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Soflusa

portugiesische Reederei From Wikipedia, the free encyclopedia

Soflusa (Sociedade Fluvial de Transportes SA) war eine portugiesische Reederei, die von 1993 bis 2023 bestand und im Großraum Lissabon Fährlinien zwischen dem Nord- und dem Südufer des Tejo betrieb. 2023 wurde sie in die Muttergesellschaft Transtejo integriert.

Gebäude des Terminals Terreiro do Paço (2021)
Wartehalle des Terminals (2021)
Schnelle Fakten
Soflusa
Rechtsform Sociedade Anónima
Gründung 1993
Auflösung 2023
Auflösungsgrund Integration in Transtejo
Sitz Lissabon
Branche Schifffahrt, Nahverkehr
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Geschichte

Vorgeschichte

Nach der Nelkenrevolution 1974 verstaatlichte die portugiesische Regierung weite Teile der Wirtschaft, darunter auch die Fährverbindungen über den Tejo. Die fünf in Lissabon tätigen Fahrunternehmen wurden 1975 zur Reederei Transtejo verschmolzen. Ausgenommen davon waren lediglich die Fährverbindung der staatlichen Eisenbahngesellschaft Caminhos-de-ferro portugueses, CP, die betrieblich als Teil der Linha do Sul galt. Bedient wurde von dieser die Verbindung zwischen dem Lissabonner Fährterminal Terreiro do Paço und dem Bahnhof Barreiro.[1]

Gründung

1993 gliederte die Eisenbahngesellschaft CP den Fährbetrieb in die eigens gegründete Tochtergesellschaft Soflusa aus. Bis 1998 trugen die Schiffe die Hauptlast des CP-Verkehrs zwischen dem Nord- und Südufer des Tejo. Ein Jahr später, 1999, wurde die neue Eisenbahnverbindung über die Ponte 25 de Abril (Linha do Sul) eingeweiht, seitdem fahren alle Fern-, Regional- und Nahverkehrszüge in Richtung Süden über die Brücke. Die Schiffsverbindung verlor massiv an Bedeutung, ebenso der Bahnhof Barreiro wie auch die Linha do Alentejo bis Pinhal Novo.[2][1]

2001 kaufte die konkurrierende Fährgesellschaft Transtejo die Soflusa auf. Soflusa blieb rechtlich ein eigenständiges Unternehmen, das unter der gemeinsamen Leitung von Transtejo und Soflusa stand. Seitdem firmieren sie als Unternehmensgruppe TTSL (Transtejo Soflusa). Die Direktoren der Soflusa wurden Vorstandsmitglieder bei Transtejo. Seit der Übernahme besitzt der „Schiffsbahnhof“ auch keine eisenbahnrechtliche Verbindung mehr mit dem portugiesischen Eisenbahnnetz. Es verblieb eine Verkaufsstelle der Comboios de Portugal im Bahnhof.[3][1]

Betrieb

Im Besitz der Transtejo änderte sich der Fährverkehr nicht: Unter der Leitung von Transtejo stimmten die beiden Betreiber ihre Routen, Fahrpläne und Preise aufeinander ab. Der Betrieb auf der bestehenden Fährverbindung blieb unverändert und die Fähren von Soflusa verkehrten weiterhin ausschließlich zwischen Barreiro und Terreiro do Paço. Die Schiffe der Soflusa kamen nicht auf den anderen von Transtejo betriebenen Verbindungen (zwischen Lissabon und den Gemeinden Montijo, Seixal, Almada, Cacilhas, Porto Brandão und Trafaria) zum Einsatz.[4][1]

Die Flotte von Soflusa wurde in den Folgejahren sukzessive modernisiert: Die zu diesem Zeitpunkt eingesetzten zehn Schiffen (Alentejo, Algarve, Augusto Gil, Gil Vicente, Lagos, Martim Moniz, Minho, S. Jorge, Tras-os-Montes und Tunes) wurden durch Katamarane ab 2023 ersetzt, die auf der Damen-Werft in Singapur gebaut wurden. Die Schnellboote werden nur langsam eingeführt und kamen anfangs lediglich in verkehrsschwächeren Zeiten zum Einsatz. Bedient wurde die Route im 15-Minuten-Takt, zum Teil ergänzt durch Schnellverbindungen mit den Katamaranen.[2][5]

Katamaran Almeida Garrett am Lissaboner Fährterminal Fluvial do Terreiro do Paço (2024)

Nach der vollständigen Auslieferung aller Katamarane wurden die älteren Schiffe verkauft. Bis zur Auflösung der Reederei 2023 bestand die Soflusa-Flotte unverändert aus diesen acht Katamaranen auf der Verbindung Barreiro – Terreiro do Paço (Fähren Almeida Garrett, Antero de Quental, Damião de Goes, Fernando Namora, Fernando Pessoa, Gil Vicente, Jorge de Sena und Miguel Torga) Im äußeren Erscheinungsbild unterschieden sich die Fähren der Solflusa von den orange-weißen Booten der Transtejo ursprünglich durch ihre blau-weiße Lackierung.[6]

In der öffentlichen Wahrnehmung verschwommen die Grenzen zwischen den beiden Unternehmen aufgrund des gemeinsamen Auftritts. Eine differenzierte Einzelbetrachtung des Unternehmens erfolgte nach außen nicht mehr.[1]

Im Jahr 2023 geriet die Mutterfirma Transtejo im Zusammenhang mit der Bestellung von Elektrofähren und nachträglichen Ausschreibung der erforderlichen Batterien in die Kritik. Als Reaktion veranlasste der Staat als dessen Mehrheitsaktionär Einsparungen und ordnete die Fusion von Transtejo mit Soflusa an.[1] Dabei sollten die beiden Reedereien nicht als jeweils eigenständige Unternehmen fusionieren, sondern Soflusa aufgelöst und anschließend Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Mitarbeiter in Transtejo integriert werden sollte.[7]

Literatur

Einzelnachweise

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