Soummam

Fluss in Algerien From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Oued Soummam (arabisch وادي الصومام, DMG Wādī ṣ-Ṣūmām, kabylisch ⴰⵙⵉⴼ ⴰⵄⴻⴱⴱⴰⵙ Asif Aɛebbas) ist mit einer Länge von ca. 195 km (zwischen Akbou und Bejaia) bzw. 65 km (ohne Quellflüsse) und einem Einzugsgebiet von insgesamt ca. 9215 km² der wichtigste Fluss der Kabylei im Norden Algeriens.

Schnelle Fakten
Oued Soummam
وادي الصومام
ⴰⵙⵉⴼ ⴰⵄⴻⴱⴱⴰⵙ
Unterlauf des Oued Soummam

Unterlauf des Oued Soummam

Daten
Lage Algerien Algerien
Flusssystem Soummam
Quelle Zusammenfluss von Oued Sahel und Oued Bou Sellam bei Akbou
36° 25′ 41″ N,  32′ 42″ O
Quellhöhe ca. 167 m
Mündung bei Bejaia ins Mittelmeer
36° 43′ 45″ N,  4′ 37″ O
Mündungshöhe 0 m
Höhenunterschied ca. 167 m
Sohlgefälle ca. 2,6 
Länge ca. 65 km
Einzugsgebiet 9215 km²[1]
Abfluss am Pegel Sidi Aïch[1][2]
AEo: 8488 km²
MNQ 1954–1985
MQ 1954–1985
Mq 1954–1985
MHQ 1954–1985
HHQ (30. Dez 1957)
2,75 m³/s
16 m³/s
1,9 l/(s km²)
33,5 m³/s
5250 m³/s
Großstädte Bejaia
Mittelstädte Akbou
Gemeinden Sidi Aïch
Das Einzugsgebiet des Soummam

Das Einzugsgebiet des Soummam

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Verlauf

Der Oued Soummam entsteht durch den Zusammenfluss des Oued Sahel und des Oued Bou Sellam südlich der Stadt Akbou in der Provinz Bejaia in einer Höhe von ca. 167 m.[3] Der Fluss fließt anschließend in zahlreichen Windungen in nordöstlicher Richtung um schließlich im Süden der Großstadt Bejaia ins Mittelmeer zu münden.[4]

Hydrometrie

Die Durchflussmenge des Soummam wurde an der hydrologischen Station in Sidi Aïch bei dem größten Teil des Einzugsgebietes, über die Jahre 1954 bis 1985 gemittelt, gemessen (in m³/s).[2]

Weitere Informationen Der monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Soummam am Pegel Sidi Aïch in m³/s (1954–1985) ...
Der monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Soummam am Pegel Sidi Aïch in m³/s (1954–1985)
35
30
25
20
15
10
5
0
16
31,5
Jan.
32,3
Feb.
33,5
März
27,5
Apr.
16,0
Mai
6,59
Juni
2,75
Juli
2,39
Aug.
4,42
Sep.
7,58
Okt.
9,07
Nov.
24,1
Dez.
Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 16 m³/s
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Zuflüsse und Stauseen

Der Oued Soummam selber ist nicht gestaut. Allerdings sind in beiden Quellflüssen je zwei große Dämme. Er hat mehrere kleinere und ebenfalls zumeist gestaute Zuflüsse.

Geschichte

Der Oued Soummam war bereits in prähistorischer Zeit bei Jägern und Sammlern bekannt. Auch die Römer nutzten ihn als Verbindungsweg zwischen Küste und Hinterland; der von Plinius d. Ä. überlieferte antike Name lautete Nasava. Der kabylisch-berberische Name lautete assemmam sauer oder Assif Abbas.

Dem Tal des Soummam kam im August 1956 politische Bedeutung zu, als der FLN im Douar von Ighbal den Kongress von Soummam abhielt.[5]

Erosion im Einzugsgebiet

Durch die unregelmäßigen Niederschläge und die spärliche Vegetation, sowie das unregelmäßige Relief, gehört Nordwestalgerien zu den Regionen, die am stärksten von Bodenerosion betroffen sind. Im Falle des Soummam, sind das durchschnittlich 248 t Sediment pro km² Einzugsgebiet im Jahr.[6]

Ökologie

Durch Einleitung von ungeklärten Abwässern der Chemieindustrie ist der Unterlauf des Flusses hochbelastet; es kommt deshalb immer wieder zu Fischsterben.[7]

Commons: Soummam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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