St. Johannes (Augsburg-Oberhausen)

fünfschiffige Emporenkirche mit eingezogenem Rechteckchor und fünfgeschossigem Nordriegel mit Satteldach und Dachreiter, von Oswald Bieber, 1928/30, mit Ausstattung From Wikipedia, the free encyclopedia

St. Johannes ist eine evangelische Kirche in Augsburg-Oberhausen und eine Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

St. Johannes in Augsburg-Oberhausen

Geschichte

Ein evangelischer Betsaal im katholisch geprägten Oberhausen wurde 1877 als Ableger der Heilig-Kreuz-Gemeinde an der nahe gelegenen Branderstraße erwähnt, der aber 1960 abgebrochen wurde.

Im Lutherjahr 1893 wurde ein Kirchenbauverein für die Wertachvorstädte gegründet. Ein neues Bethaus wurde 1902 an der Ulmer Straße errichtet. Ab 1915 hatte Oberhausen einen eigenen evangelischen Pfarrer.[1]

1928 erfolgte die Grundsteinlegung der neuen Kirche an der Donauwörther/Ecke Ulmer Straße, entworfen von Oswald Bieber und zur 400-Jahr-Feier der Confessio Augustana 1930 geweiht.

1944 wurde sie bei Luftangriffen eher leicht beschädigt. Eine Innenrenovierung erfolgte zum 50jährigen-Jubiläum 1980.[2]

Inzwischen ist das Kirchengebäude für die Gemeinde zu groß geworden und im Unterhalt nicht mehr zu finanzieren.[3] Eine "Diakoniekirche" mit sozial-kultureller Nutzung des Kirchenraums und der Unterbringung einer Suchthilfeeinrichtung im bisherigen Pfarr- und Gemeindehaus ist geplant[4][5] und soll ab 2026 umgesetzt werden.[6][7]

Ausstattung

Innenraum

Die dreischiffige Emporenkirche mit flachem Chorschluss und breitem, neuromanischem Nordriegel als Portalfassade folgt dem Stil der Moderne der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

Ein großes Fresko der Kreuzigung mit Maria und Johannes von Gottlieb Gottfried Klemm (1872–1955) prägt den Altarraum. Die vier Evangelistensymbole in den vier Ecken des Raumes und das Taufbecken sind Werke des Münchner Professors Joseph Wackerle.[1]

Orgel

Spieltisch der Steinmeyer-Orgel

1930 wurde von der Orgelbaufirma G. F. Steinmeyer & Co. aus Oettingen als opus 1520 ein elektropneumatisches Orgelwerk mit 34 Registern auf 3 Manualen und Pedal errichtet. Das Instrument erlebte keine baulichen Veränderungen und befindet sich noch heute im Originalzustand.[8]

Glocken

Alle vier Glocken wurden im Jahr 1929 von der Gießerei Schilling & Lattermann in Apolda gegossen[9] und läuten an gekröpften Jochen. Es handelt sich vermutlich um das tontiefste Eisenhartgussgeläut Bayerns.[10]

Weitere Informationen Name, Schlagton ...
Name Schlagton Gewicht Inschrift
Bekenntnisglocke b0 4.300 kg Ich rede von deinen Zeugnissen[11]
Lutherglocke des' 2.400 kg Das sollen wir wissen, daß all unser Schirm und Schutz allein in dem Gebet steht
Melanchthonglocke es' 1.750 kg Es ist der Glaube nichts anderes als herzliches Vertrauen zur Barmherzigkeit Gottes, die uns in Christus verheißen
Friedensglocke f' 1.250 kg Nach wechselvollem Glaubensringen durft Augsburg einst den Frieden bringen. Nach blutig ernsten Weltkriegszeiten soll diese Glocke Frieden läuten.[9]
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Einzelnachweise

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