Slouching Towards Bethlehem

Buch von Joan Didion From Wikipedia, the free encyclopedia

Slouching Towards Bethlehem ist eine Essaysammlung von Joan Didion. Sie erschien erstmals 1968. Die deutschsprachige Übersetzung unter dem Titel Stunde der Bestie von Eike Schönfeld erschien 1996 bei Rowohlt. Im Jahre 2022 erschien eine Neuübersetzung von Antje Rávik Strubel unter Beibehaltung des Originaltitels bei Ullstein.

Titel

Der Titel Slouching Towards Bethlehem (Bethlehemwärts schlurfen) ist dem Gedicht The Second Coming von William Butler Yeats entnommen.

Inhalt

Es handelt sich um eine Sammlung von 20 Essays, die zuerst in der Saturday Evening Post und anderen Zeitschriften in Form von Kolumnen veröffentlicht wurden. Die Texte sind in drei Themenblöcke gegliedert und liefern eine Bestandsaufnahme der US-amerikanischen Gesellschaft am Ende der 1960er Jahre.

Leben im Goldenen Land

Im ersten Teil des Buches wird am Beispiel von Lucille Miller, die bei einem Autounfall ihren Mann verlor und danach zu Unrecht wegen Mordes angeklagt worden ist, das Aufstiegsversprechen aus einem konservativen Elternhaus zur Mittelschicht infrage gestellt. Joan Didion arbeitet des Weiteren die Diskrepanz zwischen einer fundamentalistisch eingestellten ländlichen Unterschicht und einem liberalen Bildungsbürgertum, aus dem auch die Hippie-Bewegung entsteht, heraus.

Andere Beispiele sind Beobachtungen über John Wayne beim Dreh eines Westerns und von Joan Baez vor ihren Auftritten. Auch der titelgebende Essay, der den ersten Teil beschließt, handelt von einem Erlebnis, das Didion mit einem Aussteiger hatte.

Persönliches

Didion schildert die Notwendigkeit, persönliche Aufzeichnungen zu führen und deren Sinn ist vorrangig nicht die Qualität des Geschriebenen, sondern die der Dokumentation scheinbar bedeutungsloser Gedanken und Beobachtungen. Außerdem wird auch die Bedeutung der Selbstachtung angeführt, die in schwierigen Lebenserfahrungen verlorengeht. Diese Erfahrung hilft einem aber, ein realistisches Bild von sich selbst zu bekommen. Drittens nennt sie auch den Stellenwert der Moral, welche sinnvoll ist, aber auch im Extremfall zum Wahnsinn führen kann. Der letzte Punkt ist die Sorge um die eigenen Eltern und Verwandten.

Sieben Innenwelten

Es werden Erfahrungen auf Reisen nach Hawaii, Alcatraz, Newport, Guaymas in Mexiko, Los Angeles und New York erzählt. Oft verkehrt sich das anfängliche Gefühl des Fernwehs und der Neugier in Ernüchterung.

Kritik

„Joan Didion hat nie einen Hehl aus ihrer Entfremdung gemacht von der Welt, deren Veränderung und Modernisierung sie wie keine zweite Autorin ihrer Generation dokumentierte.“

Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Zeitung[1]

Literatur

Einzelnachweise

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