Sinjarit

Mineral aus der Gruppe der Halogenide From Wikipedia, the free encyclopedia

Sinjarit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Halogenide. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung CaCl2·2H2O, ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Calciumchlorid. Das Mineral bildet langgestreckte oder rhombische Kristalle, sowie körnige, massive Aggregate von blass rosa Farbe.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Sinjarit
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1979-041[1]

IMA-Symbol

Snj[2]

Chemische Formel CaCl2·2H2O
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Halogenide
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

III/A.12-070

3.BB.25
09.02.05.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol Bitte ergänzen!
Gitterparameter a = 7,21 Å; c = 5,86 Å[3]
Formeleinheiten Z = 2[3]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 1,5
Dichte (g/cm3) 41,66
Spaltbarkeit gut
Farbe blass rosa
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz
Kristalloptik
Brechungsindex n = 1,540[3]
Optischer Charakter einachsig[3]
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten gut wasserlöslich
Schließen

Eigenschaften

Das Mineral ist sehr hygroskopisch und löst sich leicht in Wasser (117 g in 100 ml Wasser bei 20 °C). Sein Schmelzpunkt liegt bei 172 °C.[4]

Etymologie und Geschichte

Das Mineral wurde erstmals 1980 von Zeki A. Aljubouri und Salim M. Aldabbagh in der Typlokalität Sindschar (englisch Sinjar) in der Nähe des Dschabal Sindschar im Irak gefunden. Es ist nach dieser auch benannt.

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Sinjarit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer III/A.12-070. Dies entspricht der Klasse der „Halogenide“ und dort der Abteilung „Einfache Halogenide“, wo Sinjarit zusammen mit Antarcticit, Bischofit, Eriochalcit, Ghiarait, Hydrohalit, Nickelbischofit und Rokühnit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer III/A.12 bildet.[5]

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[6] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Sinjarit in die Klasse der „Halogenide“ und dort in die Abteilung „Einfache Halogenide mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „M : X = 1 : 2“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 3.BB.25 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Sinjarit die System- und Mineralnummer 09.02.05.01. Das entspricht der Klasse der „Halogenide“ und dort der Abteilung „Halogenide“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie und wasserhaltige Halogenide mit der Formel AX2“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 09.02.05.

Bildung und Fundorte

Sinjarit bildete sich in einem Wadi, anscheinend als Niederschlag aus Grundwasser.

Vom sehr seltenen Mineral sind nur wenige Fundorte bekannt. Neben der Typlokalität fand man Sinjarit nur noch auf der Insel Bulla im Kaspischen Meer in einem Schlammvulkan.

Kristallstruktur

Sinjarit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 7,21 Å und c = 5,86 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle.

Siehe auch

Literatur

  • Zeki A. Aljubouri und Salim M. Aldabbagh: Sinjarite, a new mineral from Iraq. In: Mineralogical Magazine. 1980, 43, S. 643–645 (pdf).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI