Sofie Boiten

niederländische Dramaturgin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Sofie Boiten (* 1998 in Utrecht) ist eine niederländische Dramaturgin und Autorin, die in den Niederlanden und in Deutschland arbeitet.[1] Sie wurde im deutschsprachigen Raum insbesondere durch die gemeinsam mit Lorenz Nolting entwickelte Sophokles-Überschreibung Elektra – 750 PS Vergangenheitsüberwältigung am Münchner Volkstheater bekannt.[2]

Leben

Boiten studierte Theaterwissenschaft an der Universität von Amsterdam und Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig.[1] Während ihres Studiums betreute sie Abschlussprojekte der Theaterschule Amsterdam und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und war am Theaterhaus Jena sowie am Thalia Theater Hamburg tätig.[1] Als freie Dramaturgin arbeitete sie am Noord Nederlands Toneel (Groningen), am Jungen Schauspielhaus Hamburg und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.[1]

Wirken

In Elektra – 750 PS Vergangenheitsüberwältigung wird der Atriden-Mythos auf die deutsche Gegenwart übertragen und mit der NS-Vergangenheit der BMW/Quandt-Dynastie verknüpft.[2] Die Produktion wurde am 26. Februar 2026 am Münchner Volkstheater (Bühne 2) uraufgeführt und als Überschreibung von Sophokles ausgewiesen.[3] Die Inszenierung bedient zwischen Kalauer, actionhaftem Trash und stillen Reflexionsmomenten unterschiedliche Register zugleich.[4] Sophokles wird auf der Bühne mit der Geschichte der Familie Quandt überschrieben.[5] Für das Theater Osnabrück war Boiten als Dramaturgin des geplanten Saisonauftakts Ödipus Exzellenz vorgesehen, der sexualisierte Gewalt und deren Vertuschung in der katholischen Kirche thematisieren sollte.[6] Die Produktion wurde jedoch vor der Premiere wegen einer geplanten Darstellung eines katholischen Gottesdienstes auf der Bühne abgesetzt.[7] Die Debatte um die Absetzung wurde in der Diskussionsveranstaltung Wie frei ist die Kunst? (2025) aufgegriffen.[8] Am Deutschen Theater Berlin entwickelte sie gemeinsam mit Lorenz Nolting das Stück P*RN, das mit einem jugendlichen Ensemble pornografische Bilderwelten und Tabus zwischen Wirklichkeit und Fiktion betrachtet.[9]

Einzelnachweise

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