Solinger Tageblatt

deutsche Tageszeitung From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Solinger Tageblatt (kurz ST) ist die älteste Solinger Tageszeitung und eine der ältesten Deutschlands. Sie erscheint im Verlag Bernhard Boll und hat mit einer verkauften Auflage von 13.293 Exemplaren, einem Minus von 55,4 Prozent seit 1998,[1] die größte Auflage aller in Solingen erscheinenden Zeitungen.

Schnelle Fakten
Solinger Tageblatt
Schriftzug
Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag B. Boll, Verlag des Solinger Tageblattes
GmbH & Co. KG
Erstausgabe 1. Juli 1809
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage 13.293 Exemplare
(IVW 4/2025, Mo–Sa)
Chefredakteurin Kerstin Neuser
Geschäftsführer Michael Boll, Bernhard Boll
Weblink www.solinger-tageblatt.de
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Verlag B. Boll, Solinger Tageblatt

Das ST war lange Zeit eine der letzten Nachmittagszeitungen in Deutschland, bevor auch sie auf Morgenauslieferung umgestellt wurde.

Geschichte

Am 1. Juli 1809 erschien der Verkündiger, „eine Wochenschrift zur Unterhaltung und Belehrung“ einmal wöchentlich mit einer Erstauflage von 45 Stück. Herausgeber und zugleich Chefredakteur war der Buchdrucker Carl Siebel. 1822 wurde das Blatt in Solinger Wochenblatt umbenannt und 1825 betrug dessen Auflage schon rund 250 Exemplare. Seit dem Jahre 1834 nannte sich das Blatt Solinger Kreis-Intelligenzblatt und hieß so bis 1912.

Carl Siebel übertrug 1855 das Unternehmen seinem Schwiegersohn N. D. Hoffmann, und von diesem ging es 1867 auf B. Boll über, dessen Familie es noch heute besitzt. Mit dem 1. Oktober 1888 wurde das Blatt zur Tageszeitung.

Am 1. Oktober 1912 erfolgte eine neuerliche Umbenennung in Solinger Tageblatt. Der Verlag blieb der gleiche. Die Spaltenzahl wurde von 5 auf 3 reduziert (heute sind es 6), der Maschinensatz eingeführt. Doch Bilder waren immer noch nicht möglich in der Kürze der Zeit, die die Herstellung einer Tageszeitung erfordert.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges musste das Solinger Tageblatt, wie alle deutschen Zeitungen, sein Erscheinen zunächst einstellen, doch von Dezember 1949 an durfte es wieder erscheinen. Da das Verlags- und Druckgebäude dem Krieg zum Opfer gefallen war, ging der Verleger eine Redaktionsgemeinschaft mit dem damaligen General-Anzeiger der Stadt Wuppertal und dem Remscheider General-Anzeiger ein, die Arbeitsgemeinschaft Bergischer Zeitungen. Die Redaktion in Solingen ist daher seitdem keine Vollredaktion, sondern produziert lediglich den Lokalteil. Der Mantel wurde von der Hauptredaktion der Westdeutschen Zeitung (WZ) aus Wuppertal bezogen.

2007 führte das Solinger Tageblatt zusammen mit der WZ und dem RGA ein neues Layout ein. Seit dem 1. Januar 2009 sind alle Seiten im Solinger Tageblatt vollfarbig.

Zum Ende des Jahres 2011 erwarb der Verlag des Solinger Tageblatts alle Titel- und Verlagsrechte des Remscheider General-Anzeigers (RGA) mit seinen Kopfausgaben Wermelskirchener General-Anzeiger, Hückeswagener Stadtanzeiger und Radevormwalder Zeitung von der J. F. Ziegler KG Druckerei und Verlag.[2] Gemeinsamer Chefredakteur und Verlagsleiter war Stefan M. Kob.

Seit 2023 kooperiert die Zeitung eng mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, das die überregionalen Inhalte für die Zeitung und das Onlineportal liefert. Im Juni 2025 übernahm Kerstin Neuser mit zwei Stellvertretern die gemeinsame Chefredaktion des Solinger Tageblatts und des RGA.[3]

Weitere Aktivitäten und Beteiligungen

Seit 2006 betreibt der Verlag des Solinger Tageblatts gemeinsam mit weiteren Zeitungsverlagen das regionale Online-Anzeigenportal kalaydo.de.

Der Verlag gibt neben dem Solinger Tageblatt die Anzeigenblätter Das Solinger und Bergischer Anzeiger (seit 2011, davor beim Ziegler Verlag) sowie das Magazin Engelbert (seit 2011) heraus.[4][5][6]

Der familiengeführte B. Boll Verlag des Solinger Tageblattes GmbH & Co. KG ist zudem Eigentümer des Haaner Treff, eines Anzeigenblatts und Onlineportals in der Nachbarstadt Haan. Außerdem besitzt er die Mehrheit der Remscheider Medienhaus GmbH & Co. KG (RGA) und von Radio RSG.[7]

Auflage

Das Solinger Tageblatt hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 4,6 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 5,4 % abgenommen.[8] Sie beträgt gegenwärtig 13.293 Exemplare.[9] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 84,1 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[10]
1998199920002001200220032004200520062007200820092010201120122013201420152016201720182019202020212022202320242025
29.778 29.670 29.393 29.219 28.817 28.241 27.459 26.932 26.477 26.173 25.781 25.135 24.829 24.196 23.416 22.615 21.709 21.247 20.338 19.495 18.748 17.878 17.407 16.799 15.866 15.041 14.053 13.293

Einzelnachweise

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