Münchner Stadtrat

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Der Münchner Stadtrat ist seit 1919 neben dem Oberbürgermeister Organ der kommunalen Selbstverwaltung der Landeshauptstadt München. Der Stadtrat wird auf sechs Jahre gewählt und tagt im Neuen Rathaus. 1972 war der Stadtrat von 60 auf 80 ehrenamtliche Mitglieder erweitert worden. Neben seinen einzelnen Mitgliedern gehört ihm der Oberbürgermeister an, welcher den Vorsitz hat.

Stadtratswahl 2026
Wahlbeteiligung: 52,3 %
 %
30
20
10
0
26,5
24,9
19,1
6,6
5,9
4,7
3,4
2,7
2,5
1,0
0,9
1,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   4
   2
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  −2
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−2,6
+0,2
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+3,3
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−0,1
−1,3
± 0,0
± 0,0
+0,9
−2,5

Sitzverteilung im Stadtrat

Sitzverteilung im Stadtrat München nach der Wahl 2026[1]
             
Insgesamt 80 Sitze
Zugang zur Galerie des Großen Sitzungssaals im Münchner Rathaus

Im Folgenden ist die Sitzverteilung nach den Kommunalwahlen in Bayern 2026, 2020, 2014 und 2008 dargestellt:

Weitere Informationen Partei, Wahl 2026 ...
ParteiWahl 2026Wahl 2020Wahl 2014Wahl 2008
SitzeStimmen-
anteil
SitzeStimmen-
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SitzeStimmen-
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SitzeStimmen-
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Grüne 21 26,5 % 23 29,1 % 13 16,6 % 11 13,0 %
CSU 19 24,9 % 20 24,7 % 26 32,6 % 23 27,7 %
SPD 15 19,1 % 18 22,0 % 25 30,8 % 33 39,8 %
Linke 05 6,6 % 03 3,3 % 02 2,4 % 03 3,7 %
AfD 05 5,9 % 03 3,9 % 02 2,5 % 0- -
Volt 04 4,7 % 01 1,8 % 0- - 0- -
FDP 03 3,4 % 03 3,5 % 03 3,4 % 05 6,8 %
ÖDP 02 2,7 % 03 4,0 % 02 2,5 % 01 1,7 %
FW 02 2,5 % 02 2,5 % 02 2,7 % 01 1,6 %
Rosa Liste 01 1,0 % 01 1,0 % 01 1,9 % 01 1,9 %
Bündnis Kultur 01 0,9 % 0- - 0- - 0- -
Die PARTEI 01 0,7 % 01 1,3 % 0- - 0- -
München-Liste 01 0,7 % 01 0,8 % 0- - 0- -
BP 0- 0,4 % 01 0,7 % 01 0,9 % 01 1,5 %
BIA 0- - 0- 0,2 % 01 0,7 % 01 1,4 %
HUT 0- - 0- - 01 1,3 % 0- -
Piraten 0- - 0- - 01 1,2 % 0- -
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Weitere Informationen Stadtratswahl, 15. März 2020 ...
Die Sitzverteilung im Stadtrat (ohne Oberbürgermeister) seit 1946
Stadtratswahl 15. März 2020 16. März 2014 2. März 2008 3. März 2002 10. März 1996 12. Juni 1994 18. März 1990 18. März 1984 5. März 1978 11. Juni 1972 13. März 1966 27. März 1960 18. März 1956 30. März 1952 30. Mai 1948 26. Mai 1946
SPD 18 25 33 35 31 29 36 35 31 44 36 34 28 25 15 17
CSU 20 26 23 30 32 30 25 35 42 29 16 16 16 13 10 20
FDP 3 3 5 3 2 3 4 4 6 5 3 1 2 3 2
Grüne 23 13 11 8 8 9 8 6
ÖDP 3 2 1 1 1 1
Rosa Liste 1 1 1 1 1
Die Linke 3 2 3 1
BP 1 1 1 1 3 4 7 13
FW 2 2 1
BIA 1 1
AfD 3 2
Volt 1
München-Liste 1
Die PARTEI 1
Piraten 1
HUT 1
Republikaner 1 1 4 6
DaGG/DaCG 1 1 1
ASP 1 1
BFB 2
Junge Liste 2
SRB 1
Münchner Block 1 2 2 4 3
SD72 1
BHE 1 2 2 2
NPD 1
Parteifreie Wählerschaft 1 1 1
Evangelische Wählergemeinschaft 1
KPD 2 4 6 2
Flieger- und Kriegsgeschädigte 1
Sozialgemeinschaft der Entrechteten 1
Königspartei 1
WAV 3 1
Parteilose Katholiken 1
Parteilose 1
Sitze gesamt 80 80 80 80 80 80 80 80 80 80 60 60 60 60 50 41
Wahlbeteiligung in Prozent 49,0 42,0 47,6 51,0 52,8 59,2 65,4 65,0 66,2 65,3 63,9 66,6 60,5 62,6 79,5 85,0
Anmerkungen: Für die Gruppe Parteilose Katholiken gehörte ab 1948 der damals 34-jährige Rechtsanwalt Otto Gritschneder dem Stadtrat an. Er setzte sich einerseits für die Aufarbeitung der NS-Justizgeschichte ein, sprach sich aber auch gegen Schwangerschaftsabbruch und staatliche Scheidungen aus. Die Sozialgemeinschaft der Entrechteten wurde ab 1952 von dem Arzt Karl von Brentano-Hommeyer vertreten, der bereits Ende 1953 zur Bayernpartei wechselte. Den Sitz für die Parteifreie Wählerschaft hatte von 1952 bis 1966 über drei Legislaturperioden der Völkerrechtler Hans Keller inne. Der Münchner Block vertrat mittelständische Interessen und stellte über insgesamt 26 Jahre Stadträte. Er wurde 1952 erstmals ins Parlament gewählt und wies prominente Repräsentanten auf, unter anderem die Professorin Liesel Beckmann. Mit der Evangelischen Wählergemeinschaft stellte sich 1960 eine Gruppierung erfolgreich zur Wahl, die die Minderheit der Protestanten in der Landeshauptstadt vertreten sehen wollte. Ilse Herrmann wurde für eine Wahlperiode gewählt. Die Junge Liste versuchte bereits 1990 zu kandidieren, wurde aber als angebliche Tarnliste der CSU nicht zugelassen. Der damalige Bezirksvorsitzende der Jungen Union und JL-Spitzenkandidat Aribert Wolf klagte erfolgreich gegen diesen Entscheid und bewirkte eine Wahlwiederholung, bei der er und ein weiterer Kandidat 1994 in den Stadtrat einzogen.[2]
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Gremien/Ausschüsse

Nachfolgend sind die Gremien bzw. Ausschüsse des Münchner Stadtrats in der Wahlperiode 2008 bis 2014 mit dem entsprechenden Kürzel und dem zuständigen Referat der Stadtverwaltung München gelistet:

  • Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft (WirtschA) Referat für Arbeit und Wirtschaft
  • Ausschuss für Bildung und Sport (BildSportA) Referat für Bildung und Sport
  • Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung (PlA) Referat für Stadtplanung und Bauordnung
  • Bauausschuss (BauA) Baureferat
  • Finanzausschuss (FinanzA) Stadtkämmerei
  • Gesundheits- und Krankenhausausschuss (Ges.u.KHA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Gesundheitsausschuss (GesA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Kinder- und Jugendhilfeausschuss (KJHA) Sozialreferat
  • Kommunalausschuss (KommunalA) Kommunalreferat
  • Kreisverwaltungsausschuss (KVA) Kreisverwaltungsreferat
  • Kulturausschuss (KulturA) Kulturreferat
  • Rechnungsprüfungsausschuss (RPA) Revisionsamt
  • Sozialausschuss (SozialA) Sozialreferat
  • Sozialhilfeausschuss (SHA) Sozialreferat
  • Stadtentwässerungsausschuss (StadtentwA) Baureferat
  • Umweltschutzausschuss (UmweltA) Referat für Gesundheit und Umwelt
  • Verwaltungs- und Personalausschuss (VPA) Direktorium
  • Verwaltungs- und Personalausschuss als Feriensenat (VPAalsF) Direktorium
  • Vollversammlung (VV) Direktorium
  • Ältestenrat (ÄR) Direktorium

Fraktionen/Gruppierungen

Wahlperiode 2020–2026

Wahlperiode seit 2026

(Quelle: )[8]

Berufsmäßige Stadträte

Neben den ehrenamtlichen Stadträten sind berufsmäßige Stadträte als kommunale Wahlbeamte Leiter der Referate der Stadtverwaltung München und beraten den Stadtrat, ohne dort jedoch Stimmrecht zu haben.

Referate für berufsmäßige Stadträte sind wie folgt besetzt:

  • Baureferat: Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne)
  • Referat für Arbeit und Wirtschaft: Christian Scharpf (SPD)
  • Referat für Bildung und Sport: Florian Kraus (Grüne)
  • Gesundheitsreferat: Beatrix Zurek (SPD)
  • IT-Referat: Laura Dornheim (Grüne)
  • Kommunalreferat: N.N.
  • Referat für Klima- und Umweltschutz: Christine Kugler (parteilos)
  • Kreisverwaltungsreferat: Hanna Sammüller (Grüne)
  • Kulturreferat: Marek Wiechers (parteilos)
  • Mobilitätsreferat: Georg Dunkel (parteilos)
  • Personal- und Organisationsreferat: Andreas Mickisch (SPD)       
  • Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Elisabeth Merk (parteilos)       
  • Sozialreferat: Dorothee Schiwy (SPD)       
  • Stadtkämmerei: Christoph Frey (SPD)       

Stadtregierung und Koalitionen

Von 1946 bis 2026 wurde München – mit wenigen Ausnahmen – von einer SPD-geführten Mehrheit regiert, wobei seit den Kommunalwahlen 2020 erstmals die Grünen stärkste Kraft im Stadtparlament sind.[9]

2020–2026

Von 2020 bis 2026 bestand im Münchner Rathaus eine grün-rote Koalition. Die Grünen bilden gemeinsam mit der Rosa Liste eine Fraktionsgemeinschaft; die SPD kooperiert mit der Partei Volt. Das Bündnis verfügt damit über 43 von 81 Stimmen im Stadtrat, zuzüglich der Stimme des Oberbürgermeisters Reiter.[10][11]

Seit 2026

Aus der Stadtratswahl 2026 ging mit Dominik Krause erstmals ein Grüner als Oberbürgermeister hervor. Zunächst wollte er die rot-grüne Koalition mit Volt fortführen, jedoch scheiterten die Koalitionsverhandlungen. Im Stadtrat bildete sich daraufhin eine Koalition aus Grünen, SPD, FDP, Freien Wählern und Rosa Liste, die sich selbst „Mango-Koalition“ nennt.[12][13] Auch diese Koalition verfügt mit OB Dominik Krause über 43 der 81 Sitze.

Bezirksausschüsse

Durch einen Volksentscheid von 1995[14] werden seither die 25 Münchner Bezirksausschüsse der Stadtbezirke Münchens, die „Stadtviertel-Parlamenten“ entsprechen, direkt gewählt. Die Bezirksausschüsse vermitteln zwischen der Stadtverwaltung, dem Stadtrat und den Bürgern.[15] Dabei kommt ihnen eine Reihe von Rechten zu.

Gemäß Anlage 1 der Bezirksausschuss-Satzung (Nr. 20 des Münchner Stadtrechts) entscheiden die Bezirksausschüsse für ihren jeweiligen Stadtbezirk selbstständig unter anderem über untergeordnete Bau- und Straßenbauvorhaben von 0,5 bis 2,5 Mio. EUR, über Neuaufstellung von Straßenmärkten, über Schul- und Straßennamen (außer bei persönlichen Ehrungen) und Ähnliches. Per Dekret des Oberbürgermeisters wurden diese Befugnisse zuletzt 2010 erweitert (zum Beispiel auf Entscheidungen über die Gewährung von Zuschüssen bis 10.000 EUR, über Sperrstundenänderungen und über die Einrichtung von Taxiständen). Voraussetzung ist jeweils, dass die Maßnahmen nur innerhalb des Stadtbezirks Bedeutung haben. In den meisten anderen Fällen besteht nur eine Anhörungs- oder Informationspflicht der Stadt München gegenüber den Bezirksausschüssen.[16]

Es bestehen folgende Bezirksausschüsse:

Frauen im Münchner Stadtrat

  • 1919
In München ziehen nach dem Ersten Weltkrieg nach der ersten Stadtratswahl erstmals sechs Frauen in den Stadtrat ein: Auguste Halbmeier (USPD), Hedwig Kämpfer (USPD), Luise Kiesselbach (DDP), Elsa Schultes (BVP), Therese Loibl (BVP) und Thusnelda Lang-Brumann (BVP).[17]
  • 1985
Der Münchner Stadtrat beschließt gegen die Stimmen der CSU die Einrichtung einer Frauengleichstellungsstelle, der ersten kommunalen Gleichstellungsstelle in Bayern. Die Leitung übernimmt Friedel Schreyögg (SPD).
  • 1990
Der Münchner Stadtrat wählt mit Sabine Csampai erstmals eine Münchner Bürgermeisterin.
  • 2004
Fünf der zwölf berufsmäßigen Münchner Stadträte sind Frauen, diese ist ein historischer Höchststand. Rosemarie Hingerl wird die erste Chefin des Baureferats.
  • 2022
Mit der Wahl von Jeanne Marie Ehbauer und Laura Dornheim wird erstmals die Mehrheit der städtischen Referate von Frauen geführt. Neun von fünfzehn berufsmäßigen Stadträten sind Frauen.

Entschädigung für ehrenamtliche Stadträte

Die ehrenamtlichen Stadträte erhalten eine monatliche Entschädigung von 2.981 Euro. Die Fraktions-Vorsitzenden bekommen 5.881 Euro, ihre Stellvertreter 4.429 Euro.[18]

Einzelnachweise

Siehe auch

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