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St. Veit an der Gölsen

Marktgemeinde im Bezirk Lilienfeld, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

St. Veit an der Gölsen[1] (auch Sankt Veit an der Gölsen) ist eine Marktgemeinde mit 3824 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
St. Veit an der Gölsen
WappenÖsterreichkarte
Wappen von St. Veit an der Gölsen
St. Veit an der Gölsen (Österreich)
St. Veit an der Gölsen (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Lilienfeld
Kfz-Kennzeichen: LF
Fläche: 78,15 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 15° 40′ O
Höhe: 369 m ü. A.
Einwohner: 3.824 (1. Jän. 2026)
Bevölkerungsdichte: 49 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3161
Vorwahl: 02763
Gemeindekennziffer: 3 14 12
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kirchenplatz 1
3161 St. Veit an der Gölsen
Website: st-veit-goelsen.gv.at
Politik
Bürgermeister: Christian Fischer (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(23 Mitglieder)
15
8
15 8 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld
Lage der Gemeinde St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)AnnabergEschenauHainfeldHohenbergKaumbergKleinzellLilienfeldMitterbach am ErlaufseeRamsauRohrbach an der GölsenSt. Aegyd am NeuwaldeSt. Veit an der GölsenTraisenTürnitzNiederösterreich
Lage der Gemeinde St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
St. Veit an der Gölsen
St. Veit an der Gölsen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Die Gölsen bei St. Veit

St. Veit an der Gölsen liegt im Gölsental im Bezirk Lilienfeld in Niederösterreich.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 78,15 Quadratkilometer, 56 Prozent der Fläche ist bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst 14 Ortschaften bzw. gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2026[2]):

Abweichende KG-Namen sind an zweiter Stelle genannt.

Nachbargemeinden

Wilhelmsburg (PL) Pyhra (PL) Michelbach (PL)
Eschenau

Traisen

Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Rohrbach an der Gölsen

Hainfeld

Lilienfeld Kleinzell

Geschichte

St. Veit um 1775 auf einer Karte der Josephinischen Landesaufnahme

Im Altertum war das Gebiet des heutigen St. Veits Teil des keltischen Königreichs Noricum sowie der späteren gleichnamigen römischen Provinz.

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1100/1122.[3]

Der eigentliche Ort entstand mit der Gründung der Kirche des heiligen Veit durch den Traungauer Markgraf Ottokar II. von Steier, um die herum später eine kleine Straßensiedlung entstand. Zu dieser Zeit befand sich das Gölsental im Besitz der steirischen Landesherren, da das Gebiet zwischen dem Wienerwald und den Voralpen von Markgraf Leopold II. seiner Tochter Elisabeth von Österreich bei ihrer Heirat mit Ottokar II. als Mitgift mitgegeben wurde. Die Gefolgsleute von Ottokar II. aus den Ministerialengeschlechtern Hohenstaff-Altenburger-Hohenberger erhielten die Burgen bei Hainfeld und St. Veit. Sie waren unter anderem Rodungsleiter bei der Urbanisierung des Gölsentals und gewannen so schnell an Einfluss. Es ist belegt, dass um 1100 Friedrich von Hohenstaff, seines Zeichens Vogt der Kirche des heiligen Veits, am St. Veiter Staff auf der Staffspitze die Staffburg errichtet hatte, auf der das Geschlecht der Hohenstaffer bis 1202 residieren sollte.

Die Herrschaft der Traungauer über St. Veit endete 1192, als nach dem Tod des letzten steirischen Herzogs Ottokar IV. das Gölsental zusammen mit anderen Gebieten gemäß der Georgenberger Handfeste zurück an die Babenberger fiel.

Bevölkerungsentwicklung

St. Veit an der Gölsen: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2026
Jahr  Einwohner
1869
 
2.609
1880
 
2.648
1890
 
2.813
1900
 
3.272
1910
 
3.815
1923
 
3.739
1934
 
3.824
1939
 
3.701
1951
 
3.501
1961
 
3.710
1971
 
3.759
1981
 
3.595
1991
 
3.696
2001
 
3.859
2011
 
3.911
2021
 
3.868
2026
 
3.824
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 163 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2011 waren 70 Nebenerwerbsbetriebe. Der größte Arbeitgeber im Produktionssektor ist die Bauwirtschaft, im Dienstleistungssektor ist dies der Handel.[4][5][6]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 163 185 181 145
Produktion 20 20 53 86
Dienstleistung 172 97 471 394
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler

St. Veit ist eine Pendlergemeinde. Mehr als drei Viertel der fast 2000 Erwerbstätigen des Ortes pendeln zur Arbeit aus. Rund 250 Personen pendeln zur Arbeit aus der Umgebung in die Gemeinde.[7]

Bildung

In der Marktgemeinde befinden sich neben den beiden Kindergärten in St. Veit und Rainfeld und einer Volksschule auch eine Neue Mittelschule und eine Musikschule.[8][9]

Verkehr

  • Eisenbahn: Von St. Veit an der Gölsen gibt es eine Bahnverbindung nach St. Pölten.[10] Die Bahnstrecke wird derzeit umfassend saniert und elektrifiziert und soll Ende 2027 fertig sein. Derweil gibt es abschnittsweise Schienenersatzverkehr.[11] Es werden 138 Millionen Euro investiert.
  • Straße: Durch den Ort verläuft die Hainfelder Straße B18, die das Traisental über den Kaumberg mit dem Wiener Becken verbindet.

Öffentliche Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten,[12] eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[13]

Rathaus

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1849–1852: Alois Kronfellner
  • 1852–1855: Johann Steiner
  • 1858–1858: Alois Kronfellner
  • 1858–1861: Georg Vonwald
  • 1861–1864: Franz Voglsang
  • 1864–1867: Leopold Hirth
  • 1867–1868: Josef Gugerell
  • 1868–1870: Leopold Hirth
  • 1870–1873: Ludwig Raab
  • 1873–1876: Johann Riesenhuber
  • 1876–1879: Georg Müller
  • 1879–1880: Ludwig Raab
  • 1880–1883: Georg Müller
  • 1883–1885: Leopold Hirth
  • 1885–1887: Johann Riesenhuber
  • 1887–1888: Ignaz Engl
  • 1888–1891: Leopold Hirth
  • 1891–1892: Alois Preschky
  • 1892–1892: Franz Schober
  • 1893–1897: Alois Preschky
  • 1899–1901: Michael Lee
  • 1901–1919: Leonhard Sachs
  • 1919–1938: Leopold Weissenböck
  • 1938–1938: Peter Gratzl
  • 1938–1945: Leopold Weissenböck
  • 1945–1950: Leopold Weissenböck (ÖVP)
  • 1950–1967: Johann Aigelsreiter (SPÖ)
  • 1968–1988: Richard Friewald (SPÖ)
  • 1988–2008: Richard Höhnl (SPÖ)
  • 2008–2022: Johann Gastegger (SPÖ)
  • seit 2022: Christian Fischer (SPÖ)[21]

Wappen

Das Wappen wurde der Gemeinde 1975 verliehen:[3]

In einem goldenen Schild ein aufspringender roter Hirsch, der über einen im Schildesfuß stehenden schwarzen Flammenbecher mit emporschlagenden roten Flammen hinwegsetzt.

Die Gemeindefarben sind Rot-Gelb.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Leopold Hacker (1843–1926), Benediktiner, Mineraloge, Höhlenforscher und Entomologe, wirkte hier als Pfarrvikar
Commons: St. Veit an der Gölsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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