Ständerat

Parlamentskammer der Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Ständerat (französisch Conseil des États, italienisch Consiglio degli Stati, rätoromanisch Cussegl dals Stadis oder Cussegl dals chantuns) ist die kleine Kammer der Bundesversammlung, des Parlaments der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der Name kommt von Stand, der alten Bezeichnung für die Schweizer Kantone.

Schnelle Fakten Basisdaten, Aktuelle Legislaturperiode ...
Ständerat
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Basisdaten
Sitz: Bundeshaus in Bern
Legislaturperiode: ständiges Organ ohne Legislaturperiode, allerdings wählt jeder Kanton alle vier Jahre die Ständeräte neu (meist gleichzeitig mit dem Nationalrat)
Abgeordnete: 46
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 22. Oktober 2023
12. November 2023
19. November 2023

29. Juni 2025
Vorsitz: Ständeratspräsident
Stefan Engler (Mitte/GR)
Erster Vizepräsident
Werner Salzmann (SVP/BE)
Zweite Vizepräsidentin
Mathilde Crevoisier Crelier (SP/JU)
       
Sitzverteilung:
  • Die Mitte-Fraktion 15
  • Die Mitte 15
  • FDP-Liberale Fraktion 12
  • FDP 12
  • SP-Fraktion 8
  • SP 8
  • SVP-Fraktion 7
  • SVP 6
  • MCG 1
  • Grüne Fraktion 3
  • Grüne 3
  • GLP 1
  • Website
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    Ständeratssaal

    Da es im Ständerat mehr altgediente Politiker gibt als in der anderen Parlamentskammer, dem Nationalrat, wird er in der Deutschschweizer Umgangssprache auch mit dem ursprünglich berndeutschen Wort Stöckli (Auszugshaus) benannt.

    Mitgliederzahl

    Der Ständeratssaal während einer Sitzung

    Der Ständerat besteht aus 46 Mitgliedern, je einem für jeden der früher Halbkanton genannten Kantone (Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Nidwalden, Obwalden, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden) und je zwei für alle anderen Kantone. Der Kanton Zürich hat mit 1,5 Millionen Einwohnern also im Ständerat das gleiche Gewicht wie Uri mit 37'000 Einwohnern. Die Mitglieder des Ständerats werden als Ständerätinnen und Ständeräte bezeichnet (siehe auch Frauenanteile im Ständerat ab 1971).

    Weitere Informationen Abk, Kanton ...
    Liste der Ständeratssitze nach Kanton und Bevölkerung
    Abk Kanton Sitze Bevölkerung
    30. September 2025
    pro Sitz zu ZH
    [1]
    ZHKanton Zürich Zürich2 1'620'020 810'010 1
    BEKanton Bern Bern2 1'063'960 531'980 2
    LUKanton Luzern Luzern2 437'944 218'972 4
    URKanton Uri Uri2 38'275 19'138 42
    SZKanton Schwyz Schwyz2 168'931 84'466 10
    OWKanton Obwalden Obwalden1 39'662 39'662 20
    NWKanton Nidwalden Nidwalden1 45'345 45'345 18
    GLKanton Glarus Glarus2 42'371 21'186 38
    ZGKanton Zug Zug2 133'739 66'870 12
    FRKanton Freiburg Freiburg2 346'674 173'337 5
    SOKanton Solothurn Solothurn2 289'792 144'896 6
    BSKanton Basel-Stadt Basel-Stadt1 201'384 201'384 4
    BLKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft1 301'323 301'323 3
    SHKanton Schaffhausen Schaffhausen2 88'667 44'334 18
    ARKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden1 56'705 56'705 14
    AIKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden1 16'733 16'733 48
    SGKanton St. Gallen St. Gallen2 540'036 270'018 3
    GRKanton Graubünden Graubünden2 206'138 103'069 8
    AGKanton Aargau Aargau2 735'808 367'904 2
    TGKanton Thurgau Thurgau2 299'509 149'755 5
    TIKanton Tessin Tessin2 358'903 179'452 5
    VDKanton Waadt Waadt2 855'106 427'553 2
    VSKanton Wallis Wallis2 371'288 185'644 4
    NEKanton Neuenburg Neuenburg2 179'518 89'759 9
    GEKanton Genf Genf2 531'102 265'551 3
    JUKanton Jura Jura2 82'096 41'048 20
    CHAlle46 9'104'063 197'914 4
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    Wahlverfahren

    Die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft legt in Art. 150 fest, dass die Regelung der Wahl und Amtsdauer der Ständeräte in die Zuständigkeit der Kantone fällt. Somit existiert de jure im Gegensatz zum Nationalrat keine Gesamterneuerungswahl, demzufolge auch keine konstituierende Sitzung und kein Alterspräsident. Jeder Kanton ist also frei darin, den Zeitpunkt der Wahl und das Wahlverfahren für seine Ständeratsmitglieder selbst festzulegen. Unvereinbarkeitsregeln der Bundesversammlung sind seit 2003 anwendbar.[2]

    Mit der Zeit hat sich eine Vereinheitlichung des Wahlverfahrens ergeben. Vor 1874 waren die Kantonsvertreter vielerorts vom kantonalen Parlament bestimmt worden,[3] danach bestimmten alle Kantone früher oder später als Wahlmodus die unmittelbare Wahl durch das Kantonsvolk und legten die frühere Amtsdauer von in der Regel einem Jahr[2] auf nun einheitlich vier Jahre fest. Als letzter Kanton hat der Kanton Bern im Jahr 1977 die Volkswahl eingeführt.[4]

    Mit Ausnahme der Kantone Jura und Neuenburg[5], die ihre Ständeräte nach Proporz wählen, werden die Ständeräte heute in allen übrigen Kantonen mit Majorzwahl durch das Volk gewählt. Der Ständerat des Kantons Appenzell Innerrhoden wird an der Landsgemeinde gewählt; im Kanton Neuenburg können sich auch Ausländer an den Ständeratswahlen beteiligen. Seit einem Landsgemeindebeschluss gilt im Kanton Glarus das aktive Wahlrecht ab dem 16. Lebensjahr auf Gemeinde- und Kantonsebene, was eine Teilnahme an Ständeratswahlen (jedoch nicht an Nationalratswahlen) für unter 18-jährige ermöglicht. Im Kanton Glarus ist zudem das passive Wahlrecht insofern eingeschränkt, als bisherige Ständeratsmitglieder nicht wiedergewählt werden können, wenn sie das 65. Lebensjahr vollendet haben.[6]

    In allen Kantonen mit Ausnahme des Kantons Appenzell Innerrhoden findet die Wahl der Ständeräte am selben Tag statt wie die Nationalratswahl. In Appenzell Innerrhoden findet die Wahl an der traditionellen Landsgemeinde im April vor den Nationalratswahlen statt. In allen Kantonen, die den Ständerat im Majorzverfahren wählen, ist allerdings ein zweiter Wahlgang nötig, wenn im ersten Wahlgang nicht mindestens so viele Kandidaten das absolute Mehr erreicht haben, wie Sitze zu vergeben sind.

    Auch in den Kantonen Graubünden und Zug fand die Wahl der Ständeräte zunächst schon ein Jahr vor der Nationalratswahl statt. Per Verfassungsänderung im Jahre 2007 übernahmen auch die Bündner und Zuger die Praxis der Mehrheit aller Kantone und wählen ihre Ständeräte parallel zur Nationalratswahl. Während jedoch Graubünden die Änderung schon auf die Wahl 2007 vornahm, trat sie in Zug erst auf die nächsten Gesamterneuerungswahlen im Jahr 2011 in Kraft.

    Eine vorzeitige Auflösung des Ständerates ist nur im Falle einer vom Volk beschlossenen Totalrevision der Bundesverfassung möglich. Die vorzeitige Abwahl seiner Mitglieder ist lediglich im Kanton Uri vorgesehen. Ansonsten findet nur beim vorzeitigen Rücktritt oder beim Tod eines Ständerates eine Ersatzwahl für den Rest der Amtsperiode statt.

    Als Vertreter der Kantone wurden die Ständeräte zunächst von den jeweiligen Kantonsparlamenten bestimmt. Ab 1867 begannen verschiedene Kantone, ihre Ständeräte durch das Volk zu wählen. Die Einführung der Volkswahl war ein über hundert Jahre dauernder Prozess: Der Kanton Bern führte dieses Verfahren 1977 als letzter ein, während der 1979 gegründete Kanton Jura direkt dazu überging. Die nachfolgende Tabelle zeigt das Jahr der Einführung.[7]

    Leerer Ständeratssaal
    Weitere Informationen Kanton, Einführung ...
    KantonEinführungKantonEinführung
    Kanton Obwalden Obwalden1867Kanton Tessin Tessin1892
    Kanton Zürich Zürich1869Kanton Genf Genf1893
    Kanton Solothurn Solothurn1869Kanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden1895
    Kanton Thurgau Thurgau1869Kanton Schwyz Schwyz1898
    Kanton Schaffhausen Schaffhausen1876Kanton Luzern Luzern1904
    Kanton Nidwalden Nidwalden1877Kanton Aargau Aargau1904
    Kanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden1877Kanton Waadt Waadt1917
    Kanton Graubünden Graubünden1880Kanton Wallis Wallis1921
    Kanton Zug Zug1881Kanton St. Gallen St. Gallen1967
    Kanton Glarus Glarus1887Kanton Neuenburg Neuenburg1971
    Kanton Uri Uri1888Kanton Freiburg Freiburg1972
    Kanton Basel-Stadt Basel-Stadt1889Kanton Bern Bern1977
    Kanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft1892Kanton Jura Jura1979
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    Parteien

    Marianne Binder-Keller | Die Mitte | * 15. Juni 1958 | AGPirmin Bischof | Die Mitte | * 24. Februar 1959 | SOPascal Broulis | FDP | * 3. April 1965 | VDThierry Burkart | FDP | * 21. August 1975 | AGAndrea Caroni | FDP | * 19. April 1980 | ARIsabelle Chassot | Die Mitte | * 18. März 1965 | FRMarco Chiesa | SVP | * 10. Oktober 1974 | TIMathilde Crevoisier Crelier | SP | * 5. Januar 1980 | JUJosef Dittli | FDP | * 11. April 1957 | URStefan Engler | Die Mitte | * 30. Mai 1960 | GRErich Ettlin | Die Mitte | * 30. Mai 1962 | OWDaniel Fässler | Die Mitte | * 22. August 1960 | AIFabien Fivaz | Grüne | * 25. Februar 1978 | NEEsther Friedli | SVP | * 4. Juni 1977 | SGJohanna Gapany | FDP | * 25. Juli 1988 | FRHannes Germann | SVP | * 1. Juli 1956 | SHAndrea Gmür-Schönenberger | Die Mitte | * 17. Juli 1964 | LUPetra Gössi | FDP | * 12. Januar 1976 | SZMaya Graf | Grüne | * 28. Februar 1962 | BLBrigitte Häberli-Koller | Die Mitte | * 23. August 1958 | TGPeter Hegglin | Die Mitte | * 25. Dezember 1960 | ZGEva Herzog | SP | * 25. Dezember 1961 | BSBaptiste Hurni | SP | * 4. April 1986 | NEDaniel Jositsch | SP | * 25. März 1965 | ZHCharles Juillard | Die Mitte | * 17. Dezember 1962 | JUPierre-Yves Maillard | SP | * 16. März 1968 | VDMarianne Maret | Die Mitte | * 15. Juni 1958 | VSMatthias Michel | FDP | * 20. März 1963 | ZGTiana Angelina Moser | glp | * 6. April 1979 | ZHBenjamin Mühlemann | FDP | * 1. Februar 1979 | GLDamian Müller | FDP | * 25. Oktober 1984 | LUMauro Poggia | MCG | * 25. April 1959 | GEFabio Regazzi | Die Mitte | * 22. Juni 1962 | TIBeat Rieder | Die Mitte | * 12. Februar 1963 | VSFranziska Roth | SP | * 17. April 1966 | SOWerner Salzmann | SVP | * 5. November 1962 | BEMartin Schmid | FDP | * 24. Mai 1969 | GRPirmin Schwander | SVP | * 28. Dezember 1961 | SZCarlo Sommaruga | SP | * 8. Juli 1959 | GEJakob Stark | SVP | * 8. September 1958 | TGSeverin Brüngger | FDP | * 18. April 1978 | SHFlavia Wasserfallen | SP | * 7. Februar 1979 | BEHans Wicki | FDP | * 18. Februar 1964 | NWBenedikt Würth | Die Mitte | * 20. Januar 1968 | SGHeidi Z'graggen | Die Mitte | * 1. Februar 1966 | URMathias Zopfi | Grüne | * 14. Dezember 1983 | GLAmtliches BulletinBundesrat/rätinBundesrat/rätinBundesrat/rätinBundesrat/rätinBundesrat/rätinBundesrat/rätinProtokollführer/inRedner/inRatssekretäre/innenGrüne Fraktion der Bundesversammlung (G)Grünliberale Fraktion der Bundesversammlung (GL)Sozialdemokratische Fraktion der Bundesversammlung (S)FDP-Liberale Fraktion der Bundesversammlung (RL)Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. (M-E) der Bundesversammlung (M-E)Fraktion der Schweizerischen Volkspartei der Bundesversammlung (V)
    Sitzordnung Ständerat ab Mai 2026 nach Fraktion

    Aufgrund des Wahlverfahrens unterscheidet sich die Zusammensetzung des Ständerates nach Parteien von jener im Nationalrat – seit Jahrzehnten sind die FDP sowie die Mitte die zwei stärksten Parteien, während die SVP (ebenso wie früher die SP) deutlich schwächer ist als in der grossen Kammer.

    Die 46 Sitze verteilen sich wie folgt (jeweils zu Beginn der Legislaturperiode):

    Weitere Informationen Partei ...
    Partei202320192015201120072003199919951991198719831979[Anm. 1]197519711967
    Die Mitte/CVP 15[Anm. 2]1313131515151616211819181718
    FDP 111213111214181718141411141515
    SP 99121199653469642
    SVP 665578754455556[Anm. 3]
    Grüne 35122
    GLP 121
    BDP [Anm. 4]11
    LPS [Anm. 5]23232122
    LdU [Anm. 6]1111
    übrige 1[Anm. 7]1[Anm. 8]1[Anm. 8]1[Anm. 8]1[Anm. 9]
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    Anmerkungen

    1. Der Kanton Jura wurde 1979 gegründet, daher stieg die Anzahl Ständeräte von 44 auf 46.
    2. Erste Wahl nach Umbenennung von CVP und Fusion mit der BDP
    3. 3 Sitze für Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei, 3 für Demokratische Parteien aus den Kantonen Glarus und Graubünden. Diese Parteien schlossen sich 1971 zur Schweizerischen Volkspartei zusammen.
    4. Fusion mit der CVP zu Die Mitte im Jahre 2021
    5. Fusion mit der FDP im Jahre 2009.
    6. Auflösung am 4.12.1999
    7. parteilos

    Aufgaben und Zuständigkeiten

    Ständerat und Nationalrat nehmen gemeinsam die Aufgaben der Bundesversammlung wahr und besitzen dieselben Zuständigkeiten.

    Sessionen

    Für Ständerat und Nationalrat gelten dieselben Regeln für die Durchführung der Sessionen.

    Verfahren

    Für Ständerat und Nationalrat gelten dieselben allgemeinen Verfahrensregeln.

    Parlamentarische Instrumente, Vorstösse

    Ständerat und Nationalrat verfügen über dieselben parlamentarischen Instrumente.

    Organe

    Ständerat und Nationalrat sind Organe der Bundesversammlung; die Regelungen für ihre internen Organe (Präsidium, Büro, Kommissionen, Fraktionen) sind weitgehend identisch.

    Einkommen und Entschädigungen

    Bis zur Änderung vom 21. Juni 2002 des Entschädigungsgesetzes oblag die Entschädigung der Ständeräte zum grösseren Teil den Kantonen. Seit dann ist der Bund dafür zuständig, wie bereits seit 1848 auch für die Entschädigung der Nationalräte.[8]

    Öffentlichkeit des Ratsbetriebs und Offenlegungspflichten der Ratsmitglieder

    Die Verhandlungen von Nationalrat und Ständerat werden im Internet live übertragen und im «Amtlichen Bulletin» publiziert. Zu jeder Abstimmung wird in beiden Räten die Stimmabgabe jedes Ratsmitglieds veröffentlicht. Für die Ratsmitglieder bestehen verschiedene Offenlegungspflichten; z. B. müssen sie ihre beruflichen Tätigkeiten ausserhalb des Parlaments, insbesondere in Verwaltungsräten und ähnlichen Gremien in einem öffentlichen Register eintragen. Ein weiteres öffentliches Register informiert über die Ausweise für einen dauerhaften Zutritt zum Bundeshaus, welche jedes Ratsmitglied für zwei Gäste (z. B. Lobbyisten) ausstellen lassen kann. Kommissionssitzungen sind grundsätzlich nicht öffentlich.

    Sprachen

    Mitglieder

    Geschichte

    Die Rolle des Ständerates als Kantonsvertretung schälte sich in den Vorarbeiten zur ersten Bundesverfassung von 1848 heraus. Der konservativen Konfliktpartei im Sonderbundskrieg lag viel daran, den Kantonen eine gewisse staatliche Souveränität zu bewahren. Als Kompromiss billigten die siegreichen Liberalen der Gegenpartei als Ersatz für die Tagsatzung den Ständerat zu, der mit seiner Stimmenparität aller Kantone den vorab kleinen Sonderbundskantonen ein überproportionales Stimmengewicht verlieh und damit im neu geschaffenen Bundesstaat einen Ausgleich zum Nationalrat schuf. Das System war allerdings nicht selber erfunden, sondern imitierte unübersehbar das Zweikammersystem der US-amerikanischen Verfassung. Im Gegensatz zu der seit dem Mittelalter tradierten Tagsatzung stimmen die Mitglieder des Ständerates jedoch nicht nach Weisungen (Instruktionen) der Kantone, sondern nach eigenem politischem Ermessen und politisch-ökonomischer Interessenlage respektive Parteizugehörigkeit.

    In den ersten Jahren des Bundesstaats versammelte sich der Ständerat im Rathaus zum Äusseren Stand an der Zeughausgasse.[9][2] 1858 zog er um in das neu errichtete «Bundes-Rathaus» (heute Bundeshaus West);[10][11] seit 1902 tagt er im Parlamentsgebäude.

    Siehe auch

    Literatur

    • Philipp Albrecht, Dennis Bühler, Bettina Hamilton-Irvine: Im Goldfischteich. In: Republik. 15. November 2019.
    • Andrea Caroni, Barbara Brun del Re: Art. 82: Veröffentlichung des Stimmverhaltens. In: Martin Graf, Andrea Caroni (Hrsg.): Parlamentsrecht und Parlamentspraxis der Schweizerischen Bundesversammlung. Kommentar zum Parlamentsgesetz (ParlG) vom 13. Dezember 2002. 2., überarbeitete Auflage. Helbing Lichtenhahn, Basel 2024, ISBN 978-3-7190-4742-9, S. 760–766 (sgp-ssp.net).
    • Boris Burri: Art. 36: Geschäftsreglemente. In: Martin Graf, Andrea Caroni (Hrsg.): Parlamentsrecht und Parlamentspraxis der Schweizerischen Bundesversammlung. Kommentar zum Parlamentsgesetz (ParlG) vom 13. Dezember 2002. 2., überarbeitete Auflage. Helbing Lichtenhahn, Basel 2024, ISBN 978-3-7190-4742-9, S. 376–382 (sgp-ssp.net).
    • Sean Mueller, Adrian Vatter (Hrsg.): Der Ständerat (= Politik und Gesellschaft in der Schweiz. Band 11). NZZ Libro, Basel 2020, ISBN 978-3-907291-08-5.
    Commons: Ständerat – Sammlung von Bildern

    Einzelnachweise

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