St. Peter und Paul (Creglingen)

Kirchengebäude in Creglingen, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die evangelische Stadtkirche St. Peter und Paul steht in Creglingen, einer Stadt im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg. Das Bauwerk ist beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg als Baudenkmal eingetragen. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2024 zum bisherigen Kirchenbezirk Weikersheim und gehört seit 1. Januar 2025 zum Teilgebiet Weikersheim im neuen Kirchenbezirk Hohenlohe der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

St. Peter und Paul in Creglingen
Innenansicht

Geschichte und Baubeschreibung

Eine Kirche wird in Creglingen 1257 erstmals erwähnt. 1343 ist sie als Kirche mit den Patrozinien von Maria Magdalena, Petrus und Paulus genannt. Sie war dem Hochstift Würzburg inkorporiert. Ab 1311 war sie zwischen Würzburg und der Hochadelslinie Hohenlohe-Brauneck umstritten, gelangte dann über die Erben von Brauneck schließlich 1433 an die Markgrafschaft Ansbach. Von dort wurde die Reformation eingeführt. Die mehrmals umgebaute und barockisierte Saalkirche geht im Kern auf eine spätromanische Basilika aus der Zeit um 1180 zurück. Sie besteht aus einem talseitigen Chorturm im Osten und dem im Jahre 1508 erweiterten Langhaus mit Strebepfeilern (Datierung an einem der südlichen Strebepfeiler). Es gibt außer dem südlichen Hauptportal auch auf der bergseitigen Westseite niveaugleich mit der Westempore einen weiteren Eingang. Der Turmchor aus der Erbauungszeit ist mit einem Kreuzrippengewölbe mit Rippen in Diamantstabdekor überspannt, dessen Konsolen mit fantastischen Fratzen und Ranken verziert sind. Das oberste achteckige Turmgeschoss beherbergt den Glockenstuhl. Die Dachgauben des mit einer Laterne bekrönten Turmhelms enthalten die Zifferblätter der Turmuhr.

Ausstattung

Turmchor: In einer Wand des Turmchors befindet sich eine verschließbar vergitterte spätgotische Sakramentsnische. Der kleine Altar enthält auch Reste eines so genannten Sippenaltars von 1510, dessen Darstellung die heilige Sippe, also den weiteren Familienkreis der Maria, zum Gegenstand hat.

Kanzel: Das Kirchenschiff erhielt 1580 auf der Mitte der Südwand die für den evangelischen Predigtgottesdienst wichtige Kanzel und gegenüber wohl auch zunächst einfache Emporen, die dann 1727 zu einer dreiseitigen Doppelemporen-Anlage erweitert wurden. Damit ist die Creglinger Stadtkirche bis heute eine der zahlreichen Querkirchen in der Landeskirche.[1] Die Holzkanzel ist in den Brüstungsfeldern geschmückt mit feinster Intarsienarbeit, die floralen Dekor wie auch alttestamentliche Szenen, beispielsweise die Opferung Isaaks, zeigt. Die Ecken des Kanzelkorbs und die Schnitzarbeit der Brüstungsfelder sind mit Säulchen in ionischer Ordnung gestaltet.

Taufbecken: Das steinerne Taufbecken mit Statuetten der Taufe Christi samt Heilig-Geist-Taube auf der gewölbten hölzernen Haube hat 1603 der Bildhauer Martin Billenstein geschaffen. Der schlanke, reich verzierte Rundfuß, mit Wappenschilden und Blattwerk gestaltet, trägt das ausladende Becken mit Engelsköpfchen inmitten von Rollwerk und darüber ringsum ein Bibelwort von der Taufe als Bad der Widergeburt und der Erneurung.

Epitaphe: Entlang von Kirchenwänden sind steinerne und hölzerne Denkmale unter anderem der Ortsadelsfamilien Eyb und Seckendorff aus der Zeit zwischen 1580 und 1632 aufgestellt.

Hauptaltar: Der Hauptaltar von 1753 lässt mit seinem mächtigen Altarretabel den kleinen Bogen des Turmchors fast verschwinden. Der Retabel-Aufbau beteiligt sich konstruktiv an der Abstützung des Orgelwerks auf der zweiten Empore. Das Gemälde im Barockrahmen zeigt eine Kreuzigungsgruppe, bekrönt vom markgräflich-brandenburgische Wappen, dieses umrahmt vom „Hosenband“, dem Gürtel mit Schnalle des Hosenbandordens mit dessen Devise HONI SOIT QUI MAL Y PENSE, der Jahreszahl 1753 und den Initialen CWF MZB (Carl Wilhelm Friedrich, Markgraf zu Brandenburg, 1712–1757; 1749 mit der Aufnahme in diesen exklusivsten britischen Orden geehrt).

Literatur

  • Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 123.
  • Ulrich Bernecker, Regine Burdinski: Unsere Kirchen – Ein Führer zu den Gotteshäusern des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim. (Hrsg.) Evangelisches Dekanat Weikersheim 2003, Seite 19 f.

Einzelnachweise

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