Splitska gradska željeznica

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Als Splitska gradska željeznica (deutsch etwa: Stadtbahn Split) bezeichnet die kroatische Staatsbahn Hrvatske željeznice (HŽ) einen von ihr betriebenen Vorortverkehr im Raum Split. Die Züge nahmen am 10. Dezember 2006 auf der Bahnstrecke Knin–Split den Betrieb auf. Umgangssprachlich wird die Vorortbahn auch als Splitski Metro (Split Metro) bezeichnet.

Splitska gradska željeznica
Streckenlänge:17,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
Trogir (geplant)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
Flughafen Split (geplant)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Rudine (geplant)
Abzweig ehemals geradeaus und von links
von Knin
Bahnhof
Kaštel Stari
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Kaštel Lukšić
Strecke mit Straßenbrücke
D8 / E65 (Adria-Magistrale)
Haltepunkt / Haltestelle
Kaštel Kambelovac
Haltepunkt / Haltestelle
Kaštel Gomilica
Bahnhof
Kaštel Sućurac
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Solin-Sv. Kajo
Bahnhof
Solin-Širine
Brücke über Wasserlauf
Jadro
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
Split-Dujmovača
Tunnelanfang
Tunnelende
Bahnhof
Split-Predgrađe (Kopilica)
Tunnelanfang
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle (im Tunnel)
Split-H.B.Z. (geplant)
Tunnelende
Kopfbahnhof Streckenende
Split
Nordkopf des Bahnhofs Split mit Triebwagen der Baureihe 7122

Das System besteht aus einer Linie mit sieben Haltestellen und verläuft vom Stadtzentrum Splits bis nach Kaštel Stari. Eine zweite Linie zwischen dem Stadtzentrum und Split-Kopilica wurde im Juni 2019 eröffnet[1] und im November 2019 wieder eingestellt. Stand 2019 war geplant, entlang der Strecke neue Stationen hinzuzufügen und die bestehenden zu renovieren.

Technik

Die Strecke führt durch zwei Tunnel im Stadtzentrum von Split; in dem längeren der beiden Tunnel soll 2021 eine teilweise schon errichtete Station (Split-H.B.Z.) für das Stadtzentrum eröffnet werden.[2] Die Linie ist 17,8 km lang, eine durchschnittliche Fahrt dauert 25 Minuten. Eine Verbindung mit dem Flughafen Split sowie eine weitere Verlängerung nach Trogir werden erwogen, langfristig ist eine Elektrifizierung vorgesehen.

Geschichte

Endbahnhof Split (2013)
Empfangsgebäude des Bahnhofs Split (2011)

Die Bahnstrecke wurde im Oktober 1877 fertiggestellt. Anfangs bestand ein auf Dalmatien beschränkter Inselbetrieb. Später wurden die dalmatinischen Strecken mit dem europäischen Eisenbahnnetz verbunden.

Als Split die Mittelmeerspiele 1979 ausrichtete, wurde ein umfangreiches Vorortbahnsystem geplant.[3] Da eine zweigleisige elektrifizierte Eisenbahn geplant war, wurde die unterirdische Station Split-H.B.Z. (mit einem 1.893 m langen Tunnel) weitgehend her-, aber nie fertig gestellt.[4] Ein weiterer Abschnitt der Bahnstrecke wurde 1983 überdeckt.[5] 1991 brach der Kroatische Unabhängigkeitskrieg aus. Das vom Gegner besetzte Gebiet durchtrennte die Eisenbahnverbindungen zwischen Split (und Dalmatien) und dem Rest Kroatiens und führte neuerlich zu einem Inselbetrieb.

Zwischen Februar 1993 und Oktober 1994 organisierte die Kroatische Eisenbahn angesichts zahlreicher untätiger Züge und Bahnarbeiter in Dalmatien einen kurzlebigen und erfolglosen Vorortverkehr von Split nach Kaštela.[6] Die lokalen Behörden unterstützten das Projekt nicht, und das für den Fernverkehr ausgelegte Rollmaterial erwies sich als ungeeignet für den Vorortbetrieb.[7] Nach dem Ende des Krieges 1995 wurde dieses Vorhaben aufgegeben.

Im Dezember 2006 nahm die Kroatische Eisenbahn den Vorortverkehr wieder auf[8] und kündigte Pläne zur Elektrifizierung und zum zweigleisigen Ausbau an.[7] Seit 2007 beabsichtigt die Kroatische Eisenbahn, den Eisenbahntunnel in Split zu sanieren und die unterirdische Station Split-H.B.Z. zu eröffnen.[9] Ein Vertrag zwischen der Kroatischen Eisenbahn und der Stadt Split wurde unterzeichnet,[10] doch Ende 2015 zog sich die Stadt Split endgültig aus dem Projekt zurück und nannte fehlende Mittel als Hauptgrund.[11] Im Jahr 2011 strich HŽ Putnički prijevoz, die Nachfolgegesellschaft der Personenverkehrssparte der Kroatischen Eisenbahn, unter heftigen Protesten und Kritik ein Drittel, also 7 tägliche Abfahrten, aus dem Fahrplan.[12][13][14]

Aktueller Stand

Obwohl etwa 35 % der Einwohner von Split, 40 % von Solin und 50 % von Kaštela entlang der Vorortbahn leben, besteht das umliegende Gebiet aufgrund der Zersiedlung und des mangelnden Raumplanungskonzepts überwiegend aus Einfamilienhäusern mit geringer Bebauungsdichte und schlechter Anbindung an den öffentlichen Verkehr.[15] Zusammen mit der fehlenden Tradition des Pendelns mit der Bahn hält dies die Abhängigkeit vom privaten Pkw aufrecht. Im Jahr 2007 beförderte die Vorortbahn nur 57.078 Fahrgäste und nahm 441.690 HRK an Fahrgeldern ein.[16] Im Jahr 2010 wurden 111.000 Fahrgäste befördert. Die Verkehrsstrategie 2016–2020 der Stadt Kaštela forderte eine bessere Integration der Vorortbahn in den öffentlichen Personennahverkehr und verwies auf den schlechten Zustand der Bahninfrastruktur, ihre Veraltung sowie die geringe Qualität und Sicherheit des Vorortbahnverkehrs.[17]

Für die Linie Split Predgrađe–Split konnten von Betriebsbeginn Anfang Juni bis zum 30. Juni 2019 lediglich 635 Fahrkarten verkauft werden.[18]

Betrieb

Kaštel Stari–Split

Die Linie Kaštel Stari–Split (und zurück) wird an Werktagen von 17 Zugpaaren und am Wochenende von 8 Zugpaaren bedient.[19] HŽ Putnički prijevoz setzt aufgearbeitete Y1-Dieseltriebwagen und neuere Dieseltriebwagen der Reihe HŽ 7023 auf der Strecke ein. Mehrmals täglich verkehrt eine Busverbindung zwischen dem Flughafen Split/Trogir und dem Bahnhof Kaštel Stari, abgestimmt auf den Zugfahrplan.

Split-Predgrađe–Split

Die Linie Split-Predgrađe–Split wurde an Werktagen von 27 Zügen täglich in jede Richtung bedient. Auf der Linie verkehrte lediglich ein HŽ 7023-Dieseltriebwagen.[18] Sein Einsatz verursachte Störungen auf den Linien nach Kaštela und Perković. Anfang November 2019 wurde die eigenständige Linie Split-Predgrađe–Split wieder eingestellt, um die Linie Kaštel Stari–Split besser zu integrieren.[19]

Geplante Entwicklung

Aufgrund häufiger Verkehrsengpässe, Staus und des rasanten Anstiegs des Passagieraufkommens am nahe gelegenen Flughafen Split (Verdoppelung zwischen 2013 und 2017 auf 3 Millionen Passagiere, weiterer Anstieg um 23 % jährlich) ist geplant, die Split-Vorortbahn um rund 12 bis 14 km zu verlängern, über Kaštel Stari hinaus zum Flughafen Split und weiter bis nach Trogir als Endstation. Ältere Studien aus den Jahren 2000[20] und 2003[21] sahen auch eine Verlängerung der Linie nach Osten vor, was jedoch inzwischen nicht mehr weiterverfolgt wird.

Im Jahr 2006 kündigte Marijan Klarić, stellvertretender Geschäftsführer von HŽ Putnički prijevoz, Pläne zur umfassenden Sanierung der Split-Vorortbahn, zur Elektrifizierung der Linien, zum zweigleisigen Ausbau und zur Verlängerung der Linie bis nach Trogir an, doch es geschah nichts.[22] HŽ Putnički prijevoz lud die Stadt Split 2014 ein, gemeinsam die neue Bahnlinie Trogir–Flughafen–Split zu definieren.[23] Im Jahr 2017 wurde eine konzeptionelle Entwurfsstudie für die Linie veröffentlicht. Sie untersuchte zwei verschiedene Trassenvarianten (nördlich und südlich der Nationalstraße D8) und schätzte, dass zwei Viadukte und ein Tunnel für die Linie gebaut werden müssten. Die Bahnhöfe Kaštel Kambelovac, Flughafen Split und Trogir müssten ebenfalls neu gebaut werden. Die Linie Split–Trogir hätte eine jährliche Kapazität von 5,6 Millionen Passagieren. Die Berechnungen ergaben Kosten von 500 Millionen Kuna.[24]

2017

Im August 2017, anlässlich des Jahrestages der Wiederaufnahme des Eisenbahnverkehrs zwischen Split und dem kontinentalen Kroatien nach dem Krieg im Jahr 1995, kündigte Splits Bürgermeister Krstulović Opara den Bau der Bahn zum Flughafen Split als „Traum aller" an und gelobte, „nicht aufzuhören", bis die Linie fertiggestellt ist.[25] Im Oktober 2017 traf sich der Bürgermeister von Split nach Betonung der Bedeutung dieses Projekts[26] mit seinen Amtskollegen in Kaštela, um die Entwicklung zu besprechen. Kaštelans Bürgermeister Denis Ivanović erklärte, diese Linie wäre die profitabelste Eisenbahnlinie in Kroatien.[27]

2018

Nach einer Reihe von Verkehrsstaus auf der Strecke zwischen Kaštela und Split im März 2018 nannte Bürgermeister Andro Krstulović Opara diese als weiteren Beleg dafür, dass der Straßenverkehr überlastet sei und eine neue Eisenbahn notwendig sei.[28] Auch die Opposition des Bürgermeisters, die Spliter Sozialdemokraten, unterstützte die neue Eisenbahn.[29] Am 17. April 2018 traf sich Splits Bürgermeister mit den Bürgermeistern von Kaštela, Solin und Trogir, dem Vorstandsvorsitzenden von HŽ Putnički prijevoz, einem Vorstandsmitglied von HŽ Infrastruktura, dem Direktor des Flughafens Split sowie Vertretern der Hafenbehörde und des nationalen Ministeriums für Verkehr, um das Projekt zu besprechen.[30] Die Eisenbahn wurde als besonders wichtig erachtet, um den Flughafen Split mit dem Hafen von Split (neben dem derzeitigen Hauptbahnhof Split) zu verbinden, da viele der 3 Millionen Flughafenpassagiere zu den dalmatinischen Inseln reisen. Die Integration und Intermodalität des öffentlichen Verkehrs in der Region Split mit einer Bevölkerung von 300.000 war ein weiteres wichtiges Ziel. Split-Kopilica wurde als intermodaler Verkehrsknotenpunkt genannt, um den derzeitigen Zentralbahnhof im Spliter Hafen zu entlasten – ein Vorschlag, der bereits seit 1939 vertreten wird.[31] HŽ Putnički prijevoz unterstützte das Projekt nachdrücklich, während das Verkehrsministerium die Machbarkeitsstudie finanzieren würde. Die Bürgermeister von Kaštela und Trogir erklärten, dass Änderungen des allgemeinen Stadtentwicklungsplans in Bezug auf die neue Bahnlinie in ihren Gemeinden bereits im Gange seien. Die Direktoren des Flughafens Split und des Hafens von Split äußerten ihre Absicht, das Projekt mitzufinanzieren.[32]

Dieseltriebwagen der Vorortbahn im Bahnhof Split
Bahnhof Kaštel Kambelovac

Unter der Schirmherrschaft der Kroatischen Handelskammer und ihrer Vizepräsidentin Mirjana Čagalj wurde am 30. April 2018 ein Memorandum unterzeichnet, das eine mehrjährige Partnerschaft zur Entwicklung des Schienenpersonenverkehrs im Raum Split zwischen der Kroatischen Eisenbahn, den lokalen Behörden, dem nationalen Ministerium und anderen Projektbeteiligten begründete.[33][34][35] Zwei mögliche Trassen für die neue Linie nach Trogir wurden erwähnt. Die erste würde von den bestehenden Gleisen ab Kaštel Stari nach Divulje und weiter nach Trogir abzweigen. Dies würde 7 km neue Strecke bedeuten, von denen 3,4 km unterirdisch verlaufen würden. Der Abschnitt zwischen Kaštel Stari und Divulje würde 70 Millionen Euro kosten, der Abschnitt zwischen Divulje und Trogir zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Die zweite Trasse würde von Kaštel Sućurac abzweigen und 12,6 km Neubaustrecke (davon 11,6 km unterirdisch) erfordern. Letztere würde allein bis Divulje 200 Millionen Euro kosten.[36] Die Machbarkeits- und Entwicklungsstudie würde 3–5 Jahre in Anspruch nehmen, der eigentliche Bahnbau weitere 3–6 Jahre. Für diese Linie würden 8 Zugkompositionen gekauft; Vertreter von Končar präsentierten den Stakeholdern den Dieseltriebwagen HZP 7023-Baureihe. Vertreter der Eisenbahnergewerkschaft unterstützten Investitionen in das Vorortbahnnetz Split als Möglichkeit zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, der Gewinne und der Aufgabenerfüllung von HŽ Putnički prijevoz.[37]

Die Regierung Kroatiens unterstützte das Projekt offiziell in einer Kabinettssitzung, die am 4. Mai 2018 in Split stattfand. HŽ Infrastruktura wurde als wichtigster Stakeholder benannt, das Verkehrsministerium als Koordinator zwischen den Stakeholdern und den lokalen Behörden, während die Gesamtkosten auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt wurden. Die kroatische Regierung sprach jedoch ausschließlich von der Verbindung des Flughafen Split mit dem Hafen von Split und dem Bau von Split-Kopilica als intermodalem Knotenpunkt. Die Pläne zur Verlängerung der Linie nach Trogir wurden fallen gelassen.[38] Dies wurde am 17. Juli 2018 von Verkehrsminister Oleg Butković bei der feierlichen Eröffnung der Čiovo-Brücke bekräftigt, der erklärte, die Verbindung des Flughafens Split mit dem Hafen von Split per Bahn sei das wichtigste Eisenbahnprojekt Kroatiens.[39]

Im Juni 2018 wurde in einer eisenbahntechnischen Fachzeitschrift eine neue Studie zur geplanten Bahnlinie Split–Kaštela–Flughafen–Trogir veröffentlicht. Sie untersuchte die Machbarkeit zweier Optionen: entweder die Anbindung des Flughafens Split/Trogir an die bestehende Strecke von Kaštel Stari aus (8 km Strecke) am westlichen Ende des Stadtgebiets oder von Kaštel Sućurac aus, sehr nahe an Split (12,6 km). Letzteres würde im Wesentlichen eine echte Vorortbahnlinie schaffen, die das gesamte Kaštela-Gebiet mit Split, dem Flughafen und Trogir verbindet. Erstere würde rund 100–150 Millionen Euro kosten, letztere 230–280 Millionen Euro aufgrund der längeren Strecke und der Streckenkomplexität (ein Tunnel unterhalb der D8-Straße).[40]

Bei einem Vor-Ort-Treffen am 19. Juli mit den Bürgermeistern der Region Split und dem Staatssekretär für Verkehr erklärte der Geschäftsführer von HŽ Putnički prijevoz die Eröffnung der neuen Stationen auf der bestehenden Strecke (Split-H.B.Z.,[41] Split-Dujmovača[42] und Solin-Širine[42]) zum ersten Schritt. Die Kroatische Eisenbahn wird parallel Studien und notwendige Unterlagen für die neue Linie und neue Stationen (Sv. Kajo,[41] Kaštel Lukšić, Rudine und Flughafen Split) erarbeiten. Die Machbarkeitsstudie wird aus dem Europäischen Struktur- und Investitionsfonds finanziert.[42] Der Verlauf der neuen verlängerten Strecke und der Punkt, an dem sie von der bestehenden Strecke Knin–Split abzweigt, muss noch festgelegt werden. Der Bürgermeister von Split betonte die Notwendigkeit, die Eisenbahninfrastruktur nicht nur für den Vorortverkehr, sondern auch für eine effizientere Bahnverbindung zwischen Mitteleuropa und Zagreb sowie Split und Dalmatien zu sanieren.[43]

Am 30. September kommentierte der Präfekt der Gespanschaft Split, dass die Renovierung und der Wiederaufbau des bestehenden Streckenabschnitts Split–Kaštel Stari (Rudine) bereits 2019 beginnen würde, und der Bau der Verbindung zwischen der M604 und dem Flughafen Split/Trogir 2021 starten solle.[44] Dies ließe auf eine Bevorzugung der einfacheren Lösung gegenüber der neuen, durch/unter Kaštela verlaufenden Strecke schließen. Im November sprach sich eine in Kaštela ansässige NGO für die neue Trasse durch Kaštela aus, da diese eher dem Pendlerverkehr diene.[45]

Im Dezember 2018 einigten sich öffentliche Stakeholder und lokale Behörden zusammen mit HŽ Putnički prijevoz auf die Verlegung des Haupteisenbahnknotenpunkts und (vorübergehend)[46] eines neuen Zentralbusbahnhofs zum Bahnhof Kopilica (offiziell Split Predgrađe), wo auch ein Park-and-Ride-Platz errichtet werden soll. Der Bau sollte in drei Monaten, bis Juni 2019, abgeschlossen sein. Auch der Mietvertrag für das Grundstück wurde unterzeichnet. Ziel ist es, den Pendler-, Fernbus- und Tourismusverkehr nach Kopilica zu lenken und dann über die städtische Metro Splits zum derzeitigen Hauptbahnhof im Hafen zu leiten. Züge zwischen Kopilica und dem Hauptbahnhof Split würden alle 10 Minuten verkehren, die Fahrt würde 3 Minuten dauern. Ab März 2019 solte die Kroatische Eisenbahn drei neue Haltestellen (Split-Dujmovača, Sveti Kajo und Solin-Širine) auf der bestehenden Strecke eröffnen, um weitere Pendler aus den weiter außerhalb der Stadt gelegenen Gebieten nördlich von Kopilica zu erschließen. Der bestehende vorgesehene Standort im Eisenbahntunnel zwischen Kopilica und dem Hauptbahnhof Split soll ausgebaut und als unterirdische Station Split-H.B.Z. eröffnet werden.[47] Die Spliter Behörden wollten Busunternehmen dazu bewegen, Kopilica (Split-Predgrađe) als Terminal zu nutzen, indem Fahrten ins Stadtzentrum mit 700–800 Kuna belastet werden.[48]

Die Nachrichtenportale T-Portal und die lokale Tageszeitung Slobodna Dalmacija berichteten, dass die „nördliche" Option zur Anbindung des Flughafens mit einer Kaštela umgehenden Route, langfristig die wahrscheinlichste Lösung sei.[46] Das Design und der Plan des neuen temporären Busbahnhofs/intermodalen Knotenpunkts, das Fehlen von Plänen zur Elektrifizierung der bestehenden Strecke, das die Eröffnung der unterirdischen Station Split-H.B.Z. inmitten von Dieselabgasen erschwere, sowie die fehlende Anbindung der Kaštelanischen Pendlerbevölkerung an die Vorortbahn wurden in der Tagespresse kritisiert[49] sowie von Mitgliedern des Spliter Stadtrats. Auf Fragen zur Elektrifizierung und zum Bauzeitplan erklärte der stellvertretende Bürgermeister von Split, Nino Vela, in einer Ratssitzung, dass die Elektrifizierung mit HŽ Infrastruktura besprochen worden sei. Dies würde jedoch erhebliche Investitionen und den Bau einer großen Traktionsunterstation erfordern. Die Eröffnung und Integration der ersten fünf Stationen wird priorisiert, und die Bauarbeiten zur Fertigstellung der unterirdischen Station Split-H.B.Z. sollten 2020 beginnen.[50] Die Spliter Architektenkammer (Društvo arhitekata Split) lehnte öffentlich sowohl das Design als auch den provisorischen Charakter des intermodalen Knotenpunkts Kopilica ab.[51] Die Opposition im Spliter Stadtrat wies auf ungeklärte Rechts- und Eigentumsfragen rund um den Bahnhof Kopilica (Split-Predgrađe) hin.[52][53][54]

2019

Die Stadt Split schrieb eine Ausschreibung für den (Um-)Bau des vorübergehenden Kopilica-Knotenpunkts aus und plante 5 Millionen HRK auszugeben, doch nur ein Unternehmen antwortete und reichte ein Angebot über mehr als 14 Millionen HRK ein.[55][56] Aufgrund der Kostendifferenz annullierte die Stadtverwaltung die Ausschreibung und kündigte eine neue an.[57] Am 25. Januar wurde eine neue Ausschreibung veröffentlicht, die den als notwendig erachteten Bauumfang reduzierte (Reduzierung der P+R-Parkplätze und Überdachungen)[58] und die erwarteten Kosten um mehr als 30 % erhöhte.[59] Bürgermeister Krstulović-Opara erklärte in einem Interview mit Večernji list vom 19. Januar, dass seine Priorität die Verbindung der Agglomeration Trogir, Kaštela, Solin und Split mit der Bahn sei.[60]

Der von Končar und Gredelj produzierte HŽ 7023-Dieseltriebwagen sollte ab Sommer 2019 auf der Linie eingesetzt werden

Im Januar 2019 berichtete das Internetportal T-portal, dass die Machbarkeitsstudie (entgegen früheren Studien, wie der von Matić, Nosal und Mikec aus dem Jahr 2018) zu dem Schluss gekommen sei, dass die 8 km lange Verbindung zwischen dem Bahnhof Kaštel Stari (an der bestehenden Strecke) über Rudine zum Flughafen Split, unter Umgehung von Kaštela, die günstigste Lösung zur Einbindung des Flughafens in die Vorortbahn sei. Der Bau soll bis 2025–26 abgeschlossen sein.[48] Bewohner der Gebäude rund um den Bahnhof Kopilica äußerten ihren Widerstand gegen die Pläne.[61] Die Januarausgabe von Građevinar, der Zeitschrift des Kroatischen Verbands der Bauingenieure, berichtete, dass die geplante Strecke zum Flughafen Split früher, von der Haltestelle Kaštel Kambelovac aus, entlang der D58 und damit durch Kaštela selbst, abzweigen wird.[62]

Spliter Bauingenieure kritisierten das weitere Vorgehen beim Kopilica-Knotenpunkt. Stadtvertreter kündigten an, dass ein Zug alle 10–12 Minuten in der Hauptverkehrszeit die Linie bedienen soll, während über die Hinzunahme eines zweiten Zuges verhandelt wird.[63] Der Präsident der Spliter Architektenkammer kritisierte das Fehlen von Entwicklungsstudien und Verkehrsfolgenabschätzungen.[64] Mitte Februar reichten zwei Unternehmen ihre Angebote für die Bauausschreibung des vorübergehenden Kopilica-Knotenpunkts ein.[65] Einschließlich der Bauaufsicht wurden die Kosten für die Sanierung des Kopilica-Knotenpunkts auf 11 Millionen HRK geschätzt,[66] während der im Februar begonnene Umbau der benachbarten Straße Hercegovačka weitere 2,2 Millionen kostete.[67] Der Zuschlag wurde an Čitić gradnja vergeben.[68] Bewohner aus 52 Haushalten rund um den Bahnhof Kopilica (Split-Predgrađe), die sich erheblich über die Pläne, mangelnde Transparenz und ihre künftige Lebensqualität rund um den Knotenpunkt sowie den Bus-/Bahnhof sorgten,[69] organisierten einen Protest.[70][71][72] Die Opposition im Spliter Stadtrat forderte, die Pläne für einen vorübergehenden Knotenpunkt in Kopilica aufzugeben und stattdessen eine geeignete architektonische und stadtplanerische Lösung zu entwickeln, da sie den Zeitrahmen für unrealistisch hielt.[73] Im März wurde berichtet, dass der Eisenbahntunnel nicht über die erforderlichen Genehmigungen verfüge, was zu einer Zurückstellung der Pläne für die Station Split-H.B.Z. führen würde – die Stadtverwaltung wies diese Anschuldigungen jedoch zurück.[74] In einer Bürgerversammlung erklärten Spliter Stadtvertreter, dass die Häufigkeit der Züge zwischen dem Kopilica-Knotenpunkt und dem Hauptbahnhof Split vom Bedarf entsprechend der Festlegung durch die Stadtverwaltung abhänge und dass HŽ Infrastruktura bereits mit der Sanierung der Haltestelle Rudine begonnen habe.[75] Die Spliter Filiale der Kroatischen Handelskammer präsentierte dem Flughafenmanagement am 14. März vor Ort den Plan zur Anbindung des Flughafens Split über Kopilica an das Stadtzentrum.[76]

Mitte März präsentierte die Spliter Stadtverwaltung den ersten Entwurf des von der EBWE mitfinanzierten Masterplans zur städtischen Neuentwicklung, genannt „Split United". Der Plan sieht eine Stadtbahn vor, die den Flughafen Split über den Knotenpunkt Kopilica mit dem Hafen von Split verbindet.[77] Eine elektrifizierte Bahnlinie zur Verbindung der beiden gilt dabei als entscheidender Faktor.[78] Die Mittel für die Elektrifizierung der bestehenden Bahnstrecke und den Bau des neuen Streckenabschnitts sollen aus EU-Kohäsionsmitteln für den Zeitraum 2020 bis 2027 beantragt werden.[79] Der Staatssekretär im Verkehrsministerium, T. Mihotić, merkte an, dass das Ziel sei, auch Trogir an die Eisenbahn anzubinden, während der Zeitplan für die Elektrifizierung noch nicht auf dem Tisch liege, da diese Linie nicht auf der Prioritätenliste von HŽ Infrastruktura stehe.[80] Der Hauptbahnhof Split, der im östlichen Teil des Spliter Hafens liegt, wurde vorgeschlagen, als Endbahnhof zu erhalten, unterirdisch zu vertiefen und zu sanieren. Diese Pläne wurden von dem Bürgermeister, der die vorherige Stadtverwaltung leitete, scharf kritisiert.[81]

Am 20. März besuchte der kroatische Verkehrs- und Infrastrukturminister Oleg Butković den Flughafen Split und erklärte, dass die 7 km Neubaustrecke, die für die Bahnanbindung des Flughafens an Split notwendig seien, von HŽ Infrastruktura geplant werden und er hoffe, dass die Arbeiten 2021 beginnen werden.[82]

Anfang April veröffentlichte HŽ Infrastruktura eine öffentliche Ausschreibung für Pläne zur Sanierung des Eisenbahntunnels und zum Bau der unterirdischen Station „Split-H.B.Z." darin.[83] Der Plan sieht den ausschließlichen Einsatz von Dieselzügen im Tunnel vor.[84]

Im September wurde berichtet, dass von drei vorgeschlagenen Optionen die Stadtverwaltung von Kaštela trotz höherer Kosten die Verlängerung der Bahnlinie von Kaštel Kambelovac einer Abzweigung weiter entfernt, beim Bahnhof Kaštel Stari (300 Millionen Euro), vorzog. Der Bürgermeister von Kaštela wollte jedoch die Verlegung der Strecke unter die Erde erkunden, was als zu teuer eingestuft wurde.[85] Außerdem schlug der Bürgermeister von Kaštela Änderungen an der letztgenannten Trassenführung (Abzweigung vom Bahnhof Kaštel Stari / Ortsteil Rudine) vor, wobei er Natur- und Landwirtschaftsschutz als Hauptgründe nannte.[86] Im Oktober kehrte HŽ Infrastruktura, den Kaštelanischen Vorschlag als zu schwierig betrachtend, da er große Höhenunterschiede aufweise, mit einem weiteren neuen Trassenvorschlag zum Verkehrsministerium zurück. Die neuen Gleise würden von Kaštel Kambelovac abzweigen und auf Pfeilern entlang der D8-Straßen-Schnellstraße errichtet. Die Kroatische Eisenbahn-Infrastruktur argumentierte, diese Option sei günstiger als eine unterirdische Verlegung der Bahnstrecke, der Bau würde weniger Unterbrechungen verursachen, und es gäbe keine rechtlichen Fragen oder Enteignungsprobleme.[87]

2020

Im März 2020 präsentierte das Vorstandsmitglied von HŽ Infrastruktura, Darko Barišić, lokalen Stakeholdern laufende Pläne. Es würden 3,6 Millionen HRK in die Sanierung des Bahnhofs Split-Predgrađe investiert; weitere 7,5 Millionen werden für den Bau neuer Haltestellen (Dujmovača, Solin-Širina und Sveti Kajo) aufgewendet, mit Baubeginn im Frühjahr 2020. Die Kosten für die unterirdische Station Split-HBZ wurden auf 60 Millionen geschätzt. Die neue Haltestelle Rudine, von der die neue Bahn zum Flughafen Split und weiter nach Trogir abzweigen soll, muss noch geplant werden, bis die optimale Trasse nach der Machbarkeitsstudie festgelegt ist. Barišić erklärte, die Kroatische Eisenbahn werde die Strecke elektrifizieren.[88]

Ab 2020

Seit 2020 wurden keine Fortschritte erzielt. Der Bau der Station Split-HBZ hätte bis 2021 abgeschlossen ssein sollen. 2022 hatten die Bauarbeiten noch nicht begonnen.

Im Jahr 2021 wurde Ivica Puljak zum Bürgermeister von Split gewählt und besiegte damit Vice Mihanović, den Kandidaten der regierenden HDZ-Partei Kroatiens. Im Wahlkampf stand die Split Metro völlig außerhalb des Fokus.

Literatur

  • D. Ivanovski: Kolodvor Kopilica, Split. Sveučilište u Splitu, Fakultet građevinarstva, arhitekture i geodezije, Split 2015, urn:nbn:hr:123:527812 (kroatisch).
  • Dean Lalić, Snježana Špehar Kroflin: Novo željezničko stajalište Split H.B.Z. i protupožarna sanacija tunela Split. Neue Bahnhaltestelle Split H.B.Z. und Brandschutzrenovierung des Split-Tunnels. Band 21, Nr. 10. Željeznice, 2011, ISSN 1333-7971, S. 21–24 (kroatisch, hdzi.hr [PDF]).
  • Mlinarević, M.: Studija razvoja i unapređenja kvalitete usluga gradsko-prigradskog željezničkog prijevoza putnika Grada Splita i Splitsko-dalmatinske županije. Studie zur Entwicklung und Qualitätsverbesserung des städtisch-vorstädtischen Schienenpersonenverkehrs in der Stadt Split und der Gespanschaft Split-Dalmatien. HŽ Putnički prijevoz/Inženjerski biro/Convena konzalting, 2010 (kroatisch).
  • Vinko Višnjić, Marko Pušić, Ivan Žižić: Traffic and Technological Assumptions for the Metro in the City of Split. Band 19, Nr. 3. Promet-Traffic&Transportation, 2007 (kroatisch, unizg.hr).
  • Jure Vojnović: Željeznica Split - Trogir. Eisenbahn Split–Trogir. Universität Split, Split 1992 (kroatisch).

Einzelnachweise

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