Soulforce

eine US-amerikanische LGBT-Bürgerrechtsorganisation From Wikipedia, the free encyclopedia

Soulforce ist eine religionsübergreifende US-amerikanische LGBT-Bürgerrechtsorganisation, deren Zielsetzung die gewaltfreie Abschaffung religiös motivierter und politischer Unterdrückung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern in den Vereinigten Staaten ist.

Soulforce Sit-in am Armed Forces Recruitment Center am Times Square

Entstehung

Die Organisation wurde 1998 vom evangelikalen Reverend und ehemaligen Hochschulprofessor Mel White gegründet. Vorwiegend ist die Organisation an der Schnittstelle zwischen LGBT-Rechten und Religion engagiert. Soulforce konfrontiert bestimmte, offen die Homosexualität ablehnende oder verfolgende, religiöse Organisationen mit den ihrer Meinung nach gegebenen Konsequenzen ihrer Lehren über Homosexualität durch Aufklärungsarbeit und gewaltfreie Aktionen. Ein wichtiger Ansatz der Organisationsarbeit ist der zivile Ungehorsam.

Soulforce hat seinen Hauptsitz in Lynchburg, die Soulforce Q, die Jugendsektion der Organisation hat ihren Sitz in Minneapolis. Die Organisation unterhält 23 Sektionen in verschiedenen Städten und Bundesstaaten der USA.

Verbreitung und Methoden

Zielsetzung der Soulforce ist nach eigenen Angaben die Eliminierung homophober Vorstellung durch Bekämpfung der Ursache: nach Meinung der Soulforce ist das die religiöse Bigotterie, insbesondere die in Amerika in manchen Gebieten verbreitete fundamentalistische Bibelauslegung. Dies führt zu heftigen Debatten und Auseinandersetzungen, über die häufig in den Medien berichtet wird[1][2], Soulforce wird insbesondere in Blogs und den internen Nachrichten der verschiedenen Organisationen und der kritisierten Einrichtungen[3] thematisiert[4].

Grundlage der Arbeit der Soulforce sind Aktionen des gewaltfreien Widerstands, basierend auf den von Mahatma Gandhi und Martin Luther King geprägten Idealen. Dazu gehört unter anderem Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützungsaktionen für homosexuelle Personen der verschiedenen Kirchengemeinden, Dokumentationen und Kampagnen wie beispielsweise die „Right To Marry Campaign: New York 2008“ (Kampagne für das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe).[5]

Der von Dan Karslake produzierte Dokumentarfilm For The Bible Tells Me So (englisch: „So befiehlt es mir die Bibel“) hinterfragt die Einstellungen der christlichen Kirchen zur Homosexualität und erwähnt auch die Organisation Soulforce. Der Film wurde beim Seattle International Film Festival mit dem Audience Award for Best Documentary, dem Publikumspreis für den besten Dokumentarfilm[6] und 2008 mit dem GLAAD Media Award for Outstanding Documentary ausgezeichnet.[7]

Equality Ride

Ein wesentliches Medium zur Aufklärung über die Themen der Soulforce ist der Equality Ride, der von der Soulforce Q durchgeführt wird. Er basiert auf den Freedom Rides (engl. Freedom=Freiheit) der 1960er Jahre[8] in denen Bürgerrechtsaktivisten in Bussen durch die Staaten mit Rassentrennung fuhren und diese besuchten, um auf die Diskriminierung der Afroamerikaner aufmerksam zu machen. Beim Equality Ride werden verschiedene überwiegend private christlich-fundamentalistische Colleges und Hochschulen nach Art einer Tournee besucht, bei denen sie Diskriminierungen gegenüber LGBT-Studenten annehmen oder die in der Vergangenheit oder ihren Statuen die Diskriminierung Homosexueller unterstützten. Wichtige Ziele der Tour sind auch die US-amerikanischen militärischen Rekrutierungszentren aufgrund der Don’t ask, don’t tell Politik des US-amerikanischen Militärs und die Militärakademien, beispielsweise fanden Demonstrationen auch auf dem Gelände von West Point statt. Vorort diskutieren die Equal Rider, die Teilnehmer der Tour mit Studenten und Professoren, verteilen Telefonnummern und veranstalten Sit-Ins. Während der Equality Rides 2006 und 2007 erhielten die Mitglieder Zutritt zu dem Gelände der ausgesuchten Colleges und Hochschulen, dort durften sie ihre Aktionen auch durchführen. Nur vier Hochschulen verweigerte ihnen den Zutritt: Regent University, Liberty University, Oral Roberts University und United States Military Academy. Inzwischen hat der Equality Ride zu über 1000 Verhaftungen der Aktivisten geführt.

Während des Equality Ride 2007 begleitete eine Filmcrew die Fahrten, Regisseur Dave O’Brien dokumentiert die Arbeit der Equality Riders bei ihren Universitätsbesuchen. Die Dokumentation Equality U[9] von Eyethink Pictures soll im Lauf des Jahres 2008 erscheinen.[10]

Stationen des Equality Ride 2006

Folgende Colleges und Universitäten wurden 2006 besucht:

Weitere Informationen Stop, Datum ...
StopDatumHochschuleOrt
110. März 2006Liberty UniversityLynchburg
213. März 2006Regent UniversityVirginia Beach
316. März 2006Lee UniversityCleveland
418. März 2006Union UniversityJackson
520. März 2006Oral Roberts UniversityTulsa
623. März 2006Oklahoma Baptist UniversityShawnee
727. März 2006Abilene Christian UniversityAbilene
829. März 2006Texas A&M UniversityCollege Station
931. März 2006CCCU ConferenceDallas
104. April 2006Biola UniversityLa Mirada
114. April 2006California Baptist UniversityRiverside
125. April 2006Azusa Pacific UniversityAzusa
1310. April 2006Brigham Young UniversityProvo
1413. April, 2006Colorado Christian UniversityLakewood
1514. April 2006United States Air Force AcademyColorado Springs
1617. April 2006North Central UniversityMinneapolis
1718. April, 2006Bethel UniversityArden Hills
1820. April 2006Wheaton CollegeWheaton
1924. April 2006Eastern UniversitySt. Davids
2026. April 2006U.S. Military AcademyWest Point
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Stationen des Equality Ride 2007

2007 waren zwei Busse vom 1. März bis 30. April auf Tour und besuchten folgende Colleges und Universitäten:

Bus 1:

Weitere Informationen Stop, Datum ...
StopDatumHochschuleOrt
18. März 2007Dordt College[11]Sioux Center
212. März 2007Central Bible College[12]Springfield
314. März 2007Oklahoma Baptist University[13]Shawnee
419. März 2007Baylor University[14]Waco
522. März 2007Mississippi College[15]Clinton
626. März 2007Union University[16]Jackson
728. März, 2007University of the Cumberlands[17]Williamsburg
830. März 2007Samford University[18]Birmingham
92. April 2007Covenant College[19]Lookout Mountain
104. April 2007Bob Jones University[20]Greenville
1110. April 2007Montreat College[21]Montreat
1212. April 2007Patrick Henry College[22]Purcellville
1313. April 2007Messiah College[23]Grantham
1416. April 2007Gordon College[24]Wenham
1519. April 2007Cedarville University[25]Cedarville
1623. April 2007Cornerstone University[26]Grand Rapids
1724. April 2007Calvin College[27]Grand Rapids
1826. April 2007Bethany Lutheran College[28]Mankato
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Bus 2:

Weitere Informationen Stop, Datum ...
StopDatumHochschuleOrt
18. März 2007University of Notre Dame[29]Notre Dame
212. März 2007Wisconsin Lutheran College[30]Milwaukee
315. März 2007MidAmerica Nazarene University[31]Olathe
421. März 2007Brigham Young University[32]Provo
526. März 2007Pepperdine University[33]Malibu
61. April 2007Fresno Pacific University[34]Fresno
75. April 2007George Fox University[35]Newberg
811. April 2007Seattle Pacific University[36]Seattle
911. April 2007Northwest University[37]Kirkland
1013. April 2007Northwest Nazarene University[38]Nampa
1116. April 2007Brigham Young University-Idaho[39]Rexburg
1219. April 2007Yellowstone Baptist College[40]Billings
1323. April 2007Trinity Bible College[41]Ellendale
1425. April 2007Northwestern College[42]St. Paul
1526. April 2007Bethany Lutheran College[43]Mankato
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Einzelnachweise

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