Stanisław Majewski
polnischer Politiker (PZPR), stellvertretender Ministerpräsident
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Stanisław Wacław Majewski (* 11. April 1915 in Tscheljabinsk, Russland; † 29. Juli 1985) war ein polnischer Jurist, Bankmanager und Politiker der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei, der unter anderem 1965 bis 1968 Präsident der Polnischen Nationalbank, zwischen 1968 und 1969 Finanzminister, von 1970 bis 1971 Vorsitzender der Planungskommission des Ministerrats und zugleich zwischen 1969 und 1971 stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats sowie von 1981 bis 1985 noch einmal Präsident der Nationalbank war.
Leben
Stanisław Wacław Majewski, Sohn von Józef und Zofia Majewski, absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften an der Jagiellonen-Universität, welches er 1937 beendete. Er war zuvor von 1934 bis 1937 Büroassistent bei der Staatlichen Wasserstraßenbehörde in Krakau, anschließend bis 1941 Angestellter bei der dortigen Bank Handlowy und danach bis 1944 bei der Bank Handlowy in Warschau. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete er zwischen 1945 und 1947 als Angestellter und Abteilungsleiter bei der Genossenschaftsbank Społem in Łódź und daraufhin bis 1949 als Abteilungsleiter bei der Bank Gospodarstwa Spółdzielczego in Warschau. 1946 trat er der Polnischen Sozialistischen Partei PPS (Polska Partia Socjalistyczna) und später der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei PZPR (Polska Zjednoczona Partia Robotnicza) bei. Nachdem er zwischen 1949 und 1950 stellvertretender Direktor der Bank Rzemiosła i Handlowu in Warschau war, fungierte er von 1950 bis 1965 als Leiter verschiedener Abteilungen im Finanzministerium MF (Ministerstwo Finansów).
Als Nachfolger von Adam Żebrowski[1] wurde Majewski am 20. Januar 1965 erstmals Präsident der Polnischen Nationalbank (Narodowy Bank Polski) und bekleidete dieses Amt bis zum 17. September 1968, woraufhin Leonard Siemiątkowski[2] seine Nachfolge antrat. Gleichzeitig war er zwischen 1965 und 1968 war außerdem Staatssekretär im Finanzministerium. Er wurde am 15. Juli 1968 als Nachfolger von Jerzy Albrecht[3] zum Finanzminister (Minister finansów) im Kabinett Cyrankiewicz V und bekleidete dieses Ministeramt bis zum 28. Juni 1969.[4][5] Im darauf folgenden Kabinett Cyrankiewicz VI wurde er stellvertretender Ministerpräsident und bekleidete das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Ministerrates (Wiceprezes Rady Ministrów) vom 23. Dezember 1970 bis zu seiner Ablösung durch Wincenty Kraśko[6] am 13. Februar 1971 auch im Kabinett Jaroszewicz I.[7][8] Als Nachfolger von Józef Kulesza[9] war er im sechsten Kabinett Cyrankiewicz und im ersten Kabinett Jaroszewicz vom 6. März 1970 bis zu seiner Ablösung durch Mieczysław Jagielski[10] am 13. Februar 1971 außerdem Vorsitzender der Planungskommission des Ministerrats (Przewodniczący Komisji Planowania przy Radzie Ministrów).
Nach seinem Ausscheiden aus der Regierung fungierte Stanisław Majewski zwischen 1971 und 1976 als stellvertretender Ständiger Vertreter Polens beim Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) in Moskau und war nach seiner Rückkehr von 1976 bis 1980 Vizepräsident der Polnischen Nationalbank. Am 1. Januar 1981 löste er Witold Bień als Präsident der Polnischen Nationalbank ab und bekleidete dieses Amt zum zweiten Mal bis zu seinem Tode am 29. Juli 1985, woraufhin Władysław Baka[11] seine Nachfolge antrat. 1981 war er zudem noch einmal Staatssekretär im Finanzministerium. Er war mit Wanda Majewska (1915–1998) verheiratet. Nach seinem Tode wurde er auf dem Powązki-Militärfriedhof in Warschau beigesetzt.
Literatur
- Tadeusz Mołdawa: Ludzie władzy 1944–1991. Władze państwowe i polityczne Polski według stanu na dzień 28 II 1991, PWN, Warschau 1991, ISBN 83-01-10386-8
Weblinks
- Stanisław Majewski. Instytutu Pamięci Narodowej, abgerufen am 9. Januar 2026 (polnisch).
- Majewski, Stanislaw (Waclaw). rulers.org, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).
- Stanisław Majewski. Prabook, abgerufen am 9. Januar 2026 (englisch).