Skyranger 35

mobiles Flugabwehrsystem von Rheinmetall From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Oerlikon Skyranger 35 ist ein mobiles Flugabwehrsystem (englisch Short range air defense, SHORAD) von Rheinmetall Air Defence, das als Geschützturmsystem auf Rad- und Kettenfahrzeugen – wie dem Mowag Piranha, dem GTK Boxer, dem Pandur Evolution, dem Schützenpanzer Lynx oder auch dem Panzer Leopard 1 – integriert werden kann. Der Skyranger 35 ist ein Schwestermodell des Skyranger 30 (Oerlikon Skyranger 30).

Schnelle Fakten Allgemeine Angaben, Technische Daten ...
Skyranger 35


Flugabwehrsystem Skyranger (auf GTK Boxer)

Allgemeine Angaben
Herstellerbezeichnung Oerlikon Skyranger 35
Entwickler/Hersteller Rheinmetall Air Defense AG
Modellvarianten Skyranger 30
Skyranger 35
Waffenkategorie Flugabwehr
Mannschaft mind. 2 Personen
Technische Daten
Rohrlänge 3150 mm
Kaliber Skyranger 30: 30 × 173 mm
Skyranger 35: 35 × 228 mm
Gewicht in
Feuerstellung
Turm Skyranger 30: 1.800–2.300 kg[1]
Turm Skyranger 35: 4.250[2] kg
Kadenz Skyranger 30: 1200
Skyranger 35: 1000[3] Schuss/min
Seitenrichtbereich 360°
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Entwicklung

Das ursprüngliche Flugabwehrsystem von Rheinmetall besteht aus vier einzelnen Elementen auf vier Fahrzeugen:

  • Skyranger Search Radar Control Node (SRCN). Es hat Such- und Folgesensoren, die eine nahtlose Luft- und Bodenaufklärung ermöglichen und präzise Feuerleitdaten liefern.
  • Skyranger Gun mit einer 35 mm Oerlikon Revolver Gun im Kaliber 35 × 228 mm[4]
  • Skyranger Missile (ein Raketenwerfer beispielsweise für Stinger-Raketen)
  • Skyranger Missile (Cheetah)

Auf der Eurosatory 2018 wurde ein autonomes System auf dem GTK Boxer vorgestellt. Der Oerlikon Skyranger Boxer Mobile Air Defence System war mit einer 35-mm-Revolverkanone („Oerlikon Revolver Gun Mk3“) ausgestattet und konnte AHEAD-Munition verschießen. Im September 2021 präsentierte Rheinmetall der schweizerischen Beschaffungsbehörde Armasuisse ein Funktionsmuster der neuen Hybridlösung Skyranger 30 HEL. Neben einer 30-mm-Revolverkanone und Lenkflugkörpern verfügt das weiterentwickelte System auch über einen Hochenergielaser. Laserleistungen von 20 bis 50 kW sind in einer ersten Realisierungsphase angedacht.[5][6] Zuletzt wurde der Skyranger als Skyranger 30 mit einer Revolverkanone „KCE-ABM“ im Kaliber 30 × 173 mm und Skyranger 35 mit der KDG-Revolverkanone im Kaliber 35 × 228 mm angeboten. Beides sind mannlose Turmsysteme, die mit Flugabwehrraketen und später Hochenergielasern kombiniert werden können.[7] In dieser Konfiguration wird der Turm meist mit einem Active-Electronically-Scanned-Array-Radar ausgerüstet.[4]

Im September 2023 brachte Rheinmetall eine Version auf dem Fahrgestell des Leopard 1 ins Gespräch. Diese Skyranger-Variante sollte mit einer 35-mm-Kanone ausgerüstet werden und insbesondere die in der Ukraine erfolgreich eingesetzten Gepard ergänzen. Obwohl nur mit einem Rohr bestückt, verfügt der Skyranger über eine ähnliche Kadenz wie der mit zwei 35-mm-Maschinenkanonen ausgestattete Gepard. Der Vorteil des modernen Skyranger gegenüber dem Gepard liegt in der Verwendung der programmierbaren Airburst-Munition, die Splitterwolken erzeugt, was die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht. Im Juni 2024 präsentierte Rheinmetall bei der Waffenmesse Eurosatory zusätzlich eine Version des Systems auf Leopard 2-Wanne.[8] Im September 2024 wurde der Skyranger 35 auf Leopard-1-Basis im scharfen Schuss präsentiert. Er bekämpfte die Ziele bei dieser Demonstration erfolgreich.[9] Die Vorführungen fanden vor Vertretern aus 26 Nationen statt. Die Skyranger wird bei Rheinmetall Air Defence in Oerlikon produziert. Im März 2025 stand man kurz vor der Aufnahme der Serienproduktion.[10]

Nutzerstaaten

  • Ukraine Ukraine: Die Ukraine hat bereits Skyranger 35 auf Leopard-1-Fahrgestell in ihrem Bestand; weitere Skyranger 35 wurden Anfang Oktober 2025 bestellt. Die Finanzierung übernahm ein nicht genanntes EU-Land. Die Skyranger 35 sollen bei Rheinmetall Italia SpA hergestellt werden.[9][11]

Siehe auch

Commons: Skyranger 35 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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