Spiramycin

antibiotisches Arzneimittel From Wikipedia, the free encyclopedia

Spiramycin ist ein Makrolidantibiotikum. Es wurde zuerst gewonnen aus der in Nordfrankreich aufgefundenen Streptomycesart Streptomyces ambofaciens und von Grünenthal als Selectomycin gehandelt.[3] Spiramycin wirkt gegen verschiedene Bakterienarten und kann auch bei Toxoplasmose eingesetzt werden.[4] Heutzutage stellt eine Toxoplasmose in der Schwangerschaft für gewöhnlich die einzige Indikation für Spiramycin dar.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Spiramycin I
Allgemeines
Freiname Spiramycin
Andere Namen

[(4R,5S,6S,7R,9R,10R,11E,13E,16R)-6-{[(2S,3R,4R,5S,6R)-5-{[(2S,4R,5S,6S)-4,5-Dihydroxy-4,6-dimethyltetrahydro-2H-pyran-2-yl]oxy}-4-(dimethylamino)-3-hydroxy-6-methyltetrahydro-2H-pyran-2-yl]oxy}-10-{[(2S,5S,6R)-5-(dimethylamino)-6-methyltetrahydro-2H-pyran-2-yl]oxy}-4-hydroxy-5-methoxy-9,16-dimethyl-2-oxooxacyclohexadeca-11,13-dien-7-yl]acetaldehyd (IUPAC)

Summenformel C43H74N2O14
Kurzbeschreibung

weißes bis schwach gelbliches Pulver, schwach hygroskopisch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 8025-81-8
EG-Nummer 232-429-6
ECHA-InfoCard 100.029.476
PubChem 5356392
ChemSpider 4944970
Wikidata Q422265
Arzneistoffangaben
ATC-Code

J01FA02

Wirkstoffklasse

Makrolid-Antibiotikum

Eigenschaften
Molare Masse 843,05 g·mol−1
Löslichkeit

schwer löslich in Wasser, leicht löslich in Aceton, Ethanol und Methanol[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze
Toxikologische Daten

3550 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Wirkung

Spiramycin bindet an die 50S-Untereinheit von Prokaryotischen Ribosomen. Der Mechanismus beobachteter Resistenzen ist noch nicht vollständig aufgeklärt[5] und kann je nach Organismus unterschiedlich sein.[6]

Eigenschaften

Pharmazeutische Qualitäten des Spiramycins werden aus bestimmten Stämmen von Streptomyces ambofaciens gewonnen oder nach anderen Verfahren hergestellt.[7]

Die Hauptkomponente ist Spiramycin I; daneben sind Spiramycin II (4-O-Acetyl-spiramycin I) und Spiramycin III (4-O-Propanoyl-spiramycin I) vorhanden.

Zusammensetzung (als getrocknete Substanz)
  • Spiramycin I: mindestens 80,0 %
  • Spiramycin II: höchstens 5,0 %
  • Spiramycin III: höchstens 10,0 %
  • Summe der Gehalte an Spiramycin I, II und III: mindestens 90,0 %[7]

Als Verunreinigungen treten diverse Strukturverwandte auf wie etwa Spiramycin IV, Spiramycin V, Spiramycin-Dimer, Neospiramycin I, Neospiramicin II und Neospiramicin III (je maximal 2,0 %, in Summe maximal 10,0 %).[7]

Handelsnamen

Humanmedizin

Veterinärmedizin

Commons: Spiramycin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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