St. Jakobus (Hambach)

Kirchengebäude in Neustadt an der Weinstraße From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Kirche St. Jakobus ist ein in ihrer gegenwärtigen Form Mitte des 18. Jahrhunderts errichtetes römisch-katholisches Gotteshaus in Neustadt an der Weinstraße, das jedoch einen älteren Kern besitzt.[1] Es steht unter Denkmalschutz.

Schnelle Fakten Daten, Besonderheiten ...
St. Jakobus

Daten
Ort Hambach an der Weinstraße
Architekt Johann Georg Stahl
Baustil ursprünglich Gotik, ab Mitte des 18. Jahrhunderts nach Umbau spätbarocker Saalbau
Baujahr vor 1221;
Umbau 1747–1751
Koordinaten 49° 20′ 5,5″ N,  7′ 46,7″ O
St. Jakobus (Rheinland-Pfalz)
St. Jakobus (Rheinland-Pfalz)
Besonderheiten
* Gebäude erhielt seine jetzige Form Mitte des 18. Jahrhunderts, als das Kirchenschiff neu errichtet wurde
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Lage

Die Kirche steht im Norden des Stadtteils Hambach an der Weinstraße in der Freiheitsstraße 3 auf einem Ausläufer des Heidelbergs. Der Bereich wird oft als Oberhambach bezeichnet. Östlich verläuft die Deutsche Weinstraße. Auf dem umgebenden Kirchhof steht eine barocke Kreuzigungsgruppe, die mit 1731 bezeichnet ist und von J. J. Weber junior aus Herxheim stammt. An der Außenwand stehen Grabsteine aus dem 15., 18. und 19. Jahrhundert.

Unmittelbar südlich der Kirche liegen Weinberge des Weinanbaugebiets Pfalz.[2] Im näheren Einzugsgebiet befinden sich unter anderem das gründerzeitliche Herrenhaus Grohé, das katholische Pfarrhaus und die Fürstbischöfliche Küferei.

Geschichte

Ursprünglich befand sich an der Stelle seit dem neunten Jahrhundert eine Holzkirche. 1221 forderte Konrad III. von Scharfenberg, seinerzeit Bischof von Speyer, sie durch ein Bauwerk aus Stein zu ersetzen. Diese Kirche war eine Wehrkirche im Stil der Gotik. Der Chorturm wurde 1274 gebaut; in ihm befinden sich Wandmalereien, die mit der Jahreszahl 1350 bezeichnet sind.[2]

Mitte des 18. Jahrhunderts fand ein grundlegender Umbau der Kirche statt. In diesem Zuge erhielt sie ein neues Schiff im Stil eines spätbarocken Saalbaus, der 1750 und 1751 errichtet wurde. Architekten waren der fürstbischöfliche Baumeister Johann Georg Stahl und dessen Bruder Johann Leonhard. In das in dieser Form neue Bauwerk wurde der alte Chorturm des Vorgängerbaus einbezogen, der dafür bereits von 1747 bis 1750 aufgestockt worden war.

Bis 2015 bildete die Kirche eine eigenständige Pfarrei innerhalb des Dekanats Bad Dürkheim und gehörte zur Pfarreigemeinschaft Neustadt. Seit 1. Januar 2016 ist sie eine Filiale der Pfarrei Hl. Geist mit Sitz in Geinsheim.[3] Die ursprüngliche Adresse Jakobusplatz 1 wurde in den 2020er Jahren in Freiheitsstraße 3 geändert.

Innenausstattung

Blick ins Innere der Kirche

Im Inneren der Kirche befindet sich ins Mittelalter zurückgehende Wandmalerei, die die Heilsgeschichte darstellt.[2] Die Ausstattung ist im Stil des Rokoko gehalten.

Der Hochaltar und die Kanzel stammen von dem Bildhauer Vinzenz Möhring.[4] Der Hochaltar enthält Ornamente, Voluten Muschelwerk. Mittelpunkt ist ein fast 40 Jahre lang verschollenes und 2021 nach eineinhalb Jahren Restaurierung wieder eingesetztes Ölgemälde des Apostels Jakobus der Ältere, des Schutzpatrons der Kirche. Restauratorin war Eva Lincul aus Neustadt an der Weinstraße. Das von dem Bruchsaler Hofmaler Johann Lothar Schweickart geschaffene Bild zeigt den Heiligen als Pilger mit Stab, daran befestigt ein Brotbeutel, und mit einer Muschel als Trinkschale auf der Brust. Über ihm schweben drei Engel mit Palmzweig und Lorbeerkranz als Zeichen des Märtyrers.[5][1]

Im reich verzierten Altarauszug auf einem von vier Rundsäulen und zwei kleineren eckigen Säulen getragenen Gebälk ist unter einer großen Königskrone die Heilige Dreifaltigkeit dargestellt, in kleinen Skulpturen links Jesus mit dem Kreuz und rechts Gottvater, zwischen ihnen eine goldene Weltkugel. In einem gerahmten Gemälde über ihnen, von dem Strahlen nach unten ausgehen, schwebt der Heilige Geist in Gestalt der Taube. Begleitet wird das Gesamtbild von Engelsgestalten.

Seit dem Umbau Mitte des 18. Jahrhunderts hatte die Kirche zunächst eine Orgel des Orgel- und Klavierbauers Johann Philipp Seuffert. 1834 wurde sie von Wendelin Ubhaus auf die obere Empore versetzt, dazu das Gehäuse gekürzt und die Spielanlage an die Seite verlegt. 1886 wurde eine neue Orgel mit mechanischen Kegelladen in das historische Gehäuse eingebaut. Diesem Neubau folgte 1948 ein weiterer von Paul Sattel mit elektrischen Kegelladen. Die gegenwärtige Orgel wurde 1979 von Gebr. Späth Orgelbau errichtet.[6]

Literatur

Commons: St. Jacobuskirche (Hambach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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