St. Pankratius (Vorhelm)
Kirchengebäude in Ahlen, Kreis Warendorf, Nordrhein-Westfalen
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St. Pankratius ist eine römisch-katholische Kirche im Ahlener Ortsteil Vorhelm im Kreis Warendorf. Sie wird von der katholischen Pfarrgemeinde St. Pankratius Vorhelm genutzt. Kirche und Gemeinde gehören zum Bistum Münster.


Geschichte
Vorgängerkirchen
Die Baugeschichte von St. Pankratius führt mindestens zurück bis ins Jahr 1193. Das erste Gotteshaus war von Bewohnern des Rittersitzes zu Vorhelm dem heiligen Pankratius gewidmet, einem Patron, der bei den Rittern besonders beliebt war. Bischof Hermann II. ordnete 1193 im Rahmen der Archidiakonate die Eigenkirche des Haus Vorhelm zum Archidiakonat St. Mauritz und erhob sie zu einer Pfarrkirche.
Ein Nachfolgebau im romanischen Stil wurde 1521 geweiht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche von einem Brand zerstört, 1632 wieder aufgebaut und 1655 erneut geweiht. Da die Kirche baufällig und zu klein geworden war, wurde sie 1891 abgerissen. Weder beim Abriss der Kirche, noch bei späteren Bodenarbeiten, wurden anders liegende Fundamente gefunden. Es kann davon ausgegangen werden, dass die "Alte Kirche" über die Jahrhunderte an gleicher Stelle bestand.
Die neue Kirche
Die Planungen der heutigen Kirche stammen vom Architekten Hilger Hertel der Ältere und führen zurück in die Zeit von 1887 bis 1889. Nach dem Tod Hertels übernahm sein Sohn Hilger Hertel der Jüngere die Umsetzung. Der Abbruch der alten Kirche und das Abräumen des Schutts zog sich bis Mai 1891 hin. Anschließend begann man mit dem Neubau des Kirchengebäudes. Das in der Größe deutlich gewachsene Gotteshaus wurde im neogotischen Stil errichtet. Am 25. Oktober 1893 wurde die Kirche geweiht.
Ausstattung
Rechtzeitig zur Kirchweihe 1893 wurde der neue Hochaltar aufgestellt. Im steinernen Unterbau befanden sich zwei Reliefs mit biblischen Szenen: Abrahams Opfer und Melchisedek mit Brot und Wein. Die aus Sandstein gefertigten und farblich eingefassten Reliefbilder sind Werke des Bildhauers August Schmiemann (Münster). Im oberen Teil des Altars befanden sich links und rechts zum Tabernakel außerdem zwei Holzreliefs. Sie zeigen den Pfarrpatron bei der Taufe sowie der Kommunion.
Die Kommunionbank trug ebenfalls Reliefbilder aus der Bildhauerwerkstatt Schmiemann. Als Motive wurden zwei Szenen aus dem Alten Testament gewählt: das Pessachfest und die Mannalese.[1] 14 Kreuzwegstationen ergänzten den Kirchenraum ab 1894. Die auf Kupfer gemalten Ölbilder zeigen nazarenische und auch altflämische Einflüsse. Ein Jahr später erhielt die Kirche zwei Seitenaltäre. Der Marienaltar wurde von der Familie Schulze Rieping, der Sankt-Annen-Altar wurde von Haus Vorhelm gestiftet.
Die Kanzel aus dem Jahr 1898 befand sich ursprünglich am vordersten linken Pfeiler. Sie trug vier Holzreliefs mit Szenen aus dem Neuen Testament: Die Bergpredigt, die Seepredigt, die Kindersegnung und die Tempelreinigung. Im September 1902 wurde ein Triumphkreuz im Scheitel des Chorbogens aufgehängt. Es stammt von Künstlern der Wiedenbrücker Schule: das Holzkreuz schuf Bildhauer Heinrich Schweppenstedte. Der Korpus, welcher von Maler Eduard Goldkuhle polychromiert wurde, ist ein Werk des Bildhauers Anton Mormann.[2]

Der Hochaltar, die Seitenaltäre und die Kanzel der Kirche wurde am 9. Juni 1969 im Zuge von Umgestaltungsmaßnahmen (Zweites Vatikanisches Konzil) abgebaut. Seit Dezember 1971 steht ein vom Künstler Bernhard Kleinhans (Sendenhorst) geschaffener Altar im Altarraum. Gleichzeitig wurde ein stilistisch zum Altar passender Ambo, ebenfalls von Kleinhans, angeschafft.
Der Aufbau des ehemaligen Hochaltars steht seit 1969 in der St.-Antonius-Kirche in Herten. Teile des Unterbaus fanden ihren Platz in der Kapelle Maria Hilf des Stift Tilbeck.[3][4]


Die vier Kanzelreliefs hängen, zusammen mit den beiden Holzreliefs des Hochaltars, gerahmt an den Seitenwänden des Chorraums von St. Pankratius. Die steinernen Reliefbilder des Altarunterbaus sind, ebenso wie Teile des Figurenschmucks der Seitenaltäre, eingelagert.
Literatur
- Hermann Honermann: Die St.-Pankratius-Kirche zu Ahlen-Vorhelm. Herausgegeben zum hundertjährigen Kirchweihfeste der jetzigen Kirche am 25. Oktober 1993. Ahlen 1993.