Sprint-Car

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Sprint-Car bezeichnet eine Rennwagenklasse für Monoposti, welche vor allem für den Einsatz auf Dirttracks und kurzen Ovalkursen konzipiert sind. Sprint-Car-Rennen sind, wie auch bei den ähnlichen Midget-Cars, vor allem in den Vereinigten Staaten, Kanada, sowie Australien und Neuseeland beliebt.

Daryn Pittman bei einem Sprint-Car-Rennen

Technische Bestimmungen

Als Sprint Cars gelten in der Regel kleine Monoposti, oft mit einem angebauten Spoiler, welche ein hohes Leistungsgewicht aufweisen und typischerweise mit einem V8-Motor betrieben werden.[1][2] Je nach mechanischer Ausstattung und Streckenverlauf können die Fahrzeuge Geschwindigkeiten von über 160 Meilen pro Stunde (260 km/h) erreichen.

Geschichte

Erste Sprint-Car-Rennen fanden bereits in den 1920er-Jahren in den Vereinigten Staaten statt, wobei die Wagen zu der Zeit meistens keine Spoiler aufwiesen und als big cars bekannt waren.[3] In den 1930er-Jahren wuchs die Beliebtheit der Sprint-Car-Rennen enorm, was dazu führte, dass der damalige Dachverband AAA (American Automobile Association) Konkurrenz von anderen Verbänden bekam. Die AAA führte daraufhin erstmals Standardregeln und Klassen für die verschiedenen Rennen ein. Zur gleichen Zeit wuchs auch die Popularität der Midget-Cars, welche den damaligen Wagen ähnelten.

Erste Rennen mit Spoiler wurden erst ab 1958 ausgefahren, als Jim Cushman mit seinem modifizierten Rennwagen Erfolge verbuchen konnte. Zugleich etablierte sich erstmals die Bezeichnung Sprint Car, möglicherweise aufgrund der kurzen Renndistanzen.[3] Da die Kosten für Sprint Cars anstiegen, entstanden weitere Rennwagenklassen wie die Modifieds.

Die AAA wurde in den 1960er-Jahren durch die USAC ersetzt, welche ab dann als Dachverband fungierte. Zur gleichen Zeit fanden erstmals die prestigeträchtigen Knoxville Nationals auf dem Knoxville Raceway statt.[4] Strengere Sicherheitsvorkehrungen wurden in den Folgejahren durchgesetzt um die Fahrer besser zu schützen.

Mit der wachsenden Beliebtheit der Rennen gründete Ted Johnson 1978 die World of Outlaws, welche bis heute als eine der wichtigsten Sprint-Car-Rennserien besteht.

Klassen

Sprint Cars ohne Spoiler

Sprint-Cars ohne Spoiler gelten als die traditionellen Sprint-Cars und werden seit den 1930er-Jahren für Rennen verwendet. Es gibt mehrere Dachverbände, wobei der United States Automobile Club (USAC) die meisten Rennserien mit den Wagen veranstaltet.

Ihr relativ geringer Grip führt zu anderen Fahreigenschaften als bei den Wagen mit Spoiler, wodurch sie in Kurven schwieriger zu kontrollieren sind. Dies und der fehlende Überrollschutz, den ein Spoiler bietet, macht sie anfälliger für harte Unfälle.[5]

Sprint Cars mit Spoiler

Rennstart einiger Sprint Cars mit Spoiler auf dem Knoxville Raceway

Im Gegensatz zu den Wagen ohne Spoiler gelten die Sprint Cars mit Flügel als sicherer, da der zusätzliche Abrieb die Wahrscheinlichkeit verringert, dass das Fahrzeug abhebt. Wenn Fahrzeuge dennoch abheben, berühren die Flügel zuerst den Boden und brechen oder verformen sich beim Aufprall, wodurch die Auswirkungen auf den Fahrer und das Fahrzeug gemindert werden. Aus diesen Gründen sind Fahrzeuge mit Spoilern sicherer zu fahren. Oft können die Teams den Flügel während der folgenden Unterbrechung austauschen und nach Wiederaufnahme des Rennens weiterfahren. Abgesehen von dem zusätzlichen Spoiler sind die Wagen nahezu mit den Fahrzeugen ohne Flügel identisch.[5]

Die World of Outlaws gilt als die wichtigste Sprint-Car-Rennserie und veranstaltet von Februar bis November Rennen für Wagen mit Spoiler. Zu den bekanntesten Rennstrecken, auf denen diese Rennen ausgetragen werden, gehörten der Eldora Speedway, der Lernerville Speedway, der Knoxville Raceway und der Williams Grove Speedway. Jedes Jahr im August finden auf dem Knoxville Raceway die Knoxville Nationals statt.

Midget Cars

Midget Car

Midget Cars sind kleinere Versionen eines Sprint Cars in Originalgröße, normalerweise ohne Heckflügel. Midgets gibt es seit den 1930er Jahren als eine sehr verbreitete Form des Sprint-Car-Rennsports. Sie sind auch heute noch sehr beliebt und werden unter anderem von der USAC anerkannt. Sie werden von Vierzylindermotoren mit einer Leistung von rund 350 PS (260 kW) angetrieben, ähneln ihren größeren Verwandten jedoch nur im Aussehen.

Mini Sprints

Mini-Sprints sind ähnlich groß wie Midget-Cars, haben jedoch ein aufrechtes Fahrgestell und einen mittig montierten, kettengetriebenen Vierzylinder-Motorradmotor mit einem Hubraum zwischen 750 und 1200 ccm.

Micro Sprints

Micro Sprint mit Spoiler

Micro Sprints sind kleinere Versionen von Sprint-Cars, welche in der Regel auf kleinen Dirt-Tracks gefahren, die normalerweise eine Länge von einer Fünftelmile oder weniger haben, manchmal aber auch auf größeren Strecken. Sie können mit oder ohne Spoiler gefahren werden; letztere werden manchmal als „Mikro-Midgets“ oder „600-ccm-Sprints“ bezeichnet.

Sicherheit

Zu den gängigsten Sicherheitsanforderungen an die Teams gehören: ein Not-Aus-Schalter, ein schnell abnehmbares Lenkrad, Aluminiumsitze mit hochschlagfesten Kopfstützen aus stoßdämpfendem Material, feuerfeste Anzüge, Unterwäsche, Schuhe und Handschuhe, ein Integralhelm, der eine bestimmte Snell- oder SFI-Norm erfüllt oder übertrifft, ein Sicherheitsgurt (am häufigsten ein 5-Punkt-Gurt), der eine bestimmte SFI-Norm erfüllt, eine Nackenstütze, die eine bestimmte Sicherheitsnorm erfüllt, und jederzeit können das Auto und die Ausrüstung einer Inspektion unterzogen werden. Die verschiedenen SFI- und Snell-Normen können sich zwischen den einzelnen Dachverbänden unterscheiden.[6][7]

Commons: Sprint-Car – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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