St. Ulrich (Heubach)
Kirchengebäude in Heubach, einer Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg
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Die evangelische Stadtkirche St. Ulrich ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz. Sie steht in Heubach, einer Stadt im Ostalbkreis in Baden-Württemberg. Die Kirchengemeinde gehörte bis Ende 2025 zum Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd und gehört seit 1. Januar 2026 zum neuen Kirchenbezirk Ostalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Namensgeber der Kirche ist Ulrich von Augsburg.

Beschreibung
Die Heubacher Kirche war zunächst eine romanische Basilika. Romanisch sind heute noch die Untergeschosse des früher abseits stehenden Turmes und die Südwand der Kirche. Sie stammen aus dem 12./13. Jahrhundert, während Heubach erstmals 1291 genannt wurde. Das Langhaus der 1441 gebauten Saalkirche ist flachgedeckt, der eingezogene, von Strebepfeilern gestützte Chor mit Fünfachtelschluss im Osten hat ein Netzgewölbe. Die frühgotische Sakristei zwischen Langhaus und Turm ist eine ehemalige Kapelle. Der Chorflankenturm an der Südwand des Chors ist mit einem spitzen Helm bedeckt. Sein oberstes Geschoss beherbergt die Turmuhr und den Glockenstuhl. Der Innenraum ist mit Emporen ausgestattet. Architekt Hans-Joachim Wiegand aus Wolfschlugen vom Architekturbüro Schink und Wiegand, Stuttgart, leitete 1968/1969 eine große Innen- und Außenrenovierung.
Ausstattung
Wandmalerei: Aus der Wandmalerei des 14. Jahrhunderts ragt auf der Südwand des Schiffes besonders die hochgotische Maria auf dem Stufenthron heraus. Sie sitzt auf einer Bank und das mit der Rechten gehaltene Kind steht auf ihrem Schoße; in der linken Hand hält Maria eine Blume. Ihr liebliches Gesicht weist darauf hin, dass sie Anfang des 14. Jahrhunderts zur Manesse-Zeit geschaffen wurde. Maria thront, umgeben von reichem Maßwerk, vor einem einer Kirchenwestfront ähnelndem Hintergrund.[1][2] Das Rippengewölbe im Chor ist mit Rankwerk bemalt. Gegen das Schiff ist der Chorbogen mit einem Fries und mit sogenanntem Roll- und Beschlagwerk im Renaissancestil bemalt. Links oben am Chorbogen sieht man das alte württembergische, rechts das Heubacher Wappen.
Kanzel: Die Kanzel aus dem 17. Jahrhundert ist mit goldbelegtem Blattwerk und mit fünf Bildtafeln der vier Evangelisten und Christus verziert, die wie Intarsien wirken. Der Schalldeckel ist mit einem posauneblasenden Engel bekrönt.
Bildhauerarbeiten, Totenschilde und Tafelbilder: Gegenüber der Kanzel steht auf einer Konsole an der Wand der Schutzpatron St. Ulrich, ein gotisches Schnitzwerk, vermutlich aus der Augsburger Schule. Auch das frühere Sakramentshäuschen mit kunstvoll geschmiedetem Gitter fehlt nicht. An den Kirchenwänden befinden sich ein Epitaph und Totenschilde aus dem 16. Jahrhundert für Familienmitglieder derer von Woellwarth, ferner Tafelbilder über die Passion Jesu.
Glasgemälde: Die drei Maßwerkfenster im Chor wurden zwischen 1961 und 1968 von Adolf Valentin Saile mit Farbverglasungen versehen:[3] 1961 zunächst das mittlere Chorfenster (Einsetzung des Abendmahls, Kreuzigung und Auferstehung Christi), 1964 das linke Fenster (Weihnachten) und 1968 das rechte Fenster (Pfingsten mit der Ausgießung des Heiligen Geistes und der Aussendung der Apostel).
Glocken: Die kleinste Glocke des Geläuts, sechzig Kilogramm leicht, stammt vermutlich aus dem 12./13. Jahrhundert. Sie wäre damit die älteste Glocke Württembergs.
Literatur
- Die Heubacher St.-Ulrichs-Kirche. Eine Festschrift. (Hrsg.) Evangelische Kirchengemeinde Heubach; Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis), 1970.
- Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Baden-Württemberg I, Regierungsbezirke Stuttgart und Karlsruhe. Deutscher Kunstverlag, München 1993, S. 352.