St. Mariä Himmelfahrt (Schlickelde)
Kirchengebäude in Schlickelde
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St. Mariä Himmelfahrt in Schlickelde im Tecklenburger Land (im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt) ist eine römisch-katholische Filialkirche der Pfarrei St. Agatha (Mettingen). Sie steht unter dem Patrozinium der Gottesmutter Maria und gehört zum Dekanat Mettingen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist eine Saalkirche mit angebautem Turm und hat 300 Sitzplätze.

Geschichte
Bis in die 1940er Jahre lebten in Schlickelde nur ganz wenige Katholiken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Gemeinde durch zahlreiche Evakuierte, Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stark an. Daher wünschten sich die Gläubigen ein eigenes Gotteshaus in Schlickelde und gründeten 1950 einen Kirchbauverein.
Das Kirchengebäude in Schlickelde entstand 1952/54 nach den Plänen des Architekten Eberhard-Michael Kleffner (Münster) und wurde am 19. Juni 1955 durch Weihbischof Heinrich Baaken der heiligen Maria, der Mutter Jesu, geweiht. Das Gotteshaus ist ein Wandpfeilersaalbau aus regionalem Sandstein mit einer Kassettendecke unter einem Satteldach. Im Außenbereich verbindet ein offener Laufgang den Westturm mit der Sakristei. 2002 wurde die Kirche grundlegend renoviert.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehörten das 1959 gebaute Pfarrhaus, der Kindergarten von 1965 und das Pfarrheim von 1967. St. Mariä Himmelfahrt wurde 1958 als eigenständiges Pfarrrektorat von St. Agatha (Mettingen) abgetrennt und 1966 zu einer selbstständigen Pfarrei erhoben.[1][2]
Am 1. November 2005 fusionierten St. Agatha (Mettingen) und St. Mariä Himmelfahrt (Schlickelde) zur neuen Gemeinde St. Agatha in Mettingen, sodass St. Mariä Himmelfahrt seitdem nur noch eine Filialkirche dieser Gemeinde ist.[3]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Peter und Paul (Halverde), St. Georg (Hopsten), St. Dionysius (Recke), St. Agatha (Mettingen) und St. Margaretha (Westerkappeln) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Mettingen“.[4]
Glocken
Zum Gottesdienst in den ersten Jahren in Schlickelde rief eine kleine Glocke, die Flüchtlinge aus der Gemeinde Wartha (Schlesien) mitgebracht hatten. 1962 bekam St. Mariä Himmelfahrt vier Glocken von der Firma Monasterium (Münster). Weil diese Glocken schon nach wenigen Jahrzehnten schadhaft waren, wurden sie 1995 durch bewährte Bronzeglocken der traditionsreichen Gießerei Petit & Edelbrock (Gescher) ersetzt.[5]
Orgel
Für St. Mariä erstellte die Firma Speith Orgelbau (Rietberg) 1959 eine Pfeifenorgel mit 20 Registern und elektrischen Kegelladen.[2]
Literatur
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
- Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
- Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.