St. Nikolaus (Issum)
Kirchengebäude in Issum, Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen
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St. Nikolaus in Issum nordwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen ist die römisch-katholische Filialkirche der Gemeinde St. Anna Issum (Sevelen). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Nikolaus und gehört zum Kreisdekanat Kleve im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine neugotische Hallenkirche und hat 300 Sitzplätze.

Geschichte
Neben der 1295 urkundlich erwähnten Burg Issum an der alten Handelsstraße von Wesel nach Venlo (NL) bildete sich eine Ansiedlung mit katholischer Eigenkirche. Das Patronatsrecht wurde 1338 an Graf Reinald II. von Geldern übertragen. Nach der Umwandlung von St. Nikolaus in ein reformiertes Gotteshaus 1545 entstand daraus 1557 eine Simultankirche. Der zuständige Erzbischof unterdrückte 1611 den reformierten Status. Weil 1643 mehrere Reformierte mit holländischer Unterstützung die Pfarrkirche besetzten, mussten die Katholiken nach Aengenesch ausweichen und konnten erst 1668 wieder ihre Messe in Issum feiern.
Das Gotteshaus war 1804 bis 1821 (im Zuge der napoleonischen Verwaltungsordnung) eine Filiale der Kantonskirche St. Maria Magdalena (Geldern) und danach wieder eigenständig. Die ehemaligen kurkölnischen Exklaven Vrasselt wurden 1925 von St. Antonius (Sevelen) abgepfarrt und St. Nikolaus zugeordnet.[1]
Baubeschreibung
Die ursprüngliche Kirche in Issum entstand 1250–90 und erhielt 1579 einen Turm. Das aktuelle Gotteshaus mit neuem Chor und Seitenschiffen wurde 1888–89 nach Plänen von Paschalis Gratze errichtet. 1973 erfolgte der Anbau einer Sakristei. 1993–95 gab es gründliche Sanierungen des Glockenturms.
St. Nikolaus (Issum) ist eine dreischiffige neugotische Staffelhalle mit Kreuzrippengewölbe unter einem Satteldach. Der eingezogene Chor im Osten mit Fünfachtelschluss besitzt polygonale Nebenchöre. Der Fassadenturm im Westen hat ein Helmdach. Die eingeschossige Sakristei mit Flachdach liegt im Nordosten. Das Gotteshaus besteht aus rotem Ziegelmauerwerk und Dächern aus Naturschiefer.
Zu den Gebäuden der Gemeinde gehören das 1679 eröffnete und 1978 umgebaute Pfarrhaus, die Küsterei (mit Bücherei und Versammlungsraum) aus dem 16. Jahrhundert sowie der 1955 gebaute und 1964 umgestaltete Kindergarten und das Pfarrheim von 1977.[2][3] Das Gotteshaus steht mit der Denkmalnummer 19 in der Liste der Baudenkmäler in Issum.
Strukturentwicklungen
Am 12. Februar 2005 fusionierten die Pfarreien St. Nikolaus (Issum) und St. Antonius (Sevelen) zur neuen Großpfarrei St. Anna Issum (Sevelen), wobei St. Nikolaus seitdem nur noch die Filialkirche dieser Gemeinde ist.[4]
Am 1. Januar 2024 schlossen sich im Kreisdekanat Kleve die Pfarreien St. Anna Issum (Sevelen), St. Maria Magdalena (Geldern), St. Dionysius (Kerken), St. Martinus (Rheurdt), St. Peter und Paul (Straelen) und St. Marien (Wachtendonk) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Gelderland“.[5]
Glocken
Das Gotteshaus St. Nikolaus in Issum besitzt die folgenden drei Kirchenglocken sowie eine sehr kleine Uhrenglocke unbekannter Herkunft:
- Glocke 1: Schlagton: h; Ø 173 cm; Material: Gussstahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1922
- Glocke 2: Schlagton: d1; Ø 128 cm; Material: Gussstahl; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1922
- Glocke 3: Schlagton: f1; Ø 107 cm; Material: Bronze; Gießerei: Francois Hemony (Zutphen/NL); Gussjahr: 1640
- Glocke 4: Schlagton: d2; Ø 42 cm; Material: Bronze; Gießerei: unbekannt; Gussjahr: 1719.[3]
Orgel
Die Firma Romanus Seifert (Kevelaer) baute 1981 für St. Nikolaus eine Pfeifenorgel mit 21 Registern. Die Spieltraktur ist mechanisch und die Registertraktur elektrisch.[3]
Literatur
- Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8.
- Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5.
- Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.