertüre mit Bäckerzeichen ist mit 1637 datiert. Die Hinterfassade zum Seilergraben ist zweigeschoßig und weist ein Schopfwalmdach über der Stadtmauer auf.
Die Decke im Erdgeschoß besteht aus zwei parallel geführten Kreuzgratgewölben, die durch Jochgrate gegliedert sind. Eines der beiden Kreuzgratgewölben überspannte den rechtsseitig gelegenen schmalen Seitenflur, der zu einer steilen geraden Treppe führt. Im ersten Obergeschoß befindet sich eine stichkappentonnengewölbte Flurhalle mit Oberlicht. Hofseitig schließt eine bedeutende gotische Halle mit Kreuzrippengewölben, die auf halbkreisförmigen Diensten ruht, an. Die Gewölberippen sind gekehlt und schließen in runden Schlusssteinen ab. Im zweiten Stockwerk befindet sich ein Seitengang mit großen spitzbogigen Wandnischen. Der Keller ist tonnengewölbt und weist gotische Portalgewände auf.[8]
Silberzeile 9
Das Haus wurde im 16. Jahrhundert urkundlich das erste Mal genannt. Das Gebäude stammt in Teilen aus dem Spätmittelalter. Der Großteil der Bausubstanz ist jedoch aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Die Obergeschoße wurden im 20. Jahrhundert markant verändert. Die zentrale Lage des Hauses in der Silberzeile wird durch einen Mittelerker betont, der aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts oder dem 17. Jahrhundert stammt. Der Erker ruht auf gebauchten Steinkonsolen. Der ehemalige Innenhof ist rezent überbaut und mit dem Hinterhaus verbunden. Die traufständige Fassade ist über der Stadtmauer zweigeschoßig.[8]
Im vorderen Bereich des Erdgeschoßes ist die Decke in Hausbreite stichkappentonnengewölbt. Das Gewölbe stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf der Seite führt eine gerade Treppe ins Obergeschoß. Der kleine Keller ist tonnengewölbt.[8]
Silberzeile 10
Die Silberzeile 10 wird 1540 das erste Mal urkundlich erwähnt. 1859 wird das Haus an den Mediziner Josef Seltenheim verkauft. Ab 1912 gehörte es der Apothekerfamilie Kyrle.
Das Gebäude ist ein spätmittelalterliches Bürgerhaus aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Zwischen dem 17. und dem 19. Jahrhundert erfolgten Adaptierungen. Die Hauptfassade mit Rundgiebel in barocken Formen stammt aus den 1920er und 1930er Jahren.
Die bemerkenswerte Innenstruktur des Hauses stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Im Erdgeschoß befindet sich ein enger, langer, tonnengewölbter Seitenflur mit Stichkappen, beziehungsweise Kreuzgratpartimenten, der zu einer geraden Treppe führt. Das im Niveau tieferliegende Geschäftslokal ist tonnengewölbt. Im ersten Obergeschoß befinden sich eine kreuzgratgewölbte Stiegenhalle sowie weitere hofseitige Räume mit Tonnengewölbe. Die platzseitigen weisen verputzte Holzdecken auf, die von einem Trambaum getragen werden. Der Keller ist tonnengewölbt. Der zweigeschoßige Dachboden ist durch eine bemerkenswerte Eisentür abgetrennt. Diese entstand wohl nach 1809. Der Dachboden fand als Kräutertrockenboden Verwendung und verfügt über eine schubladenartige Trockenanlage vom Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts.[8]
Silberzeile 11
Das Haus Silberzeile 11 wird 1527 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1649 ist im Gebäude eine Apotheke untergebracht.
Das Haus ist im Kern spätmittelalterlich und stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert mit Neuerungen ab dem 17. Jahrhundert. Das Gebäude ist ein breiter Bau mit unregelmäßiger Fensterstruktur an der Hinterfassade. Die historische Innenstruktur ist weitgehend erhalten. Ebenerdig befindet sich ein enger langer Seitenflur mit einem hohen Tonnengewölbe aus dem 16. Jahrhundert. Der Gang führt zu einer teilgewendelten, flachtonnengewölbter Treppe, die vermutlich aus dem 19. Jahrhundert stammt. Im Geschäftslokal befinden sich breite Stichkappentonnen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, der Deckenstuck wurde 1952 geschaffen. Im ersten Obergeschoß befindet sich eine typische Stiegenhalle des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts mit Tonnengewölbe. Im ebenfalls tonnengewölbten Keller befindet sich ein großformatiger Steinplattenboden. Die Böden sind zum Teil mit Solnhofnerplatten ausgelegt. Es gibt einige wenige Türen mit barocken Beschlägen.[8]
Silberzeile 12
Das Gebäude wurde im Jahr 1584 erstmalig urkundlich erwähnt. ab 1660 war es das Haus des Stadtbürgermeisters. Von 1764 bis 1855 arbeiteten Strumpfwirker und Stricker in diesem Haus.
Silberzeile 12 ist ein mächtiges, breit gelagertes Haus aus der Zeit zwischen Spätmittelalter und Renaissancezeit. Das heutige Bauwerk stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert und weist eine typische, dem Mittelalter verpflichtete Innenstruktur auf. Im Zentrum des Hauses befindet sich das Treppenhaus mit stichkappentonnen- bzw. kreuzgratgewölbten Flurhallen und seitlichen Räumen mit Tonnengewölben. Der jeweils hofseitige Raum im Erdgeschoß und im ersten Stock weisen ein weites Tonnengewölbe auf. Die platzseitigen Stuben haben verputzte Holzdecken.[9]
Silberzeile 13
Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses stammt aus dem Jahr 1575. Von 1626 bis 1767 gehörte das Gebäude einer Familie Ortner, seither ist es ein Fragner- bzw. Weinwirtshaus.
Der Bau ist spätmittelalterlich bzw. renaissancezeitlich und stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Seit dem 19. Jahrhundert fanden immer wieder Adaptierungen statt. Das Gebäude ist ein tiefgestreckter Baublock mit ebenerdig rezenter Hofüberbauung aus dem Jahr 1960. Die Hofüberbauung zieht sich bis zur Stadtmauer und zum halbkreisförmigen ehemaligen Wehrturm an der Äußeren Stadtmauer.
Das Erdgeschoß ist in zwei parallele Raumabschnitte gegliedert – rechts befindet sich der breite kreuzgratgewölbte Flur, der zu einer steilen geraden Treppe führt; links ist ein tiefgestrecktes Geschäftslokal mit breiter Stichkappentonne. Im Keller ist gotisches Schalgewölbe sowie spitz schließende Beistell- bzw. Lichtnischen.[10]
Silberzeile 14
Im 16. Jahrhundert wird an diesem Standort erstmals ein Gebäude erwähnt. Das heutige Bauwerk ist ein weitestgehender Neubau aus den Jahren 1956 bis 1958. Darunter befindet sich ein tiefer, tonnengewölbter Keller aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Der Boden ist teilweise mit Flusssteinen gepflastert.[10]
Silberzeile 15
Das Gebäude wird 1581 das erste Mal als Haus des Stadtbürgermeisters Hanns Achenschachner urkundlich erwähnt. In den Jahren 1632 bis 1857 war in dem Bauwerk der Hutmacher untergebracht.
Das spätmittelalterliche/renaissancezeitliche Haus wurde im 15. oder 16. Jahrhundert erbaut. Im 17., 18. und 19. Jahrhundert fanden Adaptierungsarbeiten statt. Die schmale Schaufront Richtung Hauptplatz wird durch einen rezenten Rundgiebel aus den 1970er Jahren abgeschlossen, der späthistoristische Fensterstuckdekor mit Rosetten und Kopfplastiken in den Sturzfeldern stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Im zweiten Obergeschoß befindet sich ein Sohlbankgesims über einem Rankfries.
Im Inneren überspannt ein Tonnengewölbe das gesamte Erdgeschoß. Im rückwärtigen Teil befindet sich eine gerade Treppe mit einem Kreuzgratkompartiment. Die Vorhäuser der Obergeschoße werden durch einen Lichtschacht belichtet. Im ersten Stockwerk befindet sich ein kreuzgratgewölbter Flur, die Platzstube hat eine alte Holzbalkendecke. Im zweiten Obergeschoß beifnden sich kleinere Tonnengewölbe. Die Keramikfliesen und die Tür mit Glasfüllung sind aus der Zeit um 1900. Der Keller hat ein Schalgewölbe aus dem Mittelalter und wurde eventuell im 15. Jahrhundert gebaut.[10]
Silberzeile 16
Das Haus Silberzeile 16 wurde 1600 erstmals urkundlich genannt. Die Bausubstanz ist spätmittelalterlich und stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Die Adaptierungen stammen vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. An der Hinterfassade befindet sich seitlich ein turmartig vorgebauter Abtritt und die Fensteraufteilung ist unregelmäßig.
Im Inneren gibt es einen schmalen Seitenflur mit einer hohen spitzbogigen Wandnische. Eine enge, an den An- und Austritten gewendelte Treppe führt zu schmalen hohen Fluren in den Obergeschoßen. Im Erd- und ersten Obergeschoß sind die hofseitigen Räume in gesamter Hausbreite tonnengewölbt. Die Stuben Richtung Hauptplat haben verputzte Holzdecken. Der Keller ist tonnengewölbt.[10]
Silberzeile 17
Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses erfolgte 1578. Von 1664 bis 1793 lebten die Kürschner in diesem Haus und von 1793 bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts die Tuchmacher.
Der Bau ist spätmittelalterlich und wurde an der Grenze vom 15. zum 16. Jahrhundert erbaut. Vermutlich wurde das Bauwerk im 18. Jahrhundert barock aufgestockt. Weitere Adaptierungarbeiten erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert.
Die Fassade zum Hauptplatz ist schmal gehalten. Die spätbiedermeierliche Fassade aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird durch einen barocken Blendgiebel bekrönt. Die Haustüre aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts weist Glas- und Gittereinsätze auf.
Im Inneren hat das Gebäude einen ebenerdigen, engen Seitenflur. Hofseitig zieht sich das Tonengewölbe über die gesamte Hausbreite. Enge, teilweise gewendelte Treppen führen zu schmalen, langgestreckten, kreuzgratgewölbten Fluren in den Obergeschoßen. Die Räume in den Obergeschoßen haben zum Teil Tonnen- und Kreuzgratgewölbe.[10]
Silberzeile 18
Die erste urkundliche Erwähnung des Hauses erfolgte 1578. Das Gebäude ist im Kern spätmittelalterlich und stammt aus dem 15. oder 16, Jahrhundert. Seit dem 17. Jahrhundert fanden mehrfach Adaptierungen statt. Die Obergeschoße sind geprägt von Umbauten im 19. und 20. Jahrhundert. Das Bauwerk ist ein schmales Eckhaus mit erneuertem Schwibbogen zum Haus Oberer Stadtplatz 20. An der freistehenden Seitenfront befindet sich ein Böschungspfeiler sowie eine unregelmäßige Fensteraufteilung.
Im Inneren befinden sich platzseitig im Erdgeschoß Reste eines Tonnengewölbes, das früher wahrscheinlich die ganze Hausbreite überspannte. Der Raum war früher durch Geschäftseinbauten getrennt. Die Treppe ist flurparallel angelegt und wird in dßen durch einen Lichtschacht mit Tageslicht versorgt. Hofseitig liegt der Erdgeschoraum niedriger im Niveau. Er ist stichkappentonnengewölbt. Das Gewölbe stammt aus dem 16 oder 17. Jahrhundert. In den platzseitigen Räumen befinden sich verputzte Holzdecken, die auf Rüstbäumen ruhen.[11]
Rezeption
Philatelie
Im Jahr 2016 wurde anlässlich des 700-jährigen Bestehens von Schärding eine Sondermarke mit dem Motiv der Silberzeile verausgabt.[12] Die Marke mit dem Wert 80 Cent wurde am 4. Juni 2016 herausgegeben.[13]
Ab 2019 fand eine Motiv der Silberzeile auf einer Dispensermarke der Österreichischen Post Verwendung. Die Marke mit dem Wert 135 Cent war Teil der 6. Dispensermarkenserie.
Die Silberzeile wurde auf einer österreichischen Briefmarken der Serie „Schönes Österreich“ aus dem Jahr 2023 verewigt. Die Marken wurden im Stil der Dispensermarken gedruckt.[14]
Film und Fernsehen
Am 25. Oktober 2025 ging die Silberzeile als oberösterreichische Kandidatin für die ORF-Fernsehshow 9 Plätze – 9 Schätze ins Rennen. Sie setzte sich im Vorfeld gegen die oberösterreichischen Kandidaten Schlögener Schlinge und das Tal der Feitelmacher durch.[15]
Literatur
- DEHIO-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Oberösterreich. Innviertel. Schärding. Silberzeile. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Anton Schroll & Co, Wien 2020, ISBN 978-3-85028-770-8, S. 1038–1042.