St.-Nikolaus-Basilika (IJsselstein)
katholische Kirche in IJsselstein
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Die St.-Nikolaus-Basilika (niederländisch St. Nicolaasbasiliek) ist eine römisch-katholische Kirche in IJsselstein in den Niederlanden. Die zum Erzbistum Utrecht gehörende Pfarrkirche trägt seit 1972 den Titel einer Basilica minor[1] und ist seit 1976 als Rijksmonument[2] geschützt.


Geschichte
Eine dem heiligen Nikolaus von Myra gewidmete Pfarrkirche – die heutige Oude Nicolaaskerk – wurde 1310 geweiht und 1398 an ihr ein Kollegiatstift mit acht Kanonikern eingerichtet. Nachdem diese 1577 der Niederländisch-reformierten Kirche überlassen wurde, entstand erst im 19. Jahrhundert in Ijsselstein wieder eine 1866 gegründete römisch-katholische Kirchengemeinde, für die in den Jahren 1885 und 1887 nach einem Entwurf von Alfred Tepe der heutige Kirchenbau errichtet wurde. Der Bau hat eine Länge von 51,8 Metern und eine Breite von 24 Metern, sein Turm eine Höhe von 70 Metern.
In den 1960er Jahren bestanden Pläne, die als baufällig angesehene Kirche abzureißen. Schließlich wurde die Kirche einschließlich der Orgel zwischen 1968 und 1972 restauriert und 1976 in die Denkmalliste aufgenommen, womit sie als eines der ersten Gebäude aus dem 19. Jahrhundert zum niederländischen Nationaldenkmal wurde.
Architektur
Die Ijsselsteiner Nicolaus-Basilika wurde als dreischiffige, fünfjochige Hallenkirche in neugotischen Formen errichtet. Im Osten schließt sie in einem dreiteiligen Chor, dessen Mittelapsis als 5/10-Schluss gestaltet ist, während die beiden niedrigeren Nebenapsiden Oktogone bilden. Im Westen ist über quadratischem Grundriss ein massiver Turm vorgesetzt, der von zwei seitlichen Kapellenbauten eingefasst ist. Mittelschiff und Hauptchor sind unter einem durchlaufenden Satteldach zusammengefasst, die Seitenschiffsjoche einzeln von Querwalmdächern, die beiden seitlichen Chorkapellen von Zeltdächern überdeckt, den Kirchturm schließt ein achtseitiger Steilhelm. Der Kirchenraum ist über Kantonierter Pfeiler mit spätgotischen Netz- und Sterngewölben eingewölbt. Die Maßwerkfenster sind mit spätgotischen Fischblasenfigurationen gestaltet.
In seiner Baukörperformation und bis in Einzelheiten seiner architektonischen Gestaltung folgt der Kirchenbau dem Vorbild von St. Lamberti im westfälischen Münster in dem nach der Restaurierung durch Hilger Hertel um 1885 erreichten Bauzustand, wobei die reiche spätgotische Gestaltung der Strebepfeiler am Außenbau durch die Umsetzung in Backstein vereinfacht wurde. Lediglich der Kirchturm, dessen Neubau in Münster erst 1887 begonnen wurde, folgt dem mittelalterlichen Vorbild niederrheinischer Kirchtürme.
Ausstattung
Wesentliche Teile der Kirchenausstattung stammen von Mitgliedern der St. Bernulphusgilde. So schuf der Bildhauer Friedrich Wilhelm Mengelberg bis 1889 den linken Seitenaltar, das Siegeskreuz und den Kreuzweg, der farbenprächtige Hochaltar folgte 1893, der rechte Seitenaltar 1900. Heinrich Geuer fertigte 1889 das zentrale Fenster über dem Hochaltar, die anderen, großen Fenster wurden erst zwischen 1923 und 1950 farbig ausgestattet, wie auch die Wände und Gewölbe erst ab 1925 ausgemalt wurden. Die neugotische Chorbank stammt aus der Biltstraatkirche in Utrecht.
Orgel
1908 erhielt die Nicolauskirche eine Orgel mit pneumatischer Traktur der Orgelbaufirma Maarschalkerweerd & Zoon. Eine 1972 vorgenommene Überarbeitung und Erweiterung wurde bei der Restaurierung der Jahre 1987–90 wieder auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Die Orgel befindet sich mit zweigeteiltem Prospekt beiderseits des Turmfensters auf der Westempore. Die Orgel besitzt folgende Disposition:[3]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Wallfahrtsbasilika
St. Nikolaus ist mit seiner Marienstatue eine Wallfahrtskirche, das Gnadenbild Unserer Liebe Frau von Eiteren, Hilfe in Not aus dem 13. Jahrhundert wird in der Marienkapelle gezeigt. Papst Paul VI. verlieh der Kirche am 11. November 1972 wegen ihrer Bedeutung als Wallfahrtsort den Titel einer Basilika minor.
Literatur
- Kerkegids IJsselstein, Historische Kring IJsselstein, Juli 1981
- A.J. Looijenga, De Utrechtse school in de neogotiek. De voorgeschiedenis en het Sint Bernulphusgilde, proefschrift Universiteit Utrecht, 1991
- Paul Philippot, Denis Coekelberghs u. a., L'architecture religieuse et la sculpture baroque dans les Pays-Bas Meridionaux et la principauté de Liège, 1600–1770, Sprimont 2003
Weblinks
- Geschichte der Basilika (niederländisch)