Sornow

ehemaliges Vorwerk in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Sornow war ein Vorwerk mit einer Schäferei, die dem Gut Dahmetal zugeordnet war. Es wurde 1928 mit der Gemeinde Görsdorf vereinigt und war dort bis 1950 ein Wohnplatz.[1]

Geografische Lage

Die genaue Lage des mittelalterlichen Dorfes ist unbekannt. Das Vorwerk und die Schäferei auf der wüsten Feldmark ist seit dem 18. und 19. Jahrhundert kartografisch belegt, unter anderem auf der Schulenburgschen Karte von 1778/1786, im Urmesstischblatt 2321 Dahme von 1847 sowie im Messtischblatt 2321 Dahme von 1902/21.[1]

Geschichte und Etymologie

Erstmals erwähnt wurde Sornow 1446 in der Form von j Serneschen hufen zu Czagelstorff, 1472 als Sernowschen hufen. 1546 sind 14 Sernische huffen bei Gerstorff gelegen bezeugt, ebenso die Bezeichnung Sornische Mark. 1579 erscheint die Form Serno/Scharnowe, 1816 die wüste Mark Sornow, und 1861 schließlich Sornow in der Ortschaftsstatistik. Der Name stammt aus dem Slawischen ab und bedeutet so viel wie „Siedlung bei einer Wassermühle“.[2]

Grundherrlich ist für die Zeit bis nach 1572 bezeugt, dass die Kirche zu Wildau über 14 Hufen und wohl die gesamte wüste Feldmark verfügte; dieser Besitz wurde später von den Herren von Schlieben an das Gut Görsdorf gezogen und damit usurpiert. Zwischen 1446 und 1472 besaß die Familie Schütz zu Dahme eine Geldhebung aus einer Hufe zu Sornow. Bereits 1446 war Sornow wüst und wurde von Zagelsdorf genutzt. In den Jahren 1546 und 1572 bestanden 14 Hufen auf der Wüstung, die von Görsdorf bewirtschaftet wurden. 1722 befand sich eine Herrenschäferei in Sornow. Zwischen 1765 und 1783 kam es zu Beschwerden über das Fasanenschießen des Görsdorfer Besitzers, da die Wüstung vom Markgraftum Niederlausitz beansprucht wurde. 1791 ist ein Hammelhof belegt.

1816 bestanden eine Schäferei, Vorwerk und eine Wassermühle; letztere war strittig zwischen Sornow und Görsdorf. 1837 wurde die Feldmark mit Schäferei und Wassermühle erwähnt. 1858 bestanden eine Schäferei mit zwei Wohn- und sechs Wirtschaftsgebäuden; es lebten 18 Personen in Sornow. 1864 lebten dort vier Personen in der Schäferei und sieben in der Wassermühle. 1871 wird Sornow als Vorwerk mit 12 Personen geführt. Die Anzahl stieg auf 14 Personen im Jahr 1884 und sank auf elf Personen im Jahr 1905.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 496.

Einzelnachweise

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