Solriamfetol

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Solriamfetol ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung von übermäßiger Schläfrigkeit im Zusammenhang mit Narkolepsie und Schlafapnoe eingesetzt wird.[2][3][4] Es wird oral eingenommen.[2]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Solriamfetol
Allgemeines
Name Solriamfetol
Andere Namen

(R)-2-Amino-3-phenylpropylcarbamat

Summenformel C10H14N2O2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 178429-62-4
PubChem 10130337
ChemSpider 8305853
DrugBank DB14754
Wikidata Q39059979
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N06BA14

Eigenschaften
Molare Masse 194,2 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen waren Kopfschmerz (11,1 %), Übelkeit (6,6 %) und verminderter Appetit (6,8 %).[5] Es handelt sich um einen Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer (NDRI). Solriamfetol wird synthetisch ausgehend von Phenylalanin hergestellt.[6]

Eigenschaften

Der genaue pharmakologische Wirkungsmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt. Die Wirksamkeit könnte durch die Aktivität als Dopamin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer begründet sein. In vitro wurde eine Affinität für den Dopamin-Transporter (DAT) und für den Noradrenalin-Transporter (NET) gefunden sowie eine Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin. Keinen relevanten Einfluss hatte der Wirkstoff am Serotonin-Transporter (SERT) und auf die Wiederaufnahme von Serotonin. Die Untersuchungen wurden an klonierten humanen DAT, NET und SERT durchgeführt.[7]

Affinität und Potenz von Solriamfetol in vitro[2][7]
Transporteraffinität DAT NET SERT
Inhibierungskonstante Ki 6,3 µM
14,2 µM #
3,7 µM
> 10 μM #
81,5 µM
Wiederaufnahmehemmung Dopamin Noradrenalin Serotonin
Mittlere inhibitorische Konzentration IC50 2,9 µM
6,4 μM #
4,4 μM > 100 μM
# 
replizierte Werte

Pharmazeutisch wird Solriamfetol in Form seines Salzsäuresalzes, dem Solriamfetolhydrochlorid,[S 1] eingesetzt. Solriamfetolhydrochlorid ist ein weißes bis off-weißes kristallines Pulver und im Wässrigen bei physiologischen pH-Werten leicht löslich.[7]

Entwicklung und Zulassung

Solriamfetol wurde von der SK Biopharmaceuticals Co., Ltd., einer Tochtergesellschaft der koreanischen SK Group, entwickelt, welche die Rechte im Jahr 2011 außerhalb von 11 Ländern Asiens zunächst an die Aerial BioPharma LLC. auslizenzierte.[8] Aerial BioPharma führte zwei klinische Phase-II-Studien mit dem Wirkstoff bei Patienten mit der Erkrankung Narkolepsie durch,[9] bevor Aerial BioPharma die Lizenz 2014 an das irische biopharmazeutische Unternehmen Jazz Pharmaceuticals plc., das 397 Millionen US-Dollar geboten hatte, weiterverkaufte.[10]

Im Jahr 2019 wurde Solriamfetol, dem 2012 der Orphan-Drug-Status gewährt worden war,[11] in den USA zugelassen, um die Wachheit bei Erwachsenen mit Narkolepsie oder obstruktiver Schlafapnoe (OSA) zu verbessern.[12] Die Zulassung durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) basiert auf den Daten aus fünf klinischen Studien[13][14][15][16][17] an 622 Patienten mit Narkolepsie oder obstruktiver Schlafapnoe.[18] Die Studien wurden in Kanada, Europa und den Vereinigten Staaten durchgeführt.

Die Europäische Kommission hat Solriamfetol im Januar 2020 zur Verbesserung der Wachheit und zur Reduktion übermäßiger Schläfrigkeit während des Tages bei erwachsenen Patienten mit Narkolepsie – mit oder ohne Kataplexie – zugelassen.[19]

Im Jahr 2022 erwarb das biopharmazeutische Unternehmen Axsome Therapeutics von Jazz Pharmaceuticals die Rechte an Sunosi. Es lizenzierte 2023 die Vermarktung in Europa an Atnahs Pharma.[20]

Namen und Handelsname

Während der Entwicklung wurde Solriamfetol als SKL-N05, ADX-N05, ARL-N05 und JZP-110 bezeichnet.[21] Solriamfetol wird als Medikament unter dem Handelsnamen Sunosi vermarktet.

  • Solriamfetol. In: Drug Information Portal. U.S. National Library of Medicine; (englisch).
  • Sunosi (Solriamfetol) auf der Website der Europäischen Arzneimittelagentur

Einzelnachweise

Anmerkungen

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