St. Michael (Rinderfeld)
Kirchengebäude in Rinderfeld, Niederstetten, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg
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Die evangelische Kirche St. Michael steht auf dem Friedhof von Rinderfeld, einem Stadtteil von Niederstetten im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Verbundkirchengemeinde Wildentierbach, Rinderfeld, Wermutshausen und Oberstetten gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Geschichte und Baubeschreibung
Eine Pfarrei ist 1360 bezeugt. Das Patronatsrecht lag bei der Ortsherrschaft von Hohenlohe-Brauneck, die bereits um 1390 erlosch. Es ging an die Rosenberg, die bis in den Dreißigjährigen Krieg das Kirchenpatronat innehatten, danach die Hatzfeld bis 1894. Die letzte Außensanierung der Kirche erfolgte 2001/02.[1]
Die romanische Saalkirche besteht aus einem Langhaus und einem Chorturm auf quadratischem Grundriss im Osten, dessen oberstes Geschoss die Turmuhr und darunter hinter den als Biforien mit Würfelkapitell und weit ausladendem Auflager gestalteten Klangarkaden den Glockenstuhl enthält und der mit einem Pyramidendach bedeckt ist. Über dem Westeingang liest man zwar die Jahreszahl 1607, doch das romanische Traufgesims am Schiff, unter dem Dach die Spur der alten Dachschräge an der Turmwestwand, innen am Chorbogen die Kämpfer als Reste des abgebrochenen Chorbogens und im Chor die vergitterte Sakramentsnische weisen auf ein wesentlich höheres Alter. Das Kirchenschiff erhält in der Südwand durch unterschiedlich große Rundbogenfenster das Tageslicht, ein Außenaufgang dort erschließt die Emporen, die renaissancetypisch auf gewendelt geschnitzten Stützen stehen.
Die kleine einmanualige Orgel im Barockgehäuse von 1750 wurde 1983 von Richard Rensch restauriert, wobei die historische Tretanlage mit den originalen Spanbälgen für einen Orgeltreter erhalten blieb.[2]
Das Geläut besteht aus drei Glocken, von denen die größte und schwerste (816 kg) zugleich die älteste ist, 1520 von Bernhart Lachaman d. J. († 1523) in Heilbronn gegossen.
Literatur
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 642.
- Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, Seite 91–93.