St. Margarethen (Kirchberg)
baugeschichtlich und ortsgeschichtlich von Bedeutung, städtebaulich dominanter barocker Kirchenbau, Westturm mit pagodenartiger Laterne. Saalbau mit Satteldach über dem Langhaus, polygonaler Ostabschluss mit Strebepfeilern, an der Westseite quadrat
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Die evangelische Kirche St. Margarethen ist eine im Kern gotische, barockisierte Saalkirche in Kirchberg im Landkreis Zwickau in Sachsen. Sie gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Kirchberg im Kirchenbezirk Zwickau der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.



Geschichte und Architektur
Die Kirche St. Margarethen ist eine unter Einbeziehung älterer Teile eines Vorgängerbauwerks im Jahr 1764 erbaute Saalkirche. Von einem gotischen Bauwerk stammen die Strebepfeiler im Osten mit der Jahreszahl 1496. Der Westturm mit pagodenartiger Laterne stammt aus den Jahren 1792–1800. Eine Restaurierung wurde 1939 vorgenommen.
Das übrige Bauwerk ist ein verputzter Bruchsteinbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor und wird von gestreckten Stichbogenfenstern erhellt. Der hohe Westturm in Sichtsandsteinmauerwerk über quadratischem Grundriss ist mit Lisenen gegliedert, auf der flachen Haube ist eine mehrfach gestufte Laterne aufgesetzt.
Das Innere ist reich in barocken Formen und im Zopfstil ausgestaltet. Eine flache Decke mit Stuckspiegel schließt den Raum, der von doppelten Emporen umgeben ist. Zwei Logen sind eingebaut; die nördliche ist in konvex-konkav geschwungenen Rokokoformen und mit feinem Deckenstuck in Rocailleformen mit dem kursächsischen Wappen gestaltet.
Ausstattung
Das Hauptstück der Ausstattung ist ein stattlicher Kanzelaltar aus Holz mit Sprenggiebel und reichem Dekor an Kanzelkorb und Schalldeckel. Die Taufe stammt ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. Mehrere Schnitzfiguren sind aus älterer Zeit erhalten:
- an der nordöstlichen Stirnwand ein Kruzifixus vom Ende des 17. Jahrhunderts; ein Christus in der Rast um 1300 und ein Salvator mundi, 16. Jahrhundert;
- an der Südwand ein lebensgroßer Kruzifixus vom Anfang des 16. Jahrhunderts;
- ein Bornkinnel des 17. Jahrhunderts;
- hinter dem Altar zwei derbe Figuren (Maria und Johannes Evangelista) des 18. Jahrhunderts.
Die Orgel ist ein Werk von Jehmlich aus dem Jahr 1909 mit 38 Registern auf zwei Manualen und Pedal.[1] Sie wurde in das Gehäuse eines Instruments von Johann Gottlob und Christian Wilhelm Trampeli eingebaut, das um 1800 gebaut und nach 1900 abgetragen wurde.[2]
Die Glocken stammen noch aus der Zeit um 1800 und blieben bis heute erhalten.[3]
Literatur
- Barbara Bechter, Wiebke Fastenrath, Heinrich Magirius (Bearb.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen II. Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1998, ISBN 3-422-03048-4, S. 423 (dehio.org).