St. Martin (Forchheim)

ehemaliges Kollegiatstift in der Erzdiözese Bamberg From Wikipedia, the free encyclopedia

St. Martin ist ein ehemaliges Kollegiatstift in Forchheim in Bayern in der Erzdiözese Bamberg.

Martinskirche

Geschichte

Hauptschiff, Seitenschiff, Chor

Die Kirche ging aus der Eigenkapelle eines karolingischen Königshofes hervor, in dem unter den Karolingern und Ottonen mehrere Synoden stattfanden. Auch bei der Missionierung der Mainslawen war sie von Bedeutung.

Das Bistum Würzburg bekam die Kirche 976 durch eine Schenkung Ottos I., das Bistum Bamberg 1017 durch Tausch. Um 1200 wurde die alte Königskirche durch eine spätromanische Kirche mit kreuzförmigem Grundriss, von der noch ein Teil des Querschiffs und die darunter liegende Krypta erhalten sind, ersetzt. Der Bamberger Bischof Leopold von Bebenburg verwandelte sie 1354 in ein Stift. Im 14. Jahrhundert wurde das Gotteshaus zu einer hochgotischen Basilika erweitert, deren Obergaden seit 1540 unter einem Satteldach verborgen sind. Das Hauptschiff des Langhauses hat eine verputzte flache Balkendecke. Die übrigen Teile des Kirchenraums sind gewölbt. Der Turm wurde erstmals 1406 erwähnt, seine heutige Gestalt hat er seit 1670.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam das Stift Forchheim zum Kurfürstentum Bayern, das es schon im Vorjahr militärisch besetzt hatte. Mit der Säkularisation des Stiftes wurde die Kirche 1803 zur Pfarrkirche.

Orgel

Die Weise-Orgel

Die heutige Orgel des Orgelbauers Michael Weise aus Plattling stammt ursprünglich aus dem Jahr 1925, verfügte über eine Kegellade und pneumatische Spiel- und Registertraktur. 1956 wurde sie von Weise umgebaut, wobei einige wenige Register übernommen wurden. Das jetzige Instrument verfügt über 36 klingende Register auf 3 Manualen und Pedal. Die Disposition lautet wie folgt:[1]

I Hauptwerk C–g3
01.Gedacktpommer16′
02.Principal08′
03.Rohrflöte08′
04.Salicional08′
05.Oktav04′
06.Querflöte04′
07.Quint223
08.Oktav02′
09.Mixtur IV-V113
10.Trompete08′
II Brustwerk C–g3
11.Singend Gedackt8′
12.Quintade8′
13.Prinzipal4′
14.Blockflöte2′
15.Sifflöte113
16.Oktävlein1′
17.Terzzimbel III
18.Schalmei4′
III Schwellwerk C–g3
19.Koppelflöte08′
20.Gemshorn08′
21.Prästant04′
22.Spitzflöte04′
23.Nasard223
24.Principal02′
25.Terzflöte135
26.Scharf V01′
27.Regal16′
28.Oboe08′
Tremulant
Pedal C–f1
29.Principalbass16′
30.Subbass16′
Zartbass[A. 1]16′
31.Oktavbass8′
32.Gedackt08′
33.Choralbass04′
34.Hintersatz IV
35.Posaune16′
36.Trompete08′
  1. Abschwächung von 27. Subbass 16′

Glocken

Das Geläute der Kirche besteht aus sechs Glocken:

Weitere Informationen Glocke, Name ...
Glocke Name Gussjahr Gießer Schlagton
1Marienglocke1946Karl Czudnochowsky (Erding)h0
2Martinsglocke1837*Georg Michael Keller (Bamberg)cis1
3Heinrichsglocke1946Karl Czudnochowskydis1
4Barbaraglockefis1
5Engelglockegis1
6namenlos1572Sebastian Reichbrunn (Forchheim)c3
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*Ursprünglich gegossen 1680; umgegossen durch Georg Michael Keller (Bamberg) im Jahr 1837

Literatur

  • Andreas Jakob: Das Kollegiatstift bei St. Martin in Forchheim. Grundlagen zur Geschichte von Stift und Pfarrei in der zweiten Hauptstadt des Hochstifts Bamberg 1354-1803. Verlag H. O. Schulze. Lichtenfels 1998. - zugleich Diss. Universität Erlangen-Nürnberg 1993, ISBN 3-87735-144-1.
  • Andreas Jakob: Das Kollegiatstift bei St. Martin in Forchheim. Grundlagen zur Geschichte von Stift und Pfarrei in der zweiten Hauptstadt des Hochstifts Bamberg 1354-1803. Band 2: Die Personallisten. Nürnberg 2015, ISBN 978-3-944452-10-4.
  • Peter Poscharsky: Die Kirchen der Fränkischen Schweiz. 4. verbesserte Auflage. Verlag Palm und Enke, Erlangen 2001, ISBN 3-7896-0099-7, S. 164–169.

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