Sokotrasperling

Art der Gattung Passer From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Sokotrasperling (Passer insularis) ist eine Singvogelart aus der Familie der Sperlinge. Die Art wurde ehemals als Unterart des Rostsperlings (Passer motitensis) angesehen. Als Ergebnis von morphologischen Untersuchungen wurde ihr 2008 der Status einer eigenständigen Art zuerkannt.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Sokotrasperling

Sokotrasperling (Passer insularis)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Sperlinge (Passeridae)
Gattung: Passer
Art: Sokotrasperling
Wissenschaftlicher Name
Passer insularis
Sclater & Hartlaub, 1881
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Merkmale

Sokotrasperlinge erreichen eine Körperlänge von 13 bis 14 Zentimetern und ein Gewicht von 20 bis 35 Gramm.[2] Das Männchen hat eine graue Kopfplatte und einen markanten schwarzen Zügel sowie einen breiten, rotbraunen Überaugenstreif, der bis zum Hals reicht. Die Wangen sind weißlich, der graue Rücken schwärzlich gestreift, die Schulterfedern sind kastanienbraun, die mittleren Flügeldecken haben weiße Spitzen. Der Schwanz ist dunkelbraun, die äußeren Federn sind heller gesäumt. Kinn und Kehle bis zur oberen Brust sind schwarz. Das Weibchen ist etwas kleiner als das Männchen und unterscheidet sich durch einen eintönigen Braunton mit hellgrauer Oberseite, dunklen Streifen auf dem Rücken, einer hellgrauen Kehle und einen beigefarbenen Überaugenstreif. Die Iris ist bei beiden Geschlechtern dunkelbraun, der Schnabel schwarz, Beine und Füße sind grau.

Verbreitung und Lebensraum

Der Sokotrasperling kommt endemisch auf den zum Sokotraarchipel gehörenden Inseln Sokotra, Samhah und Darsah im Jemen vor. Der Lebensraum der Sperlinge sind halbtrockenes Buschland, trockene Kalkstein- sowie lichte Waldgebiete und Palmenhaine in der Nähe menschlicher Siedlungen. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresniveau bis in Lagen von 1500 Metern.

Lebensweise

Sokotrasperlinge sind oft in Gruppen von 30 bis 50 Individuen anzutreffen, es wurden auch schon größere Gruppen von bis zu 230 Vögeln beobachtet. Zuweilen vergesellschaften sie sich mit anderen Singvögeln. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Samen von Gräsern und kleinen Pflanzen. Getreide wird auf den Inseln, auf denen sie leben, nicht angebaut. Einige Getreidesamen stehen möglicherweise als Futter für Haustiere zur Verfügung. Ihren Wasserbedarf decken sie wahrscheinlich aus Pflanzen, zuweilen werden auch für Kamele bereitgestellte Wasserstellen angenommen.[2]

Die Brutsaison dauert normalerweise von November bis Juni. Der Gesang ist ab Ende Oktober zu hören, die Paarung findet im Februar und März statt. Der Nestbau erfolgt zwischen Ende November und Ende März. Jungvögel sind besonders ab Februar zu sehen. Es werden zwei Bruten im Jahr angelegt. Die Vögel brüten in Kolonien von bis zu zehn Paaren, gelegentlich auch einzeln. Das Nest wird von beiden Geschlechtern gebaut und ist ein vergleichsweise großes und unordentliches Gebilde aus abgestorbenem Gras. Es wird mit Federn oder feinen Gräsern ausgekleidet und in Felshöhlen, Häusern oder Bäumen, zuweilen auch offen in den Zweigen dorniger Bäume von bis zu vier Metern über dem Erdboden angelegt. Das Gelege umfasst in der Regel drei Eier.[2]

Bestand und Gefährdung

Der Sokotrasperling ist in seinen Vorkommensgebieten nicht selten und wird demzufolge von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „least concern = nicht gefährdet“ geführt.[3] Zuweilen auftretende Stürme können jedoch die Brutlebensräume der Art erheblich schädigen.[2]

Literatur

  • Summers-Smith, D. & G. M. Kirwan: Socotra Sparrow (Passer insularis), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020

Einzelnachweise

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