Silicon Saxony
als Verein organisiertes Netzwerk im Bereich der Halbleiter-, Software-, Photovoltaik-, Elektronik- und Microsystemindustrie
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Silicon Saxony ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Dresden. Er versteht sich als Netzwerk und Branchenverband der sächsischen Mikroelektronik-, Halbleiter-, Photovoltaik- und Softwarebranche. Nach eigenen Angaben verbindet Silicon Saxony mehr als 650 Mitglieder aus den Bereichen Mikroelektronik und Informations- und Kommunikationstechnik, darunter Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, öffentliche Institutionen und Start-ups.[3][4] Die Mitgliedsunternehmen und -institutionen beschäftigen nach Angaben des Vereins allein im Freistaat Sachsen mehr als 20.000 Menschen und erwirtschaften dort einen Jahresumsatz von über vier Milliarden Euro.[5] Der Verein bezeichnet sich als größtes Hightechnetzwerk Sachsens, eines der größten IKT-Cluster Deutschlands und als Europas größtes Mikroelektronik-Cluster.[6]
| Silicon Saxony (SiSax) | |
|---|---|
| Rechtsform | eingetragener Verein |
| Gründung | 19. Dezember 2000 in Dresden |
| Gründer | 20 Unternehmen/Personen auf Initiative von Frau Gitta Haupold |
| Sitz | Dresden |
| Schwerpunkt | Mikroelektronik-, Halbleiter-, Photovoltaik-, Software- und IKT-Branche |
| Vorsitz | Frank Schönefeld, Dirk Röhrborn, Raik Brettschneider, Heike Wilson, René Reichardt |
| Geschäftsführung | Frank Bösenberg |
| Beschäftigte | 26[1] |
| Mitglieder | über 650[2] |
| Website | silicon-saxony.de |
Geschichte
Mit dem Ziel, die Wirtschaftsregion Sachsen als Standort für Mikroelektronik national und international zu stärken, versteht sich der Verein als Kommunikations- und Kooperationsplattform für seine Mitglieder. Nach außen trägt der Verein maßgeblich zu einem aktiven Standortmarketing sowie zur Vernetzung der europäischen Mikroelektronik-Standorte bei.
Der Grundstein für das heutige Silicon Saxony geht auf die Forschung und Entwicklung zu hochintegrierten Schaltkreisen zu DDR-Zeiten zurück.[7] Bereits 1969 gab es eine Arbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden (AMD), aus der als Großinvestition das Zentrum für Forschung und Technologie Mikroelektronik (ZFTM) und schließlich das Forschungszentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD) hervorging. Die DDR versuchte damit unter Einsatz erheblicher Mittel, den Rückstand in der Schaltkreistechnologie gegenüber westlichen Staaten aufzuholen. Ergebnis war unter anderem ein 1-MBit-Speicherchip 1988, der jedoch nicht marktfähig wurde. Die neue Fab in Dresden-Klotzsche sowie das dort zusammengezogene Fachwissen und Kompetenz in Form eigener und importierter Ausrüstung sowie hochqualifizierten Personals in Forschung und Entwicklung führten zu einem guten Ausgangspunkt zur Ausbildung des Clusters.
Der Begriff Silicon Saxony hatte sich bereits vor der Vereinsgründung im Jahre 2000 in Anlehnung an das kalifornische Silicon Valley, den bekanntesten Halbleiter- und Computerstandort der Welt, in den Boulevardmedien und im Volksmund weithin etabliert. Mit dem Begriff kann sowohl der Branchenverband als auch die Region in Sachsen selbst gemeint sein.
Im Jahr 2008 wurde das Projekt Cool Silicon – Energy Efficiency Innovations from Silicon Saxony vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) als eines von fünf deutschen Spitzenclustern ausgewählt.[8] Das Finanzvolumen des Cool Silicon Clusters umfasst ca. 140 Millionen Euro für den Zeitraum von 2009 bis 2013. Koordinator des Vorhabens ist Thomas Mikolajick.
Eine weitere Aufwertung des Standorts erfolgte in den 2020er Jahren durch die Ansiedlung der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden. Die Fabrik ist ein Gemeinschaftsprojekt von TSMC, Bosch, Infineon und NXP und soll nach Angaben der Europäischen Kommission und Medienberichten rund zehn Milliarden Euro kosten; der Bund unterstützt das Vorhaben mit fünf Milliarden Euro. Die Produktion soll ab 2027 beginnen.[9]
Beiräte
- wissenschaftlicher Beirat
- Prof. Dr. Uwe Aßmann, Technische Universität Dresden, Fakultät Informatik
- Andreas Brüning, Fraunhofer IIS
- Prof. Dr. Hubert Lakner, Fraunhofer IPMS
- Prof. Dr. Thomas Mikolajick, NaMLab gGmbH
- Jörg Schüler, HighTech Startbahn Netzwerk e. V.
- Prof. Dr. Stefan E. Schulz, Fraunhofer ENAS
- Prof. Dr. Ehrenfried Zschech, EurASc | ACATECH
- Dr. Torsten Thieme, Deaxo GmbH
- Martin Landgraf, Fraunhofer IPMS
- Dr. Veit Appelt, A + S Consult GmbH
Wichtige Mitglieder
- Unternehmen (Auswahl)
- Advanced Mask Technology Center (AMTC)
- Applied Materials – Dresden
- ASML (ASML Germany GmbH) – Dresden[10]
- EDC Electronic Design Chemnitz GmbH – Chemnitz
- Globalfoundries – Dresden (vormals: AMD Saxony)[7]
- Infineon – Werk Dresden[7]
- NXP Semiconductors Germany (vormals: Philips Semiconductors Dresden AG)
- Renesas Electronics Germany GmbH (vormals: Zentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD))
- Robert Bosch Semiconductor Manufacturing Dresden GmbH – Werk Dresden[7]
- Siltronic – Werk Freiberg
- X-FAB Semiconductor Foundries GmbH – Werk Dresden
- Politik
- Forschung
- Technische Universität Dresden, bzw. einzelne An-Institute
- Technische Universität Bergakademie Freiberg, bzw. einzelne Institute
- Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
- Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen, Institutsteil Entwicklung Adaptiver Systeme (IIS/EAS), Dresden
- Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP), Dresden
- Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme (ENAS), Chemnitz
- Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), Bremen – Institutsteil Dresden
- Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS), Dresden
- Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS), Dresden
- Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS), Dresden
- Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP), Saarbrücken – Institutsteil Dresden
- Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM), Berlin – Außenstelle Chemnitz
- Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft)