St. Sebastian (Ludwigshafen)

Kirchengebäude in Ludwigshafen am Rhein From Wikipedia, the free encyclopedia

Die St.-Sebastian-Kirche ist eine römisch-katholische Kirche im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim. Sie wurde von 1952 bis 1954 erbaut und gehört heute zur Pfarrei Hl. Petrus und Paulus mit der Pfarrkirche St. Ludwig.

St.-Sebastian-Kirche
Alte Sebastianskirche 1861

Geschichte

Mundenheim wurde im Jahr 770 erstmals urkundlich erwähnt, die Kirche St. Sebastian und Peter wurde erstmals 1231 genannt. Das Kirchenpatronat gehörte dem Kloster Weißenburg, das es 1482 an das Wormser Andreasstift verkaufte. Im 17. Jahrhundert kam Mundenheim zum Bistum Speyer, zu dem der Ort bis 1709 gehörte, danach zur Kurpfalz.[1] Die Kirche wurde mehrfach durch Hochwasser zerstört. Zwischen 1869 und 1871 wurden Langhaus und Chor durch den Ludwigshafener Baumeister Joseph Hoffmann neu erbaut. Nur der Kirchturm, der bereits 1610 bestand, blieb erhalten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1943 und 1945 schwer beschädigt. Nach dem Krieg riss man die Ruine ab und begann 1952 mit dem Kirchenneubau. Die Pläne dazu stammten von den Architekten Karl Lochner und Philipp Blaumer, die Ausführung übernahm das Baugeschäft Joseph Hoffmann & Söhne. Am 29. August 1954 wurde die neue St.-Sebastian-Kirche durch Bischof Isidor Markus Emanuel konsekriert. 2009/2010 wurde die Kirche saniert.[2]

An der äußeren Südwand des Langhauses befand sich früher ein Epitaph für den in der Kirche bestatteten kurpfälzischen Minister Peter Emanuel von Zedtwitz (1715–1786), das jedoch seit dem Wiederaufbau verschollen ist.

Beschreibung

Die St.-Sebastian-Kirche ist ein massiger, verputzter Stahlbetonbau. Sie erhebt sich über einem T-förmigen Grundriss. An der Front dominiert eine große Fensterrose. Der 42 Meter hohe freistehende Glockenturm steht auf dem Unterbau seines Vorgängers von 1610. An der Kirche ist eine steinerne Madonna aufgestellt, die 1854 geschaffen wurde.

Zur Ausstattung gehört eine Immakulata, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Werkstatt von Paul Egell entstand. Sie befand sich einst über dem Portal der 1945 zerstörten Sodalitätskirche in Mannheim. Die Fenster sind nach Entwürfen von Albert Burkart gestaltet.[3]

Orgel

Orgel ohne Schwellwerk

Die zweigeteilte Orgel wurde 1953 von Wolfgang Scherpf (Speyer) mit elektrischen Trakturen gebaut. Die Spieltraktur des sich mit dem Spieltisch auf der Westempore befindlichen Schwellwerks ist mechanisch. Die übrigen Werke hängen an der Seitenwand. Das Instrument verfügt über 37 Register auf drei Manualen und Pedal. Alle Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Die Disposition lautet:[4]

I Schwellwerk C–g3
1.Metallgedeckt08′
2.Salicional08′
3.Prinzipal04′
4.Holzflöte04′
5.Schwiegel02′
6.Oktävlein01′
7.Sesquialter II
8.Scharf IV
9.Fagott16′
10.Französische Oboe08′
11.Schalmey04′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
12.Gedacktpommer16′
13.Principal08′
14.Flöte08′
15.Oktave04′
16.Rohrflöte04′
17.Nasard0223
18.Oktave02′
19.Mixtur VI–IX
20.Spanische Trompete08′[Anm. 1]
III Positiv C–g3
21.Holzgedackt8′
22.Quintade4′
23.Nachthorn4′
24.Principal2′
25.Terz135
26.Quinte113
27.Zimbel III
28.Krummhorn8′
Tremulant
Pedal C–f1
29.Principalbass16′
30.Subbass16′
31.Oktavbass08′
32.Rohrpommer08′
33.Choralbaß II04′ + 2′
34.Waldflöte02′
35.Rauschpfeife IV
36.Posaune16′
37.Trompete08′

Anmerkungen

  1. horizontal
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P

Glocken

Das Geläut besteht aus fünf Glocken der Gießerei Schilling in Heidelberg.

Weitere Informationen Glocken, 00Jahr00 ...
Glocken
00Jahr00Gewicht in kg00Ton00
19583.024b0
19582.014c1
19581.261es1
19581.024f1
195800700g1
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Literatur

  • Friedrich Schmitt: Ludwigshafener Kirchenbau. Ludwigshafen am Rhein 1985.
  • Hans Caspary (Bearb.): Dehio-Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Rheinland-Pfalz, Saarland. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00382-7.
  • Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Band 1. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7.

Einzelnachweise

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