Smurfit Westrock
Unternehmen der Verpackungsindustrie
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Smurfit Westrock plc ist ein irisch-amerikanisches Unternehmen der Verpackungsindustrie, das am 5. Juli 2024 aus den Zusammenschluss der beiden vorherigen Unternehmen Smurfit Kappa und WestRock hervorgegangen ist.[4]
| Smurfit Westrock | |
|---|---|
| Rechtsform | plc |
| ISIN | IE00B1RR8406 |
| Gründung | 2005 (Smurfit Kappa) 2024 (Smurfit Westrock) |
| Sitz | Dublin, |
| Leitung | Irial Finan (Chairman), Anthony P. J. Smurfit (CEO)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 100.000 (2024)[2] |
| Umsatz | 32 Mrd. US-Dollar (2024)[3] |
| Branche | Verpackungsindustrie |
| Website | www.smurfitwestrock.com |
Unternehmen
Das neu geschaffene Unternehmen ist sowohl an der New Yorker als auch an der Londoner Börse gelistet. Smurfit Westrock ist in 40 Ländern tätig und kann auf das Know-how von über 100.000 Mitarbeitenden in über 500 Verpackungsbetrieben und 62 Papierfabriken zurückgreifen.[3][4] Smurfit Westrock beschäftigt in Deutschland über 5000 Mitarbeiter an über 30 Standorten. Die Deutschlandzentrale befindet sich in Hamburg.[5]
Das Unternehmen ist in den Geschäftsbereichen Verpackung, Papier, Recycling und Forstwirtschaft aktiv. Mit Stand vom August 2023 stellte Smurfit Kappa jährlich 12,3 Milliarden Quadratmeter Verpackungen aus Wellpappe und Vollpappe sowie Papier und Pappe in einem Volumen von etwa 8,4 Millionen Tonnen her. Dabei handelte es sich vornehmlich um Grafisches Papier und Verpackungspapier.[6] Smurfit Kappa arbeitete gemäß dem Stand von 2023 nach eigenen Angaben etwa 8 Millionen Tonnen Altpapier pro Jahr wieder auf. Weltweit besaß das Unternehmen mehr als 67.000 Hektar Wald.[6]
Im Juli 2024 fusionierte Smurfit Kappa mit WestRock zu Smurfit Westrock.[7]
Deutschland
- Recycling Dual, Mönchengladbach
- Smurfit Kappa Bag-in-Box® Liquiwell, Wülfrath
- Smurfit Westrock Deutschland, Head Office, Hamburg
- Smurfit Westrock Experience Centre, Hamburg
- Smurfit Westrock Experience Centre, Neuss
- Smurfit Westrock Experience Centre, Plattling
- Smurfit Westrock Experience Centre, St. Leon-Rot
- Smurfit Westrock Experience Centre, Waren
- Smurfit Westrock Herzberg Solid Board GmbH, Herzberg am Harz
- Smurfit Westrock Herzberger Solid Board, Herzberg am Harz
- Smurfit Westrock Herzberger Wellpappe, Herzberg am Harz
- Smurfit Westrock Hoya Paper, Hoya
- Smurfit Westrock Hoya Paper & Carton, Hoya
- Smurfit Westrock Hoya WWG
- Smurfit Westrock Machine Systems, Herzberg am Harz
- Smurfit Westrock Neuss GmbH, Neuss
- Smurfit Westrock Nordwell, Flensburg
- Smurfit Westrock Paper Sales Germany, Neuss
- Smurfit Westrock RapidCorr GmbH, Euskirchen
- Smurfit Westrock Recycling GmbH, Mönchengladbach
- Smurfit Westrock Recycling Hamburg
- Smurfit Westrock Recycling Mülheim
- Smurfit Westrock Recycling Zülpich
- Smurfit Westrock Service, Hamburg
- Smurfit Westrock Süd, Plattling
- Smurfit Westrock Süd, Neuburg/Donau
- Smurfit Westrock Süd, Zwiesel
- Smurfit Westrock Süd, Feucht
- Smurfit Westrock Wellpappe Nord, Lübeck
- Smurfit Westrock Wellpappe Nord, Schneverdingen
- Smurfit Westrock Wellpappe Nord, Lauenburg/Elbe
- Smurfit Westrock Wellpappe Sarstedt
- Smurfit Westrock Wellpappe Südwest, St. Leon-Rot
- Smurfit Westrock Wellpappe Südwest, Germersheim
- Smurfit Westrock Wellpappe West, Werk Brühl
- Smurfit Westrock Wellpappe West, Werk Delbrück
- Smurfit Westrock Wellpappe West, Werk Düsseldorf
- Smurfit Westrock Wellpappe West, Werk Kreuzau
- Smurfit Westrock Wellpappe West, Werk Jülich
- Smurfit Westrock Wellpappenwerk Delitzsch
- Smurfit Westrock Wellpappenwerk Waren GmbH, Waren
- Smurfit Westrock Wrexen Paper, Diemelstadt
- Smurfit Westrock Wrexen Paper & Board, Diemelstadt
- Smurfit Westrock Zedek, Münster
- Smurfit Westrock Zülpich Paper, Zülpich
- Smurfit Westrock euro-lok-Werk Heppenheim[8]
Österreich
Schweiz
Produkte
Die Produkte von Smurfit Westrock werden in der Lebensmittel- und Getränkebranche, für Gebrauchs- und Industriegüter sowie in der Papier- und Verpackungsbranche eingesetzt. Die Produkte sind den Bereichen Verpackungen, Papier für Wellpappe, Papier, Karton und Bögen, Recycling, Verpackungsmaschinen und Forstprodukte zugeordnet.[11]
Initiative Better Planet Packaging
2019 hat Smurfit Westrock die Initiative „Better Planet Packaging“ ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist es, umweltfreundliche Alternativen zur bisherigen Verpackungspraxis zu finden, mit der Verbraucher, Handel und Hersteller leben können. Das Unternehmen schaut sich dazu die gesamte Logistikkette von der Herstellung bis zum Kunden an. Durch optimierte Verpackungsprozesse und einer Effizienzsteigerung entlang der Logistikkette kann ein großer Anteil an Plastikmüll eingespart werden.[12]
European Green Deal
Smurfit Westrock will die Ziele des European Green Deal vor 2050 erreichen. Der Weg zu klimakonformen Verpackungen soll auf dreifache Weise erreicht werden: (1) Verpackungen müssen größenoptimiert sein: Problematische und unnötige Verpackungen sind zu vermeiden. (2) Verpackungen müssen recyclebar sein: Smurfit Kappa hat hierfür das Unternehmen Recycling Dual gegründet. Bei Verpackungen aus Papier kann der Kreislaufvorgang mindestens 25-mal wiederholt werden, bevor die Verpackungen aus recycelten Materialien nicht mehr aufbereitet werden können. (3) Verpackungen müssen unter natürlichen Bedingungen biologisch abbaubar sein, wenn sie in die Umwelt gelangen sollten: Die Verwendung erneuerbarer Rohstoffe und die Gewährleistung biologisch abbaubarer Verpackungen bedeutet, innerhalb von sechs Monaten mehr als 90 Prozent des ursprünglichen Verpackungsmaterials durch biologische Prozesse in CO2, Wasser und Mineralien umwandeln zu können.[13]
Im Zusammenhang mit dem European Green Deal begrüßte Smurfit Kappa im November 2023, dass das EU-Parlament über die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) als Teil der Ziele des Green Deal abgestimmt hat. Laut Saverio Mayer, CEO von Smurfit Kappa Europe, sei dies ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft, der zu einer deutlichen Reduzierung der nicht recycelten Verpackungsabfälle führt. Das Parlament habe anerkannt, dass sich die Wiederverwendung und das Recycling von Verpackungen gegenseitig ergänzen.[14]
Kritik
In Kolumbien kämpft die indigene Bevölkerung des Cauca gegen die Zerstörung gewachsener Wälder, gegen Monokultur-Forstwirtschaft und absinkendes Grundwasser. Für all dies machen sie Smurfit Kappa Cartón de Colombia verantwortlich.[15]
Im Juli 2022 richteten drei UN-Sonderberichterstatter – die Sonderberichterstatterin zur Lage von Menschenrechtsverteidigern, die Arbeitsgruppe zu Wirtschaft und Menschenrechten sowie der Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker – ein gemeinsames Schreiben an Smurfit Kappa. Darin äußerten sie Besorgnis über mutmaßliche Morddrohungen und Einschüchterungen gegen den Menschenrechtsaktivisten Pedro José Velasco Tumiña sowie über behauptete menschenrechtliche und ökologische Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit im Departamento Cauca.[16]
Smurfit Kappa weist die Vorwürfe umfangreich zurück. Das Unternehmen gibt an, die Flächen in Cajibío vor rund 52 Jahren rechtmäßig erworben zu haben; vor dem Erwerb habe dort keine indigene Gemeinschaft gesiedelt, und die Forstgebiete lägen außerhalb anerkannter indigener Reservate. Die kolumbianischen Forstflächen seien seit 2003 FSC-zertifiziert. Im Juli 2021 hätten mutmaßliche Misak-Vertreter Waldflächen abgeholzt und in Brand gesetzt.[17][18]
Am 9. November 2022 wurde der indigene Kokonuko-Aktivist und Angehörige der indigenen Gemeinschaftswache Juvencio Cerquera Manquillo von einem Sicherheitsmitarbeiter der von Smurfit Kappa beauftragten Firma Fortox in Sotará erschossen. Die Verteidigung beruft sich auf Notwehr, Anklage ist bislang nicht erhoben worden.[19] Nach Berichten der lokalen Zeitung Proclama del Cauca drangen vermummte Angreifer in ein Protestlager ein und eröffneten das Feuer;[20] acht weitere Personen wurden verletzt, darunter ein Mitarbeiter von Smurfit Kappa.[21] Smurfit Kappa beantwortete Folgefragen zu dem Todesfall nicht.[22]
