Sri-Ganesha-Hindu-Tempel Berlin

hinduistischer Tempel in Berlin-Neukölln From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Sri-Ganesha-Hindu-Tempel Berlin ist ein hinduistischer Tempel im Berliner Ortsteil Neukölln, der nach einer etwa zwanzig jährigen Bauzeit Anfang Juni 2026 eröffnet wurde.[1] Die Tempelanlage wurde auf Initiative der in Berlin lebenden Hindu mit Spendengeldern errichtet. Der Tempel ist nach dem Shri Swaminarayan Mandir in London einer der größten Hindutempel Europas. Namensgebend ist die Gottheit Ganesha.

Sri-Ganesha-Hindutempel Berlin-Neukölln (2026)

Lage und Nutzung

Das Gelände des Sri-Ganesha-Hindu-Tempels befindet sich an der Nordostecke des Volksparks Hasenheide (in der Straße Hasenheide unmittelbar angrenzend an das Gelände der Neuen Welt) im Bezirk Neukölln. Zwischen dem Bezirksamt Neukölln und dem Sri Ganesha Hindu Tempel e.V. besteht ein Erbbaurechts­vertrag bis zum Jahr 2080.

Baugeschichte

Seitenansicht des Turmes

Um ein eigenes Gotteshaus in Berlin bauen zu können, bildeten die Hindu-Anhänger den Trägerverein Sri-Ganesha-Hindu-Tempel e.V., der im Heimatland und in Deutschland zunächst einmal Spendengelder einwarb. Dazu wurde eine Baufläche im Volkspark Hasenheide im Bezirk Neukölln erworben. Nach ersten Plänen im Jahr 2005 war als Baubeginn Ende 2007 vorgesehen und im Jahr 2010 sollte der Tempel fertiggestellt sein. Eine erste Grundsteinlegung erfolgte am 4. November 2007, ohne dass der Bau danach begann. Als die Baugenehmigung 2010 erteilt worden war, fand im September 2010 eine zweite Grundsteinlegung statt.[2] Nun wurde September 2011 als Fertigstellungstermin angestrebt, was angesichts eines zu geringen Spendenaufkommens nicht realisiert werden konnte.[3] Erst im Jahr 2012 konnten das Fundament und die Pfeiler für das Portal des Königsturms (Raja Gopuram) errichtet werden. Nachdem im Jahr 2013 die Baugenehmigung erloschen war, musste sie neu beantragt werden.[4]

Im Mai 2014 berichtete die Berliner Presse, dass Vilwanathan Krishnamurty vom Vorstand des Sri-Ganesha-Hindu-Tempel-Vereins in einem Interview erklärte, niemand wisse, wann der Sri-Ganesha-Hindu-Tempel fertig wird: „Ich hoffe, wir erleben es, bevor wir sterben.“ Es sei üblich, dass Tempel „nach und nach“ gebaut werden, das könne 20 Jahre dauern. „Das entscheiden allein die Götter“, sagte Krishnamurty.[4]

Nachdem aber doch eine Fertigstellung für 2024 angekündigt worden war[5][6], und nicht stattfand, war das nächste Ziel Oktober 2025.

Auf dem Grundstück fanden bereits während der Bauphase täglich religiöse Zeremonien und Gebete in einer für diese Zwecke hergerichteten früheren Freiluftturnhalle statt.[4] Sie diente bis zur Einweihung des Tempels den Mitgliedern des Sri-Ganesha-Hindu-Tempel e.V. und weiteren Interessenten als Gebetsort. Neben dem Tempel sehen die Betreiber die Errichtung einer interkulturellen Begegnungsstätte vor, die dem Dialog der verschiedenen Kulturen und Religionen Berlins dienen soll.

Seitenansicht
Detailansicht

Im Juni 2026 wurde der Tempel mit einem dreitägigen Fest eingeweiht, bei dem die Besucher die Figuren einölten. Am 7. Juni 2026 fand eine traditionelle Tempelweihe mit Wasser aus dem Ganges und der Spree statt.[7][8] Die Baukosten lagen bei 1,1 Millionen Euro.[9]

Nutzung

Schätzungen zufolge leben in Berlin bis zu 45.000 Hindus, die genaue Zahl ist unklar. Der Tempel in Neukölln ist der zweite für Hindus in Berlin. 2013 eröffnete in Britz der Sri Mayurapathy Murugan Tempel, der vor allem von Gläubigen aus Sri Lanka genutzt wird. Der Sri-Ganesha-Tempel an der Hasenheide dient hauptsächlich der indischstämmigen Hindu-Gemeinschaft.[10]

Bauwerk

Wahrzeichen des im südindischen Dravida-Stil errichteten Tempels ist ein 17 Meter hoher, reich verzierter und mit Gold bekleideter Turm. Der Tempel hat eine Grundfläche von etwa 850 Quadratmetern, das gesamte Grundstück ist rund 5.000 Quadratmeter groß. Das Portal schmücken 250 handbemalte Figuren. Auch im Inneren ist das Gotteshaus prachtvoll gestaltet.[8][11] Darin befinden sich der Hauptaltar für Sri Ganesha sowie mehrere Nebenaltäre unter anderem für Shiva, Vishnu und Durga, die von imposanten Wächterfiguren bewacht werden.[12]

Einzelnachweise

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