Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus
Welterbestätte in Deutschland
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Die Hamburger Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus (englisch: Speicherstadt and Kontorhaus District with Chilehaus) sind ein UNESCO-Welterbe in Hamburg. Die Aufnahme in die Welterbeliste erfolgte am 5. Juli 2015 während der 39. Sitzung des Welterbekomitees in Bonn.[1]
| Hamburger Speicherstadt und Kontorhausviertel mit Chilehaus | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Speicherstadt im Hamburger Hafen | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Kultur |
| Kriterien: | (iv) |
| Fläche: | 26,08 ha |
| Pufferzone: | 56,17 ha |
| Referenz-Nr.: | 1467 |
| UNESCO-Region: | Europa und Nordamerika |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 2015 (Sitzung 39) |
Geschichte
Die Speicherstadt entstand zwischen 1883 und 1927 auf schmalen Elbinseln.[2] Auslöser des Baus war der 1881 geschlossene Zollanschlussvertrag, der Hamburgs Beitritt zum Reichszollgebiet vorsah. Um den zollfreien Warenumschlag weiterhin zu ermöglichen, wurde innerhalb des neu eingerichteten Freihafens ein zentrales Lagerquartier benötigt.[3] Die Planung oblag dem städtischen Oberingenieur Franz Andreas Meyer.[2] Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ensemble zu etwa 50 Prozent zerstört, der Wiederaufbau zog sich von 1949 bis 1967 hin.[3][4]
Das Kontorhausviertel entstand in den 1920er und 1930er Jahren als Bürostandort für Handels- und Schifffahrtsunternehmen.[5] Zu den Bauten des Viertels gehören das 1924 fertiggestellte, von Fritz Höger entworfene Chilehaus, das Sprinkenhof-Haus und der Meßberghof.[6]
Beschreibung und Architektur
Die Kernzone des Welterbes hat eine Gesamtfläche von 26,08 Hektar. Sie umfasst die Speicherstadt mit 15 großen Lagerblöcken, sechs Nebengebäuden und einem Netz von Kanälen (Fleeten) sowie das fünf Hektar große Kontorhausviertel mit sechs Bürokomplexen. Die Speicherstadt weist eine Gesamtlagerfläche von 300.000 m² auf.[4] Die Backsteinbauten der Speicherstadt sind im Stil der Neugotik gehalten und mit Kupferdächern versehen.[7] Aufgrund des weichen Baugrunds in der Elbniederung erfolgte ihre Gründung auf rund 3,5 Millionen Holzpfählen.[8] Die Architektur des Kontorhausviertels greift regionale Backsteintraditionen auf und zeigt Einflüsse der Klassischen Moderne. Das Chilehaus wird dem Backsteinexpressionismus zugerechnet.[9]
Welterbestatus
Die UNESCO begründete die Eintragung 2015 mit dem Auswahlkriterium (iv): Das Ensemble umfasse herausragende Beispiele der Gebäude- und Ensembletypen, die die Folgen des rasanten Wachstums des internationalen Handels im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert widerspiegelten.[4] Die Pufferzone umfasst nach UNESCO-Angaben 56,17 Hektar[4] (nach Angaben der Stadt Hamburg 57,08 Hektar[10]) und dient dem Umgebungsschutz, um den historischen Kontext und die visuelle Wirkung der Welterbestätte zu bewahren.
