Sophie Piper

schwedische Adelige From Wikipedia, the free encyclopedia

Eva Sophie Piper geborene von Fersen (* 30. März 1757; † 2. Februar 1816 auf Schloss Löfstad) war eine schwedische Adelige.

Porträt von Sophie Piper, gemalt vom Chevalier de Chateaubourg[1]

Leben

Sophie war die jüngere Tochter des Landmarschalls Fredrik Axel von Fersen und dessen Frau Hedvig Katarina (geborene De la Gardie). Hans Axel von Fersen war ihr Bruder.

Sie galt als eine der Schönheiten am Hof Gustavs III. von Schweden und bekam 1774 einen Heiratsantrag von Herzog Fredrik Adolf, dem jüngeren Bruder des Königs. Ihr Vater sprach sich, trotz ihrer eigenen Zuneigung zum Prinzen, gegen diese Verbindung aus. 1777 heiratete sie den gehörlosen Kammerherrn Adolf Ludwig Piper (1750–1795). 1786 wurde die Gräfin Piper Hofmeisterin von Hedwig von Schleswig-Holstein-Gottorf, der Ehefrau des Herzogs von Södermanland und späteren Königs Karl XIII.

Die Herzogin bezeichnete die zwei Jahre ältere Piper in ihrem „Tagebuch“[2] (schwedisch dagbok, eine Sammlung von Korrespondenzen) als die einzige Freundin, die sie jemals hatte. Sie verfasste 1816 eigens eine Biografie über sie. Die hübsche Gräfin sah sich in der höfischen Gesellschaft vielen Verleumdungen ausgesetzt. Nach dem Tod ihres Mannes machte sie ihre heimliche Beziehung zu Baron Evert Taube öffentlich und begleitete ihn 1798 auf seiner Reise nach Deutschland. Als Taube 1799 in Karlsbad starb und Piper nach seinem Testament sein Anwesen erbte, wurde sie verdächtigt ihn vergiftet zu haben.

Piper war darüber hinaus eine enge Vertraute ihres Bruders Axel, der im deutschen Sprachraum als Favorit und möglicher Liebhaber der französischen Königin Marie Antoinette bekannt ist.[3] Der Briefwechsel zwischen Axel und Sophie gibt zahlreiche Hinweise auf die Beziehung Axel von Fersens zu Marie Antoinette. Aus Gründen der Vorsicht wird Marie Antoinette nicht namentlich genannt, sondern entweder als „Elle“ (Sie) oder als „Josephine“ bezeichnet. 1801 übernahm sie die Leitung seines Hauses.

Gustaf IV. Adolf hegte eine Abneigung gegen diese Familie und hielt besonders die Gräfin für „gefährlich“. Es kursierten Gerüchte, dass das Leben des Thronfolgers Karl August bedroht sei. Nach dessen plötzlichen Tod 1810 wurde sogleich vermutet, Gräfin Piper oder ihr Bruder hätten ihn vergiftet. Als ihr Bruder im Anschluss an den Trauerzug des Prinzen, den er als Reichsmarschall angeführt hatte, am 20. Juni 1810 von einem aufgebrachten Mob auf offener Straße ermordet wurde, beschloss Piper, die Stadt als Milchverkäuferin verkleidet zu verlassen.[4] Sie verbrachte ihre letzten Lebensjahre auf dem Familiensitz Schloss Löfstad in der Nähe von Norrköping, wo sie einen englischen Garten anlegen ließ.

Familie

Aus ihrer Ehe mit Adolf Ludwig Piper gingen mehrere Kinder hervor:[5]

  • Axel Adolf Piper 1778–1827
  • Sophie Ulrika Piper 23. Juni 1779–1848, verheiratete Cederström
  • Hedvig Eleonora Piper 23. Juni 1779–1779
  • Charlotta Christina Piper 20. März 1783 bis 25. Juni 1798
  • Carl Fredrik Piper 1785–1859

Piper hatte noch weitere Geschwister

  • Hedvig Eleonora von Fersen, verheiratete von Klinckowström
  • Fabian von Fersen

Literatur

  • VI. Egenhändigt bref från dåvarande hertiginnan af Södermanland, sedermera Drottning Hedvig Elisabeth Charlotte, till fru grefvinnan Sophie Piper född v. Fersen; dateradt den 22–25 Juli 1782. In: Riksrådet och Fältmarskalken m. m. Grefve Fredrik Axel von Fersens Historiska Skrifter. Teil 5, 3. Abteilung: Större och mindre tilldragelser under konung Gustaf III:s regering. Norstedt & söner, Stockholm 1870, S. 263–271 (schwedisch, runeberg.org – Brief der Hedvig Elisabeth Charlotte an Gräfin Sophie Piper geborene von Fersen).
  • 7. Piper, Eva Sofia, född von Fersen. In: Herman Hofberg, Frithiof Heurlin, Viktor Millqvist, Olof Rubenson (Hrsg.): Svenskt biografiskt handlexikon. 2. Auflage. Band 2: L–Z, samt Supplement. Albert Bonniers Verlag, Stockholm 1906, S. 288–289 (schwedisch, runeberg.org).
  • Piper, 3. Eva Sofia P. In: Theodor Westrin, Ruben Gustafsson Berg (Hrsg.): Nordisk familjebok konversationslexikon och realencyklopedi. 2. Auflage. Band 21: Papua–Posselt. Nordisk familjeboks förlag, Stockholm 1915, Sp. 918–919 (schwedisch, runeberg.org).
  • Bengt Hildebrand: Eva Sophie Fersen, von (g. Piper). In: Svenskt biografiskt lexikon. Band 15, 1956, S. 750 (sok.riksarkivet.se).
  • Charlotte Bellamy, My Hellsing: Ma chère amie, Billets de la duchesse Charlotte de Sudermanie à Sophie de Fersen (= Le temps retrouvé). Mercure de France, Paris 2018, ISBN 978-2-7152-4732-1 (französisch).
Commons: Sophie Piper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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