St. Ludwig (Scheibenhardt)
Kirchengebäude in Scheibenhardt
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Die römisch-katholische Kirche St. Ludwig in Scheibenhardt steht an der örtlichen Hauptstraße im Kreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Sie gehört zur Wörther Pfarrei Heiliger Christophorus im Bistum Speyer und trägt das Patrozinium des französischen Königs Ludwig dem Heiligen. Das Kirchengebäude steht unter Denkmalschutz.
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| Basisdaten | |
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| Konfession | römisch-katholisch |
| Ort | Scheibenhardt, Deutschland |
| Diözese | Bistum Speyer |
| Patrozinium | Ludwig der Heilige |
| Baugeschichte | |
| Architekt | Schönwetter, Schaltenbrand (Neustadt a. d. W.) |
| Bauzeit | 1930–1931 |
| Baubeschreibung | |
| Einweihung | 27. September 1931 |
| Baustil | Moderne |
| Ausstattungsstil | Moderne |
| Bautyp | Saalkirche |
| 48° 58′ 53,4″ N, 8° 8′ 36,9″ O | |


Lage
Das Kirchengebäude liegt am Rande des Ortes an der Hauptstraße, wo der Ortsausgang in Richtung Neulauterburg beginnt. Während die Kirche etwa 22 Meter von der Straße entfernt steht, ist das Pfarrhaus rechtwinklig zu dieser angeordnet und schließt als Seitenflügel an den Flankenturm der Kirche an.
Geschichte
Bis zum Ende des Wiener Kongresses im Jahr 1815, waren der heute französische Ort Scheibenhard und das deutsche Scheibenhardt noch eine einzige Gemeinde. Sie war Teil des Hochstifts Speyer. Im Mittelalter wurden die Gläubigen ursprünglich von Lauterbourg aus seelsorgerisch betreut. Aufgrund der Entfernung, die es den Menschen kaum erlaubte regelmäßig die Kirche in Lauterbourg aufzusuchen, wurde zum 1. Dezember 1306 unter Genehmigung des Dompropstes Peter von Fleckenstein eine eigene Pfarrei errichtet. Aus dem Stiftungsbrief geht hervor, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Kirche in Scheibenhardt vorhanden war. Diese stand samt Pfarrhaus auf dem heutigen Friedhof des elsässischen Orts.
Zum Ende des 14. oder im 15. Jahrhundert ging die Pfarrei in den Wirren einer „kaiserlosen Zeit“ wieder unter, sodass die Scheibenhardter wieder von Lauterbourg aus betreut wurden. Im Jahr 1729 konnte eine Visitation der Pfarrei erreicht werden, die feststellte, dass es sich bei Scheibenhardt um eine eigene Pfarrei handelt. Ein eigener Pfarrer wurde 1733 vom Speyerer Bischof entsandt. Da dieser, anders als in der Stiftungsurkunde angegeben, kein Pfarrhaus vorfand, wurde schließlich ein Prozess in Colmar geführt. Das Gericht entschied im März 1745, dass nicht die Gemeinde, sondern das Domkapitel dafür verantwortlich war. Um 1788 wurde das mittelalterliche Kirchengebäude durch einen Neubau namens St. Georg ersetzt. Im Jahr 1815 wurde der Ort in eine elsässische und eine pfälzische Gemeinde geteilt.
Bis 1930 gehörten die Katholiken im deutschen Scheibenhardt zur Gemeinde im französischen Scheibenhard. Wegen zunehmender Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich entstand im deutschen Teil der zunehmende Wunsch nach einer eigenen Kirche. 1928 gründete sich die Kirchenstiftung Scheibenhardt, die sich für den Neubau einsetzte. So wurde 1930 eine eigene Kuratie im Bistum Speyer errichtet. Mit Mitteln i. H. v. 150.000 RM aus dem Westgrenzfonds der Reichsregierung konnten am 23. April 1930 die erforderlichen Grundstücke erworben und anschließend der Neubau begonnen werden. Am 7. September 1930 erfolgte die Grundsteinlegung durch den Speyerer Bischof Ludwig Sebastian. Etwa ein Jahr später, am 27. September 1931, wurde das nach Plänen der Architekten Schönwetter und Schaltenbrand aus Neustadt an der Weinstraße errichtete Kirchengebäude geweiht.
Ab 1968 wurde die Kuratie von dem elsässischen Pfarrer geführt.[1.1] Infolge der Pfarreienreform im Bistum Speyer gehört die Kirche seit dem 1. Januar 2016 zur neuen Wörther Großpfarrei Heiliger Christophorus mit Pfarrkirche in Maximiliansau.[2]
Außenbeschreibung


Das Kirchengebäude wurde als schlichte Saalkirche im modernen Stil errichtet. Der an das Kirchenschiff angebaute Flankenturm dominiert mit 40 Metern Höhe den Blick auf die Kirche und ist fast im ganzen Dorf einsehbar. Sein mit dunklem Schiefer gedeckter Knickhelm wird von einem schmiedeeisernen Kreuz mit kupfernem Turmhahn bekrönt. Eine Besonderheit ist der verhältnismäßig große Giebel mit der darunterliegenden mehrfach rundbogig-gegliederten Nische, in der sich das Eingangsportal befindet. Dessen Sturz trägt ein Hochrelief des Frankfurter Bildhauers William Ohly, das Ludwig den Heiligen zeigt. Das Portal selbst ist mit grünpatinierten Bronzeplatten beschlagen. Neben dem Eingangsportal sind zwei rechteckige Fenster eingelassen, die mit geschmiedeten Zeichen des Heilands versehen sind. Der Chor auf der Rückseite ist dreiseitig abgewalmt. Links und rechts des Chors befinden sich zwei Anbauten, die als Sakristei und Paramentenkammer fungieren. Alle Dachflächen sind mit altroten Pfannen der Ludowici Ziegelwerke gedeckt. Die Bausubstanz befindet sich noch im Erbauungszustand und hat einen hohen Sanierungsbedarf.[1.2]
Innenbeschreibung

Der einschiffige Innenraum wird durch eine sichtbare Holzbalkendecke geprägt. Fünf Querbinderbalken ruhen auf Steinkonsolen und tragen die Deckenkonstruktion. Die übrigen Deckenbalken und die Schalung verlaufen in Längsrichtung des Kirchenschiffs. Im Bereich des Chors ist die Decke des Langhauses um etwa 1,50 Meter angehoben und erreicht die Höhe der Chordecke. Die Decke der Orgelempore ist ebenfalls als Holzbalkenkonstruktion ausgeführt und ruht auf zwei eichenen Stützen.
Der Chor liegt um fünf Stufen erhöht und öffnet sich mit einem halbkreisförmigen Bogen zum Langhaus. Die zehn Fenster des Langhauses und die zwölf hochliegenden Chorfenster sind in Rundbogennischen eingefasst. Die Langhausfenster zeigen Darstellungen der Zehn Gebote nach Entwürfen des Kunstmalers Glücker aus Stuttgart. Die Chorfenster und die Emporenfenster sind farbig gestaltet. Die Wände sind verputzt. Der Fußboden des Kirchenraums und die Altarstufen bestehen aus Solnhofener Platten, in den Bereichen der Empore und der Sakristei aus Steinholz.
Die Unterbauten der Altäre, die Pfeiler der Kommunionbank, die Kanzel und der Taufstein bestehen aus Klinkern. Die Altarplatten sind aus Sandstein gefertigt; die Platte des Hochaltars ist über drei Meter lang. Der Hochaltar trägt ein dreiteiliges Majolikarelief nach einem Modell des Bildhauers Claire aus Kaiserslautern mit Darstellungen der Geburt, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Die Kommunionbank, die Apostelleuchter und weitere Ausstattungsteile sind aus Metall gefertigt. Kanzel, Beichtstuhl und Kirchenbänke bestehen aus Holz.
Orgel

Die Orgel wurde 1959 und 1960 von Hugo Wehr (Haßloch) mit mechanischen Trakturen gebaut. Sie ersetzte ein von Franz Kämmerer (Speyer) gebautes Vorgängerinstrument mit pneumatischen Trakturen. Die heutige Orgel verfügt über 18 Register auf zwei Manualen und Pedal. Ihre Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Inzwischen ist die Orgel mit Schimmel befallen.[1.2] Die Disposition lautet:[3]
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- Koppeln: II/I, I/P, II/P
Seelsorge
Alljährlich wird ein deutsch-französisches Brückenfest mit gemeinsamem Gottesdienst gefeiert.[1.1]
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024, S. 31 (rlp.de [PDF; 6,7 MB; abgerufen am 30. Juli 2025]).
- Wolfgang Klein: St. Ludwig Scheibenhardt 1931–1981. Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der Einweihung der Kirche St. Ludwig in Scheibenhardt/Pfalz am 27. September 1931. Scheibenhardt 1981.
