Spessartmuseum

regionalgeschichtliches Museum in Lohr am Main, Bayern, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Spessartmuseum im Lohrer Schloss in Lohr am Main befasst sich unter dem Thema Mensch und Wald mit der Geschichte des Schlosses und des Spessarts. Das 1936 als Heimat- und Spessartmuseum Lohr a. Main gegründete und mehrfach erweiterte Museum steht seit 1972 in Trägerschaft des Landkreises Main-Spessart.

Schnelle Fakten Daten ...
Spessartmuseum
Daten
Ort Lohr am Main
Schlossplatz 1 Welt-Icon
Art
Eröffnung 5. April 1936
Leitung
Christa Schleicher
Website
ISIL DE-MUS-087012
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Geschichte

Erste Bestrebungen zur Gründung eines Bezirks- oder Regionalmuseums in Lohr gab es nach Ende des Ersten Weltkriegs, als die Museumsbewegung deutschlandweit neue Belebung erfuhr. Der Lohrer Bezirksamtmann Lindig zeigte daran wenig Interesse. Bei einem Besuch des Regierungspräsidenten Julius von Henle und des Generalkonservators Georg Hager ließ er sich durch seinen neuen Mitarbeiter Kurt Monglowsky vertreten. Während die Regierung die Einrichtung eines Museums in Franz Ludwig von Erthals Geburtszimmer im Schloss befürwortete, verwies das Bezirksamt auf die ungeeigneten Räumlichkeiten und den Mangel an Sammlungsobjekten. Im Dezember 1922 eröffnete der Maler und Gewerbeschullehrer Oskar Bauer im Rittersaal des Schlosses eine Kunstausstellung und bewies damit, dass der Saal sehr wohl für Ausstellungen geeignet war. Trotz des Engagements Monglowskys und einiger Unterstützer, darunter der Heimatforscher Hans Hönlein, kam die Museumsgründung nicht voran.[1]

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern erwies sich der 1933 eingesetzte Bezirksoberamtmann Richard Balles als tatkräftiger Förderer des Museums. Er ließ den zwischenzeitlich als Holzlager genutzten Rittersaal räumen und instand setzen. Das Erthal-Zimmer war als Prunkzimmer vorgesehen. Oskar Bauer übernahm die Aufgabe, Sammlungsgut für das Museum einzuwerben. Anfang 1936 verkündete Balles die kurzfristige Museumseröffnung, da er mit seiner Versetzung an das Reichsversorgungsgericht in Berlin rechnete. Das Heimat- und Spessartmuseum Lohr a. Main wurde am 5. April 1936 in Trägerschaft des Fremdenverkehrsvereins eröffnet.[1]

Mit der Gebietsreform wurden 1972 der Landkreis Lohr aufgelöst und der Verwaltungssitz nach Karlstadt verlegt. Seitdem ist der Landkreis Main-Spessart Museumsträger.[2] Die frei werdenden Räume im Schloss konnten nach und nach vom Museum belegt werden. Der 1959 gegründete Geschichts- und Museumsverein Lohr a. Main unterstützte den Betrieb mit Museumsreferenten und Leihgaben. Ab 1980 entstand unter dem ersten hauptamtlichen Leiter Werner Loibl ein neues Museumskonzept für das nun Spessartmuseum genannte Haus. Unter dem Rahmenthema Mensch und Wald wurden die bestehenden Schauräume neu gestaltet, der Museumsbestand erweitert und Sonderausstellungen durchgeführt. In den Jahren 2000 und 2004 kamen Museumsräume im zweiten Obergeschoss hinzu.[3]

Sammlung

Auf über 2000 m² zeigt das Museum in vier Ebenen, wie Steinhauer, Schmiede, Häfner (Töpfer), Zimmerleute, Schiffbauer, Wagner, Büttner, Schreiner, Glasmacher und andere Gewerbetreibende sich die vorhandenen Rohstoff- und Energiequellen zunutze machten und neben Gebrauchsgegenständen auch Luxusprodukte für die bessere Gesellschaft schufen.[4]

Dabei wird die Eisenverarbeitung, Glas- und Spiegelherstellung präsentiert. Die Besucher können mittels Originalobjekten und Rauminszenierungen die Welt der kleinen Leute und der sie beherrschenden Klasse erleben. Die Glasabteilung zeigt Glanzstücke aus sechs Jahrhunderten. Auch das Milieu der Spessarträuber, die als Außenseiter der Gesellschaft ihre Subkultur hatten, wird vorgestellt.[4]

Weil sich Lohr als Schneewittchenstadt bezeichnet, wird auch dieses Thema mit Ausstellungsstücken wie dem angeblichen „Sprechenden Spiegel“ behandelt.[5][6]

Publikationen (Auswahl)

  • Frauen im Bild 1920–1930. Eine deutsche Fotogalerie.[7]
  • Katz & Maus. Tierisch-menschliche Beziehungsgeschichten.
  • Ignatius Taschner. Ein Künstlerleben zwischen Jugendstil und Klassizismus.
  • Runa. Eine Künstlerkolonie der 50er Jahre.
  • Bauen mit Licht. Glas in der Architektur Unterfrankens 1950–1960.
  • Alles schön und sauber? Körper-, Haus- und Ortshygiene im Spessart.
  • Stimmung – Rausch – Heilung. Zur Kulturgeschichte der Genussmittel und Drogen im Spessart.
  • Liebesjagd. Eine Wandmalerei des 15. Jahrhunderts im Schloß zu Lohr am Main.
  • Glas aus Einsiedel.
  • Museum Papiermühle Homburg.

Literatur

  • Barbara Grimm: Spessartmuseum im Schloss Lohr am Main (= Kleine Kunstführer. Band 1345). 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2017, ISBN 978-3-7954-5052-6.
Commons: Spessartmuseum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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