St. Martin (Erlenbach bei Kandel)
Kirchengebäude im Landkreis Germersheim, Rheinland-Pfalz
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Die denkmalgeschützte Kirche St. Martin in Erlenbach bei Kandel ist das Kirchengebäude der lokalen protestantischen Kirchengemeinde im Landkreis Germersheim (Rheinland-Pfalz). Als Simultankirche der Protestantischen Landeskirche kann sie von der römisch-katholischen Gemeinde eingeschränkt genutzt werden. Benannt ist die Kirche nach Martin von Tours.
| Simultankirche St. Martin | ||
|---|---|---|
| Daten | ||
| Ort | Erlenbach bei Kandel | |
| Baustil | klassizistische Saalkirche | |
| Baujahr | 1821–1822 (Schiff), 1866 (Turm) | |
| Höhe | 47 m | |
| Koordinaten | 49° 6′ 40,9″ N, 8° 11′ 14,4″ O | |
| Besonderheiten | ||
| Simultankirche | ||
Beschreibung
Die St.-Martin-Kirche liegt im historischen Zentrum Erlenbachs an der Hauptstraße. Direkt neben der Kirche steht das spätklassizistische Rathaus. Das Kirchengebäude ist eine einschiffige Saalkirche im Stil des Klassizismus. Das Eingangsportal befindet sich in dem 47 m hohen, in die südliche Giebelwand eingestellten Glockenturm, dessen Turmhelm mit einem Kreuz und einem goldenen Hahn bekrönt ist.
Geschichte
Erlenbach ist 1330 erstmals als zur Kurpfalz gehörende Gemeinde urkundlich erwähnt. Kirchlich gehörte der Ort zunächst zu Steinweiler, bis die Christengemeinde 1472 zu einer selbständigen Pfarrei erhoben wurde. Die politische Gemeinde verpflichtete sich damals, die Baulast von Kirche und Pfarrhaus zu tragen sowie das Einkommen des Pfarrers zu sichern. Als erster Sakralbau ist eine der heiligen Jungfrau Maria geweihte Kapelle belegt; in der Zeit nach 1472 entstand die erste Kirche des Ortes. Bis zur Reformation war die Bevölkerung römisch-katholisch. 1556 wurde Erlenbach lutherisch und 1560 reformiert. Spätestens seit dem Frieden von Rijswijk im Jahr 1697 war bereits die Vorgängerkirche ein Simultaneum. 1846 kam Herxheim als Parochie zur protestantischen Pfarrei Erlenbach und blieb es bis 1973. Nach einer Zwischenzeit als Teil der Kirchengemeinde Kandel bildet Erlenbach seit 1985 mit Rheinzabern und Hatzenbühl eine Kirchengemeinde mit gemeinsamem Presbyterium. Im Jahr 2003 wurde zudem Neupotz aus der Kirchengemeinde Rülzheim ausgegliedert und in die Kirchengemeinde Erlenbach eingegliedert.
Die heutige Kirche wurde von 1821 bis 1822 errichtet und ersetzte den mittelalterlichen Vorgängerbau. Sie wurde 1843 geweiht. 1844 wurden die Rechte beider Konfessionen an der Kirche neu gefasst. Der Kirchturm entstand 1867. In dem Turm hängen drei Glocken mit den Schlagtönen f, as und c. Eine Außensanierung der Kirche erfolgte 2005 mit Unterstützung der Orts- und Kirchengemeinden. Dabei erhielt das Langhaus der Kirche wieder den ursprünglichen blauen Außenanstrich.
Ausstattung
In der Kirche befinden sich wegen ihres simultanen Charakters zwei Altäre. Im Inneren gibt es auch noch einen Beichtstuhl. Das Altarkreuz der Protestanten hängt von der Decke und wirkt dadurch schwebend. Es wurde von dem Speyerer Bildhauer Wolf Spitzer geschaffen. Die Kirche verfügt über elf Bleiglasfenster. In der Mitte der Wand hinter dem Altar zeigt eines einen Christuskopf mit Strahlenkranz, das seit mindestens Februar 1913 in der Kirche vorhanden ist. Die Kunstglaserei Emil Großkopf aus Karlsruhe schuf die übrigen zehn Fenster, die 1928 in die Kirche verbracht wurden. Zwei der Fenster zeigen die Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon.
Im Außenbereich der Kirche steht ein Kriegerdenkmal für die Soldaten des Ersten Weltkriegs.
Orgel
Die romantische Orgel wurde 1864 von E. F. Walcker & Cie. (Ludwigsburg) mit mechanischen Trakturen als opus 208 gebaut. Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten; lediglich die 1917 abgelieferten Prospektpfeifen wurden später in Zink ersetzt und die Trompete 8′ erneuert. In den Jahren 1993 und 1994 nahm die Erbauerwerkstatt Restaurierungsarbeiten vor. Das Instrument verfügt über 17 Register auf zwei Manualen und Pedal. Ihre Windladen sind als Kegelladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[1]
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- Koppeln: II/I, I/P
Literatur
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler. Kreis Germersheim. 6. November 2024, S. 5 (rlp.de [PDF; 6,7 MB; abgerufen am 21. September 2025]).
Weblinks
- Beschreibung der Kirche auf der Website der Gemeinde
