St. Maria (Niederviehbach)

Kirchengebäude in Niederviehbach, Landkreis Dingolfing-Landau, Niederbayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Maria ist eine im Kern gotische Saalkirche in Niederviehbach im Landkreis Dingolfing in Niederbayern. Sie war ehemals die Augustinerinnen-, dann die Dominikanerinnenklosterkirche von Kloster Niederviehbach; heute gehört der Ostteil als Pfarrkirche zum Pfarrverband Loiching-Niederviehbach-Oberviehbach im Bistum Regensburg; der Westteil wird als Schwesternkirche des Klosters genutzt.

Klosterkirche St. Maria in Niederviehbach
Innenansicht nach Osten
Innenansicht zur Empore

Geschichte und Architektur

Die Kirche wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut; die Weihedaten 1355 und 1388 sind überliefert. Zwischen 1670 und 1690 erfolgte eine umfassende Erneuerung, insbesondere des baufälligen Langhauses, sowie Anbauten der Eingangsvorhalle und der Sakristei. Die Erweiterung der Schwesternkirche um einen im rechten Winkel angesetzten Gottesdienstraum erfolgte in den Jahren 1926/27; eine Gesamtrestaurierung wurde in den Jahren 1973–1975 vorgenommen.

Die Kirche ist ein langgestreckter Saalbau unter einem steilen Satteldach. Der eingezogene Chor wird mit Strebepfeilern mit verjüngtem Aufsatz gestützt, im Westen bekrönt ein Dachreiter das Bauwerk. Das Langhaus mit einer Spiegeldecke wird durch eine halb hohe Quermauer in zwei separate Kirchenräume unterteilt. Im Ostteil befindet sich die Laien- oder Pfarrkirche, die fünfachsig mit angewölbter Flachdecke ausgebildet ist, im Westen die Schwesternkirche, die im oberen Teil als weit vorgezogene, vergitterte Nonnenempore zur Pfarrkirche geöffnet ist. Vor der Trennmauer stehen die Fundamentpfeiler des ehemaligen Mittelturms. Am Choreingang ist ein schlanker, gefaster Spitzbogen eingebaut. Der Chor ist einjochig und schließt in fünf Seiten eines Achtecks. Die Rippengewölbe stützen sich auf profilierte Hornkonsolen.

Ausstattung

Die Ausstattung besteht aus einem stattlichen Ensemble von Altären des 17. und 18. Jahrhunderts. Der nördliche Seitenaltar entstand um 1680; das Gemälde zeigt Maria Schnee aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Seitlich sind Holzskulpturen der Heiligen Katharina und Barbara aufgestellt, im Auszug sind die Heiligen Johannes Evangelista und Johannes der Täufer aufgestellt.

Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1755. Im Zentrum befindet sich die Skulptur einer gekrönten Mondsichelmadonna mit dem Jesusknaben auf dem Arm aus der Zeit um 1400. Als Schnitzfiguren sind die Heiligen Ulrich, Benno, Anna und Joachim dargestellt. Der südliche St.-Michaels-Altar stammt ebenfalls aus dem Jahr 1755 und ist mit einem Gemälde aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gestaltet; die Seitenfiguren zeigen die Heiligen Sebastian und Rochus, im Auszug sind die Heiligen Georg und Vitus dargestellt. Die Rokokokanzel entstand um das Jahr 1750.

Die heutige Orgel ist ein Werk von Johann Ehrlich aus dem Jahr 1854 mit elf Registern auf zwei Manualen und Pedal. Das ursprüngliche Werk wurde 1981 durch Guido Nenninger durch ein zweites Manual erweitert, wobei die originale Substanz von 1854 restauriert wurde. Dabei wurde die Erweiterung reversibel gestaltet.[1]

Grabdenkmäler

In der südlichen Seitenkapelle am Chor erinnert ein Rotmarmorepitaph, das im Jahr 1687 errichtet wurde, an den Stifter Berengar von Leonsberg. Die Deckplatte zeigt den Verstorbenen im Harnisch, mit Schild und Schwert, auf ein Kissen gebettet. Am Chorbogen ist ein Epitaph für Sebastian von Haunsberg aus dem Jahr 1624 angeordnet. Im ädikulaartigen, von Engelshermen getragenen Aufbau zeigt ein Flachrelief die Kreuzabnahme, das in Rotmarmor und Kalkstein ausgeführt ist.

Literatur

Commons: St. Maria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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