St. Cyriakus (Worms)
Kirchengebäude in Worms-Neuhausen
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Die St.-Cyriakus-Kapelle ist ein profaniertes, ehemalig römisch-katholisches Kirchengebäude in Worms-Neuhausen.


Geografische Lage
Die Kapelle liegt an der Kirchgasse 14 im historischen Ortskern des ehemaligen Dorfes Neuhausen, heute ein Stadtteil von Worms. Mit ihrer Längsseite richtet sie sich am Straßenverlauf aus und ist so nach Nordosten ausgerichtet.
Geschichte
Die St.-Cyriakus-Kapelle wurde für die kleine, aber durch die Industrialisierung schnell wachsende römisch-katholische Gemeinde in Neuhausen errichtet. Der Entwurf stammt von Pierre Cuypers, der bis 1877 Mainzer Dombaumeister war. Ausgeführt wurde der Bau dann in etwas vereinfachten Formen von Joseph Lucas, der 1879 Mainzer Dombaumeister wurde. Die Ausführung lag bei dem Wormser Bauunternehmer Johann David Straub.[1] Das Patrozinium wurde von dem im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 zerstörten, mittelalterlichen Cyriakusstift übernommen, das in Neuhausen stand.
Die Kapelle wurde 1880 geweiht. Die Zahl der Gemeindeglieder in Worms-Neuhausen wuchs ständig weiter und die geringe Größe der St.-Cyriakus-Kapelle reichte nicht mehr aus. Die Gemeinde kaufte deshalb – wohl nach dem Ersten Weltkrieg – eine Kirchenbaracke, die 1915 in einem Kriegsgefangenenlager in Worms-Pfiffligheim errichtet worden war und nun nach Neuhausen transloziert wurde.[2]
1928 wurde die St.-Amandus-Gemeinde als eigene römisch-katholische Gemeinde für Worms-Neuhausen gegründet und errichtete dann in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg in mehreren Stufen ein eigenes Kirchengebäude, die heutige Kirche St. Amandus. Die St.-Cyriakus-Kapelle wurde nicht mehr benötigt, profaniert und dient heute als Wohnhaus.[2]
Gebäude
Die St.-Cyriakus-Kapelle entstand in neugotischem Stil, wahrscheinlich auf älteren Fundamenten. Ungewöhnlich für die Sakralarchitektur im Wormser Raum ist, dass das Gebäude mit Klinkern verkleidet ist, was sich aus der Herkunft beider beteiligter Architekten, Pierre Cuypers und Joseph Lucas, aus den Niederlanden erklärt. Über dem Eingangsbereich im Südwesten erhebt sich ein kleiner Dachreiter für eine Glocke. An dem Gebäude befinden sich modernere Anbauten. Es ist ein Kulturdenkmal aufgrund des Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Kulturdenkmäler.[3]
Literatur
- Diana Ecker: Kirchen, Kapellen und Heiligenhäuschen. Katholische Glaubensorte in Rheinhessen. Matthias Ess, Bad Kreuznach 2016. ISBN 978-3-945676-17-2, S. 270.
- Irene Spille: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz 10 = Stadt Worms. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 1992. ISBN 978-3-88462-084-7, S. 254.