Skomoroch
mittelalterliche fahrende Volksunterhalter
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Die Skomorochi (russisch Скоморохи), auch Skomorochen, waren mittelalterliche fahrende Volksunterhalter,[1] die unter anderem Schauspieler, Bärenführer, Spielleute, Seiltänzer und Spaßmacher waren und Handpuppenspiele mit Petruschka aufführten. Ihre Auftritte wurden musikalisch von Dudelsäcken, Trommeln und Saiteninstrumenten (gusli, domra und Drehleiern) begleitet.
Die Skomorochi wurden erstmals im Jahr 1068 in den Chroniken der Kiewer Rus erwähnt und sind auf den Fresken der Sophienkathedrale in Kiew dargestellt, die auf das Jahr 1037 datiert werden.
Im 16. Jahrhundert wurden die Skomorochi in Städten ansässig, 1613 wurde in Moskau die Potjeschnaja Palata (etwa „Belustigungshaus“) errichtet. Die Skomorochi wurden von der Kirche und vom Staat wegen der Gottes- und Herrscherlästerung verfolgt, als Satansdiener verrufen. 1648 wurden durch einen Ukas des Zaren ihre Auftritte verboten.
- Skomorochi – russischer Volksbilderbogen (Lubok)
- Belarussische Skomorochi
- Gemälde von Franz Riss, 1857
Literatur
- Zguta Russell: Russian minstrels: A history of the Skomorokhi. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 1978